Der Wittekindskreis

liegt eingebettet zwischen dem Wiehengebirge im Norden, dem Weserbergland im Osten und dem Teutoburger Wald im Süden und zahlreichen gut verstreuten Wasserschlössern.
Die freiheitliebenden sächsischen Stämme der Westfalen, Ostfalen und Engern, geführt durch Sachsenherzog Wittekind, mussten sich nach drei erbitterten Kriegen in den Jahren 772 bis 804 dem Franken Karl dem Großen beugen.
Die Erinnerung an Wittekind wird unter anderem durch das Wappen des Kreises Herford wachgehalten. Es zeigt das schwarze, springende Ross, das Wittekind vor seiner Taufe geritten haben soll. Der Legende nach schenkte ihm Karl der Große nach seiner Taufe ein weißes Pferd - nobel? demütigend? Wie erzwang man die Taufe? Das Wappentier von Westfalen ist ein weißes Pferd.
Zentrum der europäischen Küchenmöbelindustrie, traditioneller Maschinenbau und Metallwarenherstellung im leistungsstarken Branchenmix.

Hiddenhausen

Gemeinde 21.071 EW (2001) auf 23,87 km²
Eine nachhaltige Besiedlung bzw. Kolonisierung erfolgte erst nach Ende des Sachsenkrieges (um 800).
Die Ortsteile bildeten sich aus kleineren Bauernschaften, die dann zu normalen Dörfern entwickelt wurden. Eine erste Kirche dürfte Anfang 10. Jh. in Hiddenhausen gegründet worden seinn. Grundherr in jener Zeit war das älteste Damenstift auf sächsischem Boden, die Reichsabtei Herford. Schutzherren waren zunächst die Edelherren von Köln.
Um 1415 wurde für die Grafen von Ravensberg die Burg Bustedt errichtet. Im Ergebnis einer Fete musste der dann auf die Wehrburg bei Spenge weichen. Um 1556 war die Landeshoheit der Grafen von Ravensberg soweit gefestigt, dass alle Ortsteile zur Grafschaft gehörten.
1614 erbten die Kurfürsten von Brandenburg diese Grafschaft. Durch Förderung des Anbaus von Flachs und seiner Verarbeitung zu Garn und Leinen, Zuteilung gemeinsam benutzbarer Wald- und Heideflächen an die Bauernschaften kam Bewgung in die Wirtschaft und in die Landschaft: Der Wald wurde zurückgedrängt, es bildeten sich Streusiedlungen.
Um 1860 zug es Zigarrenfabrikanten aus Enger und Bünde mit Filialbetriebe nach Hiddenhausen. Um 1925 hatte Hiddenhausen "mehr" Zigarrenfabrikäntchen als Einwohner. Die neuen Industrien brachten Gewinne und Lohnende Arbeit, lockten neue Arbeitskräfte herbei: 1878 entstand die Brauerei Felsenkeller, 1894 das Margarinewerk Meyer-Lippinghausen, einige Möbelfabriken entstanden. Der Bahnanschluss verstärkte diesen Trend. Zwischen 1818 und 1978 wuchs die Zahl der EW auf das Neunfache. Die Siedlungsbebauung verdichtete sich, die Verstädterung setzte ein.
neues Zentrum: mit entsprechenden Einrichtungen wurde nach der Gebietsreform im Ortsteil Lippinghausen geschaffen, auch ein neues Rathaus (1974).
interessant:
Wasserburg Gut Bustedt in Hiddenhausen mit Biologiezentrum
zugehörige Ortschaften:
Die Gemeinde wurde 1968 aus Lippinghausen, Eilshausen, Schweicheln-Bermbeck, Hiddenhausen, Oetinghausen und Sundern gebildet.

Kirchlengern

Gemeinde mit 16.335 EW (2001) beiderseits der Else;
archäologische Fundstätten aus der Römerzeit; kleindörflicher Siedlungen der Sachsen vor Einfall der Franken um 800;
1147 erste urkundliche Erwähnung - vermutlich hat der Bischof von Osnabrück das Monasterium zu Quernheim als Augustiner-Nonnenkloster gegründet, von der Familie von Quernheim vermutlich fundiert. Die Stiftskirche (12. Jh., Basilika), mehrfach umgebaut, hatte aber bereits einen Vorgängerbau. Im frühen 17. Jh. folgte die Umwandlung in ein freiweltliches Damenstift. 1815 fielen die Besitzungen an den preußischen Staat, wurden schließlich Rittergut.
Gutsbesitzer und Ortsbürgermeister Wilhelm Bacmeister parzellierte den ehemaligen Stiftsbesitz und verkaufte seit 1860 an Privat. So entstand durch Neusiedler seit 1860 die Gemeinde Stift Quernheim mit kleinen Wohnhäusern und bäuerlichen Kleinbesitz.
Die heutigen Ortsteile Häver, Kirchlengern und Quernheim werden in der ältesten Herforder Heberolle um 1150, Südlengern 1151 und Rehmerloh am Ende 12. Jh. erwähnt.
Im Zeitraum 1847 - 1850 wird aus wirtschaftlicher Notlage eine Tugend gemacht und die Chaussee von Herford über Kirchlengern nach Lübbecke ausgebaut. Auch der Eisenbahnbau der Strecke Löhne-Osnabrück im Jahre 1855 verschaffte notwendige Arbeitsmöglichkeiten.
erbaulich:
Wasserschloss Oberbehme

Rödinghausen

Gemeinde 10.214 EW (2001), seit 1980 staatlich anerkannter Luftkurort, seit 1969 aus fünf Ortschaften bestehend, die zuvor selbständige Gemeinden waren, und zwar
Bieren:
1350 erstmalig erwähnt, nach "beara", Wald mit fruchttragenden Bäumen, liebevoll gepflegtes ländliches Outfit mit dem denkmalgeschützten Wasserschloss Rittergut Böckel als Hohelicht.
Bruchmühlen:
Der Name Bruchmühlen stammt von dem jenseits der Grenze zu Niedersachsen gelegenen Gut Bruchmühlen. Der Süden mit Autobahn- und Eisenbahnanschluss ist gewerblich-industriell geprägt.
Westkilver:
Noch sehr ländlich geprägtes Bauerndorf, nach dem im Jahr 851 erstmalig erwähnten Herrensitz Haus Kilver abgeleitet.
Ostkilver:
östlich und südlich von Haus Kilver. Der Süden ist stark durch Industrie und Gewerbe geprägt. Das Gelände einer ehemaligen britischen Kaserne ist 1997 in Gewerbegebiet umgewandelt worden.
Rödinghausen:
Gemeindezentrum und Zentrum des Kurgebietes mit Rathaus, Bartholomäuskirche (9. Jh.), mit Kurpark und Haus des Gastes
Schwenningdorf:
Sportstätten, Schule, Gymnasium, Gewerbegebiet am Bahnhof mit mehreren Küchenmöbelhersteller

Städte und Gemeinden im Kreis
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