Bochum - Blume im Revier lt. Grönemeyer

kreisfreie Stadt mit 393.324 EW (2003) auf 145,4 km², 103 m ü. NN, gelegen auf einem flachhügeligen Landrücken zwischen den Flüssen Ruhr und Emscher in der Region Mittleres Ruhrgebiet.

Um das Jahr 1000 vermutlich (?) bereits als Siedlung existent,
1041 wurde Bochum erstmals urkundlich erwähnt als "Cofbuokheim“.
1321 wurden die Stadtrechte durch Graf Engelbert II. von der Mark verliehen, Bochum blieb lnoch ange ein wenig bedeutendes Ackerbaustädtchen.
Bis 1806 zur preußischen Grafschaft Mark gehörig, dann bis 1813 zum Ruhrdepartement des Großherzogtums Berg, anschließend vorübergehend zum preußischen Zivilgouvernement zwischen Rhein und Weser. 1815 kommt die Stadt endgültig zu Preußens Provinz Westfalen

Industriegeschichte:

Zwar wurde anscheinend schon im 14./15. Jh. Kohle abgebaut wurde, doch kam die Industriealisierung erst Mitte 19. Jh. in Schwung, als auch untertage Kohle abgebaut wurde. Hinzu kam bald auch der Eisenbahnanschluss - 1860 an die Bergisch-Märkische, 1874 an die Rheinische Bahn;
1842 wurde hier erfolgreich Stahl in Formen gegossen. Die letzte Bochumer Zeche Hannover wurde 1973 stillgelegt.
Zum Symbol für den Strukturwandel im Ruhrgebiet wurde 1962 die Errichtung des Opelwerkes auf ehemaligem Zechengelände von Laer und Langendreer.

Die Ruhr-Universität (1965) ist eine der größten Universitäten Deutschlands. Außerdem gibt es hier noch fünf Hochschulen. Besonders bedeutsam der Erhalt von Produktionsstandorten, denn allein Dienstleistungen im Grünen lassen den Schmortopf überkochen.

Bochum wurde 1904 Großstadt durch Eingemeindung seiner Nachbarn Grumme, Hamme, Hofstede und Wiemelhausen. Mit weiteren Eingemeindungen 1926 (Altenbochum, Bergen, Hordel, Riemke, Weitmar, Teile von Eppendorf, Höntrop und Westenfeld) und 1929 (Gerthe, Harpen, Hiltrop, Laer, Langendreer, Linden-Dahlhausen, Querenburg, Stiepel, Werne) gab es keinen Kreis Bochum mehr. 1975 folgte die Vereinigung mit der seit 1926 (Eingemeindung von Munscheid, Eppendorf, Günnigfeld, Höntrop, Westfälisch Leithe, Sevinghausen, Westenfeld und etwas Königssteele) kreisfreien Stadt Wattenscheid zur neuen "Stadt Bochum".

sehenswerte Innenstadt:
Bochum, Bismarkturm © Alexander Tarasov

Was macht den Bochumer Charme aus, der nach wuchernder Industrie, schwerer Zerstörung im 2. Weltkrieg, Kohlekrise sich anders entwickeln musste? Das Neue Rathaus und mehrfach auf- und umgebaute Kirchen verschiedenster Konfessionen allein wohl nicht.

Vom Bismarckturm aus sieht man zwar viel, erkennen aber wird man vor und im Objekt.


[R] Rathaus (1926/31), gehalten in schlichter Eleganz, die ihren Preis nicht verrät. Hier berühren sich harter Granit mit feinem Muschelkalk, im Inneren sorgten Marmor, Bronze und dunkle Holztäfelungen für Erhabenheit. Ein schöner Innenhof, der die Dienstwege nicht unbedingt verkürzt und mit den goldigen Putten am Brunnen flehen will um mehr Schwein als Verstand, um Potenz durch Äpfel statt Viagra, um rein positives Denken und um gnadenlose Hummeln im Kopf, die wie Seifenblasen zerplatzen. Weniger allegorisch das erste aus Gussstahl hergestellte Glockenspiel der Welt aus 28 Glocken. Eher sehens- als hörenswert ist die Glocke vor dem Rathaus, die 1867 als größte von vier Glocken eine Attraktion auf der Weltausstellung in Paris war. Krupp übereignete 1979 die 15.000 kg schwere Glocke der Stadt. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt. Eine Friedensglocke?
Bochum Innenstadt
[B] Bahnhof
[1] Christuskirche
[2] Sankt Joseph
[3] Klosterkirche
[4] Bergbaumuseum

[5] Museum, Stadt-, Tierpark
[6] Planetarium
[7] St. Peter u. Paul, 16. Jh.
[8] Pauluskirche


Kuhhirten-Denkmal - ganz unorthodox, zwischen [7] und [8]:
Dieses Kopie des volkstümliche Denkmal zeigt Fritz Kortebusch mit seinem Hund. Er war der letzte Kuhhirte von Bochum. Die Originalfigur von 1908 wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. Was aus Fritz wurde? Und was aus ihm heute würde?

erbaulich

Wasserburg Haus Kemnade:
17. Jh. an der Ruhr erbaut, mit Sammlung von mehr als 500 Musikinstrumenten, Spieluhren, Ostasiatika-Sammlung. Östlich der Burg ein Fachwerkhaus mit Bauernhausmuseum bäuerlicher Kultur des 16./18. Jh.. Zusammen mit dem Kemnader Stausee an der Ruhr eine erholsam heiße Ecke.

Jahrhunderthalle:
Sie wurde als Ausstellungshalle des Bochumer Vereins für die Düsseldorfer Gewerbeausstellung 1902 gebaut und anschließend als Gebläsemaschinenhalle für die Hochöfen des Bochumer Vereins wiederverwendet. Sie wurde mehrfach erweitert, der Name Jh.halle wird heute für das gesamte Bauwerk verwendet, das eine Fläche von 8900 m² bedeckt. Die Stahlkonstruktion des Bauteils von 1902 ist besonders bemerkenswert, da sie nicht ausschließlich nach ingenieurtechnischen Gesichtspunkten entworfen wurde, sondern eher nach ästhetischen überlegungen. Nach ihrer Sanierung wird die Halle nun für die verschiedensten Veranstaltungen genutzt, zum Beispiel für die Ruhr-Triennale. Mittlerweile ist sie das Zentrum des neuen Westparks, mit dem dieses innenstadtnahe ehemalige Industrieareal erschlossen wird.

Ruhrstadion an der Castorper Straße. Das Stadion des VfL Bochum wurde 1979 mit einem Spiel gegen SG Wattenscheid 09 eingeweiht. Es fasst 32.645 Zuschauer.

lehrreich: Uni Bochum FH Bochum, TFH Bochum

traditionell

• Gänsereiten in Wattenscheid: Rosenmontag
• Mai-Abend-Fest: letzter Samstag im April
• Ruhrgebiets-Amateurtheatertreffen: Anfang Juli.

Stadtteile/Eingemeindung

Bochum StadtteileAltenbochum
Dahlhausen Ehrenfeld Eppendorf Gerthe Grumme Günnigfeld Hamme Harpen Hiltrop Hofstede Höntrop Hordel Innenstadt Laer Langendreer Leithe Linden Querenburg Riemke Sevinghausen Stiepel Wattenscheid Weitmar Werne Westenfeld Wiemelhausen


Harpen

Ruhr-Park, war erstes Einkaufszentrum (1964) in Deutschland und- erstes deutsches Kaufhaus auf der grünen Wiese. Inzwischen fünffache Verkaufsfläche (etwa 126.000 m²) und damit auch noch größtes Einkaufszentrum in Deutschland.
Entsprechend einem Hinweis des Users M. hat Harpen hat noch mehr zu bieten:

"Dort gibt es eine alte Kirche, die dem Alter der Stiepeler Dorfkirche ähnlich ist. Die Vinzentiuskirche diente auch den Bergmann-Gottesdiensten und weist eine Menge Sehenwürdigkeiten auf."

Dahlhausen

Eisenbahnmuseum auf dem Gelände des ehemaligen Betriebswerks. Die Anlage von 1916/18 wurde Ende der 1960er Jahre unrentabel, dann teilweise zurückgebaut. Die Güterwagenausbesserung wurde 1982 eingestellt. Die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e.V. brachte Gelände und Technik ab 1968 schrittweise wieder in angemessen betriebsfähige museale Form.

Stiepel

Dorfkirche mit reichlich romanischer Wand- und Deckenmalerei (1150/1200) im Innenraum.

Musical Starlight Express
Planetarium im Stadtteil Sundern Castroper Straße. Die Sternwarte bietet freitags zwischen 19:30 und 21:30 die Möglichkeit zur Sternbeobachtung. http://www.planetarium-bochum.de/

Wattenscheid

890 wurde Wattenscheid erstmals urkundlich erwähnt als "Villa Uattanscethe". 1876 erhielt Wattenscheid die Stadtrechte verliehen. 1875 wurde Wattenscheid nach Bochum eingemeindet.