Abensberg - nördliches Tor zur Hallertau

Stadtmauerrest vor der AbensGenial schlicht - das Regensburger Tor in Abensberg

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Stadt mit rund 12.600 EW (2007) auf 60,29 km² an der Abens in 373m ü.NN.

Schon weit vor dem Hochmittelalter war das Gebiet an den Abensauen besiedelt. Ausgrabungen bei Arnhofen förderten ein Feuerstein-Bergwerk aus der Steinzeit zutage, welches in die Zeit um 5000 v.d.Z. datiert wird.

Etwa aus 1138 stammt die früheste schriftliche Erwähnung als Hapensperch, und ein Gebhard aus der Sippe der Babonen nannte sich dann ebenso.
1256 erfolgte eine erste urkundliche Nennung als Abensberg.

1348 verliehen Herzog Ludwig, Markgraf von Brandenburg und sein Bruder Herzog Stephan von Bayern Abensberg die Stadtrechte. Die Zeit der Babonenherrschaft hatte die Abensberger Stadtgeschichte nachhaltig beeinflusst. Unter Ulrich III. von Abensberg wurde eine Stadtmauer errichtet, die acht Eck- und 32 Rundtürme, entsprechend den acht Töchtern und 32 Söhnen des legendären Vaters Graf Babo von Abensberg.
Teile der Stadtmauer sind erhalten bzw. wiederhergestellt worden.

Obwohl selbstständige Herrschaft, blieb man doch immer abhängig von den mächtigen bayerischen Herzögen.

Der letzte Abensberger Niklas wurde 1485 erledigt, weil er Jahre zuvor Herzog Christoph auf unritterliche Art und Weise vor einem Turnier beim Bade gefangen genommen hatte. Zwar hatte dieser der Rache abgeschworen, lauerte aber trotzdem Niklas von Abensberg erfolgreich bei Freising auf. Niklas hatte sich bereits ergeben, wurde aber von Seitz von Frauenberg erschlagen. Soviel über Rechtlichkeit, Ritterlichkeit, Redlichkeit. Niklas liegt seither im ehemaligen Karmelitenkloster zu Abensberg begraben.

Die Herrschaft Abensberg verlor ihre Selbstständigkeit, wurde als ein Teil Bayerns von einem herzoglichen Beamten (Pfleger) verwaltet.
Die Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört.
1809 besiegte Napoleon in der Schlacht von Abensberg vom 19. bis 20. April die österreichischen Truppen unter Feldmarschall Baron Hiller.

wirtschaftlich: Maschinenfabrik, Spargel- und Hopfenstadt

sehenswerte Innenstadt:

Rathaus am StadtplatzDen historischen Stadtkern bildet die spätmittelalterliche Stadtanlage um einen dreieckigen Marktplatz mit prächtigen Bürgerhäusern und einstigen Hofbräu-Stuben, umgeben von einer weitgehend erhaltenen Befestigung und Einbeziehung der Burganlage. Das heutige Flair lädt zum gedankenlosen Shopping ein oder zum wahnsinnigen konsumieren von Weißbier oder Latte Puccino.

[A] Aventinusplatz
[R] Rathaus, Gotik am Stadtplatz


Sehenswertes und Markantes in Abensberg an der Abens

[1] Kuchlbauer Turm Römerstr./ Aunkofener Str. - da Objekt nach Hundertwasser, nur Privatfotos! oder besteigen.

[2] Karmeliterkirche (gotisch) und Karmeliterkloster, um 1390 gegründet durch Graf Johannes II. u. Agnes von Abensberg
[3] Regensburger Tor am Regensburger Torplatz
[4] Pfarrkirche St. Barbara, Gotik


Herzogkasten, Stadtmuseum

[5] Herzogskasten, Speicherbau aus Bruchsteinmauerwerk, (um 1450/80), gotisch; heute Stadtmuseum

[6] Schlossgarten, Vermessungsamt, Schloss ber Grafen von Abensberg (1000 bis 1256?), zerstört 1648

[7] Brunnen St. Berta, eisenhaltig-salinische Schwefelquelle, gut bei chronischen Hautkrankheiten, Rheuma und Gicht
[8] Zollhäusl
[9] Maderturm u. Stadtmauerrest Abensstraße, Wahrzeichen


Um den gewachsenen Altstadtkern wurde eine moderne, offene Stadt geschaffen, in der auch ein interessantes Kultur- und Freizeitangebot und vielfältige Sportmöglichkeiten zum längeren Verweilen überzeugen.

festlich

- Gillamoos, eines der größten bayerischen Traditionsfeste
- historisches Bürgerfest
- Kulturreihe Frühlingsgefühle und Novembernebel

verführerisch

- Brauereiführung in der Weißbierbrauerei Kuchlbauer
- Niederbayerischen Vogelpark
- mit dem Stadt-Radl durch dick und dünn, April bis Oktober kostenlose Ausleihe

persönlich
Denkmal für Aventinus, den Abensberger

Der bedeutende Humanist und Begründer der modernen bayerischen Geschichtsschreibung Johann Turmair - genannt Aventinus, der "Abensberger" - wurde hier im Jahr 1477 geboren. Abensberg war der rechte Ort für einen Historiker, sich Mut zur Geschichte anzuschreiben, bevor es ihm den Atem verschlägt.
1533 wurde seine Baierische Chronik herausgegeben, das erste große deutschsprachige, volkstümliche Geschichtsbuch.
Durch Aufnahme in die Ruhmeshalle in München und in die Walhalla bei Regensburg erfuhr er späte Anerkennung.


Stadtteile/ Eingemeindung

Arnhofen (Kirchdorf), Allersdorf (Weiler), Aumühle (Einöde), Aunkofen (Kirchdorf), Badhaus (Dorf), Baiern (Dorf), Buchhof (Einöde), Gaden (Dorf), Gilla (Einöde), Holzharlanden (Kirchdorf), See (Dorf), Kleedorf (Dorf), Lehen (Einöde), Mitterhörlbach (Weiler), Oberhörlbach (Dorf), Offenstetten - Pfarrdorf mit Wasserschloss, Pullach (Pfarrdorf), Sandharlanden (Pfarrdorf), Schillhof (Einöde), Schwaighausen (Dorf), Unterhörlbach