Meßkirch

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Stadt mit rund 8.100 EW (2012) auf 76,22 km² an der Mündung des Grabenbaches in die Ablach

Meßkirch liegt im westlichen Oberschwaben, südlich von Sigmaringen zwischen Donau und Bodensee.


Die ältesten menschlichen Spuren auf Meßkircher Gebiet stammen aus der Bronzezeit, Grabhügel wie für die Ewigkeit aufgeworfen. Bei Heudorf hinterließen Kelten eine Viereckschanze. Bei Heudorf entstand der größte römische Gutshof im heutigen Baden-Württemberg. Der in Stein gemeißelte Name des Besitzers und somit erster namentlich bekannte Meßkircher ist Marcus Aurelius Honoratius. Brühmter wurde die Venus von Meßkirch (Fresko), die freilich nach Stuttgart auswanderte.
Alamannen wanderten anstelle der Römer ein, besiedelten ab dem 3. Jh. bevorzugt die Ufer der Ablach.

Im Zuge der Christianisierung entstand Meßkirch als fränkische Gründung um 750 als Zentralort der Missionierung. Die Martinskirche stammt aus dieser Zeit. Der Pilgermönchs Heimerad (später heilig gesprochen) wird hier geboren sein - an einem Ort mit einer Kirche, in der die Heilige Messe gefeiert wurde. Nach späteren Aufzeichnungen hielt er sich im Jahre 965 hier auf.

Um 1200 gehörte der Kirchort Meßkirch zur Herrschaft der Grafen von Rohrdorf. Nach dem Erlöschen des Grafengeschlechts 1210 wurde ein Großteil der Herrschaft einschließlich Meßkirch an eine Nebenlinie der Truchsessen von Waldburg verkauft, die sich daraufhin Truchsessen von Waldburg zu Rohrdorf nannten.

Meßkirch entwickelte sich von einem Kirchort immer mehr zur Marktsiedlung.
1241 wurde ein Marktrecht urkundlich vermerkt.
1261 ist für Meßkirch in einer Salemer Urkunde das Stadtrecht erwähnt.
1300 verlagerten die Truchsesse von der Benzenburg bei Rohrdorf ihren Herrschaftssitz nach Meßkirch, das damit zur Residenz wurde. Seitdem nannte sich die Familie Truchsessen von Waldburg zu Meßkirch. Die Benzenburg wurde abgerissen und die Burg in Meßkirch (Altes Schloss) errichtet. Weiterhin wurde die Stadt befestigt durch eine doppelte Mauer mit zwei Stadttoren.

1354 wechselte durch Heirat und Kauf die Herrschaft, Meßkirch wurde zur Residenz der Herren von Zimmern (seit 1538 Grafen) mit den Dörfer Rohrdorf, Heudorf, Schnerkingen, Wackershofen sowie Ober- und Unterbichtlingen.

Graf Froben Christoph von Zimmern (1519–1566) war nicht allein Verfasser der "Zimmerischen Chronik“. Unter seiner Herrschaft erblühte Meßkirch, erweitert um eine Vorstadt. Das Schloss wure erweitert und umgestaltet zur Vierflügelanlage im Stile der italienischen Renaissance. Auch ein Spital wurde gebaut und die Künste und .Wissenschaften wurden gepflegt. Natürlich war er kein verfrühter Aufklärer. Denn die "schwarze Null" musste stehen, und irgendwer musste dafür zahlen, wenn schon die Bürger relative Freiheiten erhielten.

Der Bauernkrieg 1525 blieb ein Aufschrei.

1594 erlosch das Geschlecht der Grafen von Zimmern. Über eine Schwester des letzten Grafen kam die Herrschaft an die Grafen von Helfenstein, Freiherren zu Gundelfingen.

1576 erteilte Kaiser Rudolf II. Meßkirch ein Münzprivileg, das wohl ungenutzt blieb.

1627 kam die Stadt unter die Herrschaft der Meßkircher Linie der Grafen zu Fürstenberg.
1716 wurde Graf Froben Ferdinand von Fürstenberg-Mößkirch in den Fürstenstand erhoben und hielt mit kaiserlichem Wohlwollen ausgibig Hofstaat in einer der glanzvollsten Fürstenresidenzen Südwestdeutschlands.

1744 kam mit dem Aussterben der Meßkircher Linie der Fürsten von Fürstenberg das Ende Meßkichs als Residenz. Mit Übernahme durch die Donaueschinger Linie der Fürstenberger verlor die Stadt ihre privilegierter Bedeutung, gehörte aber weiter (bis 1803) zum Fürstentum Fürstenberg

Am 5. Mai 1800 fand die Schlacht bei Meßkirch statt, ein reichlich blutiges Treffen zwischen französischen und österreichischen Truppen im Zweiten Koalitionskrieg.

1806 wurde mit dem neu gegründeten Großherzogtum Baden Meßkirch badische Oberamtstadt und blieb es bis 1936.

1945 erfolgten Luftangriffe auf strategische Ziele mit relativ geringen Kollateralschaden von zwei Wohngebäuden. Und Menschen.
Durch französische Truppen besetzt, gehörte Meßkirch bis 1949 zur Französischen Besatzungszone.

sehenswerte Innenstadt

[B] zum Bahnhof, Bahnhofstraße
[m] Museen
[R] historisches Rathaus (1899), Sandsteinfassade Neurenaissance, Architekt Carl Engelhorn; Rathaussaal mit Kassettendecke, Wappensteine (16. / 17. Jh.)
Der in Stein gehauene Schriftzug "Beim Rat weil, zur Tat eil“ ist lobenswerter Ansporn. Ritter Kuno, ein gut mit Schwert und Speer bewaffnetes Leichtgewicht, wacht seit 1895 vom Dachfirst aus über die Stadt.

[S] Stachus

[1] Schloss, ab 1557 unter Graf Froben Christoph von Zimmern von Jörg Schwarzenberger zur ersten regelmäßigen vierflügligen Schlossanlage nördlich der Alpen im Stil der Renaissance erweitert und umgebaut. Der Festsaal, 31 Meter lang, ist der ältesten Festsaal der Renaissance in Deutschland (1561) , noch mit originaler Holz-Kassettendecke.
Schlosskapelle, früher Rokoko, Deckenmalereien von Josef Ignaz Wegschneider.Sehenswertes und Markantes in der Innenstadt von Pfullendorf

[2] Hofgarten
[3] Remise (1737), erbaut von Johann Caspar Bagnato. Das Stall- und Kutschengebäude ist heute ein Oldtimermuseum.
[4] Stadtpfarrkirche St. Martin, ursprünglich spätgotische Hallenkirche, 1526 als spätgotische Säulenbasilika von Lorenz Reder erbaut. bemerkenswert: ein Spätrokokoraum.
Davor das Denkmal zu Ehren Conradin Kreutzers - who was?

[5] Unterer Hof, Heimatmuseum
[6] Adler / Alte Post (um 1550) Gasthaus Schwarzer Adler war lange Zeit Thurn und Taxissche Poststation.


[7] Heiliggeistspital, 1875 gegründet durch Vinzentinerinnen St. Heimerad tätig.
[8] Heilandskirche (1863/65), 1901 Kirchturm, Neugotik
[9] Liebfrauenkirche nahe der Ablach (1356), Gotik, 1576 umgestaltet im Stil der italienischen Renaissance mit Fassadengiebel, 1676 Zwiebelturm

weiterhin:

- Stadtmauer, in Resten auszumachen
- Kornspeicher (16. Jh.)
- ehem. Amtsgebäude, Denkmal, Stockacher Straße, bis 2004 Forstamt
- Wasserschloss Menningen,dreigeschossig
- Schnerkingen, Kapelle Petrus und Paulus, Gotik, Fresken (15. Jh.)

zeitschleifend
erholsam
museal

Kultur- und Museumszentrum Schloss Meßkirch, bestehend aus

event
persönlich

Martin Heidegger, 1889 in Meßkirch geboren, 1976 verstorben in Freiburg. Philosoph? Einer der recht(s) mit dem Zeitgeist lebte, der den Führer führen wollte, ein Hasser aller Mathematiker, Verkünder von Lebensweisheiten für Pseudodenker und Fundamentalisten, ohne Dialektik und voller Dogmatik, ein Denker, der in seine geistige Gruft verführen möchte und defür eine würdige Homage im Schloss erhielt. Sein Elternhaus wurde Martin-Heidegger-Gedenkstätte. Heidegger ist Ehrenbürger der Stadt.

erschütternd

Ein Erdbeben am 17. November 1911 verursachte Risse an Häusern, ließ Schornsteine zusammenfallen, beschädigte Kirchtürme, glättete den Rathausgiebel. Da kamen die Bewohner wohl mit dem Schrecken davon.

Stadtteile/Eingemeindung
Orte im Stadtgebiet von Pfullendorf

nach Meßkirch eingemeindet wurden:

Gemeinde Schnerkingen (1936)
Igelswies (1971)
Heudorf, Langenhart, Menningen, Rohrdorf (1974)
Dietershofen, Ringgenbach und Rengetsweiler (1975) ebenfalls Teilorte von Meßkirch, wobei Dietershofen und Ringgenbach freiwillig eingemeindet wurden. Rengetsweiler unterlag mit seiner gerichtlichen Klage gegen die Eingemeindung.