Baden-Baden: römisch-irisch badisch

Baden-Baden Panorama © rsester #17326126

kreisfreie Stadt mit ca. 52.500 EW, im nordwestlichen Schwarzwald im Tal der Oos.
Um 75 n.Chr. besetzen die Römer die Gegend des späteren Baden-Baden und errichten große Badeanlagen. Um 1100 Bau der Burg Hohenbaden durch die Zähringer, einem markgräflichen Zweig, der sich darauf Markgrafen von Baden nannte und hier bis 1699 residierte - danach in Rastatt.

1245 wurde Lichtental als Zisterzienser-Frauenkloster gestiftet. Die Fürstenkapelle in Lichtental war Grablege der badischen Markgrafen.
1535 wird die Markgrafschaft Baden (bis 1771) geteilt in die katholische Linie Baden-Baden und die später evangelische Linie Baden-Durlach.

Im 19. Jh. wurde Baden-Baden vor allem durch den badischen Hofarchitekten Friedrich Weinbrenner (1766 bis 1826) im klassizistischen Stil neu erbaut und erweitert. Kurhaus, Badischer Hof, das Palais Hamilton und Rathaus gingen auf seine Kappe.

Ab 1840 erblühte Baden-Baden zur Kurstadt, wurde zur Sommerhauptstadt Europas. Wer viel Geld hatte und schwache Nerven, der zockte an der berühmten Spielbank - Könige, Literaten, Musiker. Mark Twain hatte hier so manche Idee zu seinem Klassiker "Huckleberry Finn's Abenteuer". Noch Anfang 20. Jh. verbrachten viele Promis ihre letzten Lebensjahre in Baden-Baden. Im römisch-irischen Heilbad sprudelt die Quelle weiter.
Eine großherzogliche Verfügung forderte für Neubauten Aufwendungen von 30% der Bausumme für die Fassadengestaltung und bafand den Bau der Bahnhofs im eklektizistischen Stil als beispielgebend.

Die Stadt atmet noch den Geist einer vergangenen Epoche und ist bestrebt, an die glanzvolle Tradition der Bäder- und Festspielstadt anzuknüpfen. Kurpark, Trinkhalle, Haus des Gastes und das Casino geben sich dafür recht öffentlich.

Sehenswertes in der Bäderstadt
Und wer lätet dieses Glöckle?

[R] Rathaus, klassizistisch, Architekt Friedrich Weinbrenner
[T] Theater


Baden-Baden, vor den Bädern der Oberstadt

[1] Bäderviertel mit Friedrichsbad (um 1875, Neorenaissance)

[2] Römische (renovierte) Badruinen, daneben die Caracallatherme (1985) nach römischem Vorbild erbaut. Die Russische Kirche (1882 fertiggestellt) war für die russischen Gäste bestimmt, zu denen auch Dostojewski und Turgenjew gehörten. Die Stourdza-Kapelle, ein Zentralbau von Leo von Klenze (um 1865), wurde im Auftrag der rumänischen Fürstenfamilie Stourdza errichtet
[3] Neues Schloss (16. Jh.), Spätgotik, zum Renaissance-Palast umgestaltet; Marstall mit Museum zu Stadtgeschichte


Baden-Baden, Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt zum Hirschen

[4] Stiftskirche St. Peter und Paul, 1689 zerstört, danach barock und neugotisch aufgebaut

Das Hotel Bad Zum Hirsch schwebt zwischen oben und unten - einfach goldig


klassisch badische Trinkhalle

[5] Trinkhalle (1839/42), Planung Heinrich Hübsch, Wandbilder zu Sagen und Mythen der Region von Jakob Götzenberger

[6] Kurhaus mit dem Casino - der ältesten Spielbank Deutschlands - spiel dich krank!
[7] Kunsthalle

erbaulich:
Palais Hamilton (1808), traditionsreiches Hotel
Burg Ruine Hohenbaden mit weitem Blick


museal
event
am erfrischenden Augustasee

Badengehen ist in Baden-Baden nicht unbedingt eine Kunst, ob in Casino oder Näderviertel. Der Augustasee allerdings ist kein Badesee und eher ein Teich. Aber sehr schön
Klettern könnte man am Batterfelsen im NO mit teils schwierigeren Routen-

Stadtteile/Eingemeindung:
Baden-Baden Stadtteile

Balg, Ebersteinburg, Gaisbach, Geroldsau, Haueneberstein, Innenstadt

Lichtental:
Kloster Lichtental, seit 1243 von Zisterzienserinnen geführt, Gebäude (18./19. Jh.) teils als Museum

Malschbach, Müllenbach, Neuweier, Oberbeuern, Oos, Sandweier, Schmalbach, Steinbach, Varnhalt