Mannheim - erwachsenes Fischerdorf im Dreiländereck

Mannheim, Wasserturm © Thomas Leiss Mannheim, Augustaanlage © Ilhan Balta

Der Jugendstil-Wasserturm gilt als ein Wahrzeichen der Stadt Mannheim. Über seine Parkanlage leitet er in die Augustaanlage, einer großzügigen Bürgerallee

Die mit ca. 308.200 EW zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs liegt an der Mündung des Neckar in den Rhein

766 wurde ein Fischerdorf erstmals in einer Urkunde des Lorscher Codex als Mannenheim erwähnt.

Ihre planmäßige Stadtgründung erfolgte 1606 durch Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz als Friedrichsburg (Festung), der 1607 Mannheim auch zur Stadt erhob.

Nach Zerstörung im 30-jährigen Krieg (Tilly) wurde die Stadt seit 1652 mit Unterstützung einer großen Zahl protestantischer Flüchtlinge aus Wallonien und den Niederlanden wieder aufgebaut. 1660 begünstigt eine Judenkonzession die Niederlassung jüdischer Familien in Mannheim.

Kurz vor 1700 erfolgte eine weitere Zerströng und der erneute Aufbau der Stadt. 1720 verlegte Kurfürst Carl Philipp von der Pfalz die Pfälzer Residenz von Heidelberg nach Mannheim. Dazu wurde das Barockschloss erbaut, auch die Jesuitenkirche [8]. Kunst und Wissenschaften blühten. Schillers "Räuber" wurden 1782 im Nationaltheater uraufgeführt. Außerdem wurde hart am rechtwinkligen Straßensystem gearbeitet.
Der Niederländer Coehom teilte die hufeisenförmige Stadtfläche in Rechtecke ein. Trotz späterer Zerstörungen blieb dieses Raster bis auf den heutigen Tag erhalten. In der historischen Innenstadt gibt es keine Straßennamen, sondern nur Rasterbezeichnungen ähnlich wie auf einer Landkarte. Schießlich folgt noch die Numerierung innerhalb der Quadrate. Im Mittelpunkt steht das Schloss, Hauptachse ist die Kurpfalzstraße, die in nordöstliche Richtung verluft.
Eine weitere Blütezeit kam mit der Rheinschiffahrt, später mit Handel und vor allem Industrie.

Im 19. Jh. galt Mannheim als eine der schönsten Städte Deutschlands. Nach starker Zerstörung im Zweiten Weltkrieges war dieses Image angeknackst.

kulturell
Von 1743 - 1778 residierte Kurfürst Karl Theodor in Mannheim, einem in jener Zeit wichtigen kulturellen Zentrum. Alessandro Galli da Bibiena (1687 - 1769) war kurpfälzischer Hofarchitekt in Mannheim. Als Maler für die Ausgestaltung der Jesuitenkirche wirkte (und starb) E.Q. Asam in Mannheim; C.D. Asam arbeitete an der Ausgestaltung des Schlosses.

bahnbrechende Musikscene - die Mannheimer Schule:
Um 1750 bildete sich ein Kreis von Komponisten und Orchestermusikern am kurpfälzischen Hof. Dieser hatten am Übergang vom Barock zur Klassik großen Einfluss auf Mozart, Haydn und Beethoven. Als Begründer gelten vor allem die böhmische Musiker Stamitz neben F.X Richter, P.v. Winter, C. Cannabich. Cannabich hat Töchter, von denen auch eine W. A. Mozart gefiel. Er war 1777/ 1778 in Mannheim auf Arbeitsuche, erhielt jedoch keine Festanstellung, weil es noch kein Arbeitsamt gab.
1763 wurde eine kurpfälzische Akademie der Wissenschaften gegründet. Zur Kurfürstlichen Deutschen Gesellschaft gehörten als prominente Mitglieder Klopstock, S. de La Roche, Lessing, Wieland.
Im Mannheimer Nationaltheater [5], 1777 gegründet, tobten 1782 Schillers Räuber erstmals über die Bühne. Schiller lebte 1783/85 als Theaterdichter in Mannheim.
1778 beerbte Kurfürst Karl Theodor die Wittelsbacher und verlegt seine Residenz von Mannheim nach München. Damit schwand auch der Glanz als kulturelles Zentrum.
1847/ 1848 war Mannheim ein wichtiges Zentrum der Revolution in der ehemaligen Kurpfalz bzw. in Baden.

Im späteren 19. Jh. Entwicklung zum Industriestandort mit Rang und Namen wie Lanz, BASF und C. Benz.

sehenswerte Innenstadt:

In der barocken Altstadt verlaufen die Straßen strikt symmetrisch, parallel und sich rechtwinklig kreuzend - die Grafik weist das deutlich aus.

[M] Marktplatz Barockkirche
[A] Altes Rathaus, barock
[R] Rathaus
[S] Schloss (18. Jh.), eine der größten barocken Schlossanlagen Europas, heute Universität

Mannheim Stadtplan Innenstadt Sehenswürdigkeiten

[1] Jüdisches Zentrum
[2] Museumsschiff a. Neckar
[3] Herschelbad
[4] Collini-Center
[5] Nationaltheater
[6] Wasserturm (1889, 60m), Augustaanlage -die Bürgerallee
[7] Stadthaus
[8] Jesuitenkirche (1759)
[9] Zeughaus (1719/69)


wissenswert

Uni Mannheim
Die Universität Mannheim wurde 1967 gegründet. Sie setzt zum Teil die Tradition der 1907 gegründeten Handelshochschule fort.
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BA Mannheim

Blick von der Altstadt über den Neckar zur Neckarstadt mit Hochhäusern an der Feuerwache
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