Dortmund: Kohle - Stahl - U - Borussia

Dortmunder U - Dortmund U Tower Unionbrauerei © picxhunter

größte kreisfreie Stadt Westfalens mit 587.272 EW (2004) auf 280,3 km² in 50 - 254 m ü.NN. im östlichen Ruhrgebiet, zwischen den Ausläufern des Ardeygebirges und des Sauerlandes und dem nördlich grenzende Münsterland. Obwohl mit 2 Flüssen - Ruhr und Emscher - im Stadtgebiet gut bedient, zudem nördlich noch die Lippe, wurde der Dortmund-Ems-Kanal zur wichtigsten Wasserader. Der alte Handelsweg (Hellweg) führt noch heute als wichtige Einkaufsmeile durch die City.

Dortmund ist wichtigster Verkehrsknoten im östlichen Ruhrgebiet, eine Industriestadt im Wandel von Schwerindustrie zu Dienstleistungen und Forschung

Erste Besiedlung auf dem Stadtgebiet wurde mit Ausgrabungen eines jungsteinzeitlichen Dorfes zwischen OT Oespel und Marten sowie frühmittelalterlichen Gräber in Wickede und Asseln belegt. In fränkischen Reichsannalen wurde 775 von der Eroberung der Syburg berichtet, einer wichtigen Fliehburg der Sachsen über dem Zusammenfluss von Ruhr und Lenne.

882 wurde Dortmund erstmals urkundlich erwähnt als "Throtmanni".
939 soll Kaiser Otto der Große in Dortmund geweilt haben.
983 wurde Dortmund königlicher Münzort, erhielt 990 Marktrechte durch Ottos III..
1152 war Kaiser Friedrich Barbarossa (Reichsversammlung), 1193 König Heinrich VI. (Gründung Katharinenklosters) hier.
1220 Freie Reichsstadt, Entwicklung zu einem Handelszentrum, ab 13. Jh. Hansestadt
1232 zerstört ein Stadtbrand einen Großteil der Stadt. Nach dem Wiederaufbau bestätigt Kaiser Friedrich II. 1236 die städtischen Privilegien.
1253 Städtebündnis zwischen Münster, Dortmund, Soest und Lippstadt gegen die Willkür der Landesherrn (Werner Bund).
ganz wichtig: Brauprivilegien 1296 durch König Adolf.

1350 läutete die Pest das Mittelalter richtig ein. Judenvertreibung, die Dortmunder Fehde 1388/89 mit Angriffen und Belagerung durch Truppen des Kölner Erzbischofs, der Märkischen Grafen und 20 anderer Städte, Dreißigjähriger Krieg mit Bürgerschwund und Machverlust - 1793 hat Dortmund gerade mal 4.500 EW, 1803 schließlich Exklave des Fürstentums Oranien-Nassau, 1806 Teil des französischen Großherzogtum Berg, 1815 Kreisstadt und 1875 kreisfreie Stadt des Regierungsbezirks Arnsberg in der preußischen Provinz Westfalen.

Kohle = Geld

Mitte 19. Jh. begann mit der Kohlenförderung und Stahlverarbeitung der Wandel zur Industriestadt. Mit der Eröffnung der Köln-Mindener Eisenbahn (1847) und später (1899) Einweihung des Dortmund-Ems-Kanals mit Hafen durch Kaiser Wilhelm II. wurde Dortmund zugleich wichtiger Verkehrsknoten. Das brachte stürmisches Wachsum zur Großstadt (1895) mit mehr als 100.000 EW. Die üblichen Eingemeindungen ab 1905 brachten zusätzlichen Zuwachs.

1938 wurde noch vor der Reichspogromnacht die Dortmunder Synagoge abgerissen. Der Zweite Weltkriegs hinterließ 98% der innerstädischen Besiedlungsfläche als Trümmerfeld. Danach wurde erwogen, die Innenstadt nicht wieder aufzubauen.
Doch der Wiederaufbau kam schnell voran.
1945 auf 340.000 EW geschrumpft, zählte die Stadt bald 500.000 EW (1950). Während verwegene Städteplaner schon die Millionenmetropole planten, suchten erste Wohlstandsbürger nach dem Speckgürtel der Stadt. Mit 650.745 EW wurde (1961) ein Höchststand erreicht. Seitdem ist die EWzahl undramatisch rückläufig. Besser als ein Kollaps.

sehenswerte Innenstadt:

Der Westenhellweg ist die hochfrequentierte Einkaufsmeile der City. Im bunten Mix der Kaufhäuser und Einzelhandelsgeschäften trifft an auch auf die jugendstil-schmucke Krüger-Passage, der ältesten erhaltenen Passage Dortmunds.

[A] Alter Markt, im 12. Jh. bereits nachweisbar, noch heute beliebter Treff mit Bläserbrunnen (1901), vielen Straßencafés, Restaurants und Biergärten rundum. Das Alte Rathaus wurde im 2. Weltkrieg zerstört

[B] Bahnhof
[H] Hansaplatz
[F] Friedensplatz
[S] Stadthaus (1899, Neurenaissance, Entwurf Friedrich Kullrich). Die benachbarte Berswordt-Halle, von Architekt Dieter Kälberer entworfen, wurde 2002 eröffnet als Anlaufstelle für Bürgerdienste.

Dortmund Innenstadt [1] Reinoldikirche, Ostenhellweg 2, Hallenk. (14./15. Jh.)
[2] Marienkirche, Kleppingstr. 5, (1170/1200), ursrünglich zweitürmig, dreischiffig dreijochige Gewölbebasilika
[3] Adlerturm, Museum Stadtbefestigung, Stadtentwicklung
[4] Theater

[5] Propsteikirche am Propsteihof, Hallenkirche (14./15. Jh.)
[6] Stadtkirche St. Petri am Petrikirchhof, gotische Hallenkirche (14. Jh.), im 2. Weltkrieg stark zerstört
[7] Bibliothek
[8] Museum am Ostwall


weiterhin:
- Altes Hafenamt - einst Umschlagplatz für Kohle und Stahl am Dortmund-Ems-Kanal
- RWE Tower
- Dortmunder U - das moderne Wahrzeichen
- Haus Wenge, Alekestr. 4, ehem. Adelshaus im gotischen Stil
- Haus Wischlingen
- Haus Schulte-Witten

- Ruine Hohensyburg
- Torhaus Rombergpark, Rittergut Haus Sölde, Gut Niederhofen, Schloss Westhusen...

Dortmund Lanstroper Ei © Rainer Schmittchen

Lanstroper Ei


- Wasserschloss Haus Dellwig
- Wasserschloss Bodelschwingh, Schlossstr. 101 (13. Jh.), Park, Wirtschaftshof, nicht öffentl.

Dortmund Wasserschloss Haus Rodenberg © europhotos

Wasserschloss Haus Rodenberg , ehemaliger Adelssitz in Aplerbeck, Rodenbergstr. 66 (im Bild)


ruhig

- Westfalenpark mit Fernsehturm Florian
- Stadtgarten mit Bierkutscher (1980, Bronze, A.Schulze-Engels), Gauklerbrunnen (E. Linke)

lehrreich: Uni Dortmund, FH Dortmund, ISM Dortmund

Stadtteile/Eingemeindung
Dortmund Stadtteile

Aplerbeck, Mark Asseln, Barop, Benninghofen Berghofen Bittermark Bodelschwingh Bövinghausen Brackel Brechten Brünninghausen Buchholz Derne Deusen Dorstfeld Eichlinghofen Ellinghausen Eving Grevel Groppenbruch Großholthausen Hacheney Höchsten Holthausen Holzen Hombruch Hörde Hostedde Huckarde Husen Kirchderne Kirchhörde Kirchlinde Kleinholthausen Kley Körne Kruckel Kurl Lanstrop Lichtendorf Lindenhorst Löttringhausen Lücklemberg Lütgendortmund Marten Mengede Menglinghausen Nette Neuasseln Oespel Oestrich Persebeck Rahm Renninghausen Salingen Schanze Scharnhost Schnee Schönau Schüren Schwieringhausen Sölde Sölderholz Somborn Syburg Wambel Wellinghofen Westerfilde Westrich Wichlinghofen Wickede Wischlingen

Bövinghausen

Westfälisches Industriemuseum; Kernstück die einstige Musterzeche Zollern II/IV mit Industriearchitektur im Jugendstil

Hörde

1929 eingemeindete Stadt, stillgelegte und denkmalgeschützte Hochofenanlage, Hörder Burg