Oberhausen an der sauberen Ruhr

Oberhausens Centro Einkausfszentrum

foto © Richard / pixelio.de - Centro Einkausfszentrum

Großstadt mit etwa 220.300 EW (2004) auf 7.703 ha, deren Geschichte anscheinend vernehmlich aus Rathausgeschichten besteht.

In Oberhausen gibt es noch heute drei Rathäuser. Dies ist auf das preußische Gesetz über die Neuregelung der Gemeindegrenzen im rheinisch-westfälischen Industriegebiet zurückzuführen, denn mit Inkrafttreten dieses Gesetzes im Juli 1929 erfolgte der Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Städte Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld. Die Einflüsterung zu gerade diesem Zusammenschluss erfolgte aus Oberhausen (OB Havenstein) im Einklang mit starken Verbündeten der Industrie. Das Städte-Trio wurde bereits "zusammen gehalten" durch die damals noch ungeteilte Gutehoffnungshütte (GHH) mit den Hüttenbetrieben und der Hauptverwaltung in Oberhausen, der Weiterverarbeitung in Sterkrade und dem Bergbau in Osterfeld und zudem durch das von den Stadtwerke Oberhausen erschlossene Straßennetz. Es entstand Groß-Oberhausen als neue Stadt mit fast 194.000 EW und einem nagelneuen Rathaus, das nicht mehr im Zentrum stand.

Oberhausen

Mit der Gründung der St. Antony-Hütte 1758 durch einen geistlichen Herrn (!) wurde Oberhausen zur Wiege der Ruhrindustrie. Die nach dem Schloss Oberhausen benannte Gemeinde entstand aus dem Zusammenschluss mehrerer Gemeindeteile, nachdem 1861 Wilhelm I. König von Preußen verfügte, aus einem Gebiet mit 6.000 Menschen und zig Gemeinden eine neue große Gemeinde zu bilden. Die so gebildete Gemeinde Oberhausen an der Ruhr erhielt bald Stadtrechte (1874) und wurde 1901 selbständiger Stadtkreis (bisher Kreis Mülheim).
Durch die Eingemeindung von Styrum, Teilen von Frintrop, Borbeck(1910), später Dellwig (1915) und dann Alstaden sowie Teilen von Dümpten (1929) und sowie von Oberhausen zählte die Stadt Ende Juli 1929 fast 111.000 EW.
Noch um 1960 lieferte Oberhausen zehn Prozent des deutschen Eisens und Stahls, war eines der wichtigsten Zentren der Montanindustrie. 1979 war es vorbei damit. Den Strukturwandel vom Industriestandort zum Dienstleistungszentrum hat Oberhausen entsprechend offizieller Verlautbarung "vorzüglich" bewältigt.

sehenswerte Neue Mitte

[R] Rathaus Oberhausen (1927/28, Planung: Ludwig Freitag), recht expressiver Expressionismuss, modernes Baukunstdenkmal aus hellem Naturstein und dunklem Klinker an der Schwartzstraße. Im angrenzenden Grillopark wurde im Kontext zur Umgebung diese Achitektur spannungsvoll leichtfertig weiter geführt.

[F] Friedensplatz, Amtsger.
[M] Marktstraße
[M] Marktstraße
[m] Rheinisches Industriemuseum

Oberhausen, Stadtplan Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt

[T] Theater Ebertstraße
[1] Bert-Brecht-Haus
[2] Herz-Jesu-Kirche
[3] Neuapostolische Kirche
[4] Stadtbad
[5] Luise-Albertz-Halle
[6] Gasometer


Hauptbahnhof Oberhausen - Das Empfangsgebäude der alten Eingangshalle in funktional-sachlicher Architektur der späten 1920er Jahre wurde denkmalgerecht wieder hergestellt. Zugleich wurden die Geschäfte sowie die Einrichtungen der Deutschen Bahn AG modernen Ansprüchen entsprechend umgestaltet. Bedeutet: Automaten unterhalten sich mit Aliens über fiktive Strecken, Wegableitungen nach der Zeit, Exponentialfunktionen der Preise und Transparenz verschwiegener Vergünstigungen.

[6] Gasometer: heutiges Wahrzeichen der Stadt an der "Neue Mitte", Kulturzentren mit Ausstellung zum Wandel des Ruhrgebiets.
Auf dem Gelände des ehemaligen Hütten- und Walzwerkes der Firma Thyssen wurde 1996 der gigantische Einkaufs- und Erlebnispark CentrO eröffnet
Werksgasthaus/TZU: 1913 erbaut, angebaut das moderne Technologiezentrum Umweltschutz.

Peter-Behrens-Lagerhaus - ehemaliges Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte, 1925 nach einem Entwurf des Architekten Peter Behrens fertiggestellt, 1989 zum Industriedenkmal erklärt und als passender Rahmen für ein Industriemuseum erkannt, seit 1993 im Besitz des Landschaftsverbandes Rheinland, der hier im August 1998 das zentrale Depot für sein Rheinisches Industriemuseum eröffnet hat. Das Spektrum reicht von Arbeitsschutzkleidung über Dampfmaschinen bis zu Modellen von Industrieanlagen, Möbeln, Bandwebstühlen, Druckmaschinen, Stoffmustern, Laboreinrichtungen und Zinkengeln (?).
Im rückwärtigen Bereich öffnet sich das Gebäude jetzt den Projekten der Neuen Mitte Oberhausen wie Arena, Gasometer und CentrO.

Schloss Oberhausen am Rhein-Herne-Kanal bzw. an der BAB 42, recht sachlich wirkende klassizistische Dreiflügelanlage (1814/18), nach den Plänen des Architekten August Reinking für Maximilian Graf von Westerholt-Gysenberg erbaut, 1912 von der Stadt erworben. Der Wiederaufbau nach Kriegszerstörung erfolgte unter Verwendung von Elementen der zeitgenössischen Architektur von 1958, markant im Treppenhaus zu sehen. Der Umbau wurde 1998 abgeschlossenen - Museum mit Biergarten.

Burg Vondern Arminstraße 46, ein bedeutender spätgotischer Profanbau, teilweise noch von Wassergraben umgeben. Vermutlich stand hier schon vor mehr als tausend Jahren eine Zufluchtstätte mit Wall und Palisadenzaun. Die Baugeschichte, beginnend wohl ab 13. Jh., ist wechselvoll und noch nicht vollends ergründet. Torgebäude (spätestens 16. Jh.) mit groben Schießscharten, auch spätgotische Zierformen in Gesimsen, Fenstern und Gewölben. Das barocke Haupthaus (17. Jh.) weist eine ältere Fassade als Rückwand auf.
Beinahe Ruine, wurden die historischen Teile gesichert und neu genutzt.

Kastell Holten - Kastellstraße 56; Aus 1307 ist notiert, dass Graf Engelbert von der Mark einen "neuen Bau" in Holten errichtet. Die Grafen von der Mark waren im Grenzstreit um den Ort Sieger geblieben gegen die Grafschaft Kleve. Sie bauten im 16. Jh. das Kastell und stationierten dort ihre Grenzwachen. Im Schutz des Kastells entwickelte sich eine Wohnsiedlung, die spätere Stadt Holte, die sich viel mittelalterlich Unberührtes bewahrte und von Wohnsiedung mit Fachwerk- und Backsteinhäusern umgeben ist.

St. Antony-Hütte - versteckt und malerisch am Rande von Oberhausen-Osterfeld gelegenes Fachwerkgebäude, einzig erhaltenen baulichen Zeugnis der St. Antony-Hütte, der ersten Eisenhütte im Ruhrgebiet, der Wiege der Ruhrindustrie. Seit 1758 wurde auf der St. Antony-Hütte nicht nur Roheisen erzeugt. In den Gießereien und FoRömereien entstanden auch Gusswaren für den täglichen Bedarf. Heute steht nur noch das 1758 errichtete Wohn- und Kontorgebäude. Das einstige Wohnhaus des Hüttenmeisters beherbergt heute wertvolles Archivgut der Gutehoffnungshütte (GHH).

museal

Rheinisches Industriemuseum Hansastraße 18, in der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg

ruhig geparkt
festlich
Stadtteile/Eingemeindung:
Oberhausen an der Ruhr, Stadtteile

Alsfeld, Alstaden (1910)
Bermensfeld, Borbeck (1910), Buschhausen
Dellwig (1915), Dümpten (1929)
Eisenheim Heide Holten Klosterhardt Königshardt Lirich Marienkirche Osterfeld Schlad Schmachtendorf
Schwarze Heide
Stadtmitte Sterkrade
Oberhausen Osterfeld Styrum (1910)
Tackenberg

Sterkrade

aus altem Siedlungskern entwickel, 1886 Bürgermeisterei durch königlichen Erlaß aus den Gemeinden Sterkrade, Holten (Stadt!) und Buschhausen, 1913 Stadtrecht, 1929 nach Oberhausen eingemeindet
Als der Bergbau in Sterkrade Fuß gefaßt hatte, wirkte sich dies auch auf die drei Nachbargemeinden wirtschaftlich fördernd aus. Sterkrade beabsichtigte 1905 deren Eingemeindung, um die Stadtrechte zu erhalten. Das gelang dann 1913 - Sterkrade erhielt die Stadtrechte und wurde 1917 unabhängige unter Eingemeindung von Holten und einen Großteil von Hiesfeld Stadtkreis (bisher Landkreis Dinslaken). Ein weiterer Aufschwung zur Industrie-Großstadt mit klangvollem Namen wurde durch Zusammenlegung mit Oberhausen und Osterfeld im August 1929 zur "Gutehoffnungshüttestadt" Oberhausen unterbunden, wobei 51.087 Sterkrader zu Oberhausenern wurden.
Rathaus Sterkrade - (1888) an der Steinbrinkstraße, einem Renaissance-Schloss ähnliche, doch logisch "nur" stolze Neorenaissance mit reichlich verzierten Fassaden-Ornamentik und von Säulen getragenen Vorbau mit reichlicher Freitreppe, alles gründerzeitlicher Ausdruck machtbewußter Beständigkeit, die sich im 1902 angebauten Gebäudeteil nüchtern fortsetzt.

Osterfeld

aus altem Siedlungskern entwickelt; Seit 1811 gehörte Osterfeld der Bürgermeisterei Bottrop an. Mit industrieller Ausweitung und damit verbundener steigender Zahl der Einwohner erlangte die Gemeinde 1890 politische Eigenständigkeit. In Folge entwickelte sich mit den wirtschaftlichen und soziologischen Verhältnisse durch Industrialisierung das Siedlungsbild rasant in Richtung einer modernen Stadt, erhielt schließlich 1921 Stadtrechte verliehen und wurde 1922 selbständiger Stadtkreis (bis dahin Landkreis Recklinghausen). Osterfeld mit zuletzt 31.809 EW in das größere Oberhausen ein.
Rathaus Osterfeld - (1893) an der Bottroper Straße, im Stile der Renaissance historisierend Elemente des 16. und 17. Jh. entlehnt. Antikes Denken und modernes Wachstum sorgten für schnelle Erweiterung von 1900 bis 1904 durch Seitenflügel unter Verwendung gleicher Materialien und Schmuckformen.

Eisenheim

zwischen Osterfeld und Sterkrade; Arbeitersiedlung Eisenheim ist die älteste Siedlung aus der Zeit der Industrialisierung im Ruhrgebiet und eine der ältesten noch erhaltenen Siedlungen in Deutschland, ab 1846 in mehreren Bauphasen errichtet. Auf einem rund sieben Hektar großen Areal entstanden zweigeschossige und anderthalbgeschossige Doppelhäuser in verschiedenen Stilformen. Als Eisenheim 1968 abgerissen werden sollte, gründete sich eine Bürgerinitiative, um die 39 Häuser dieser denkmalwürdigen Siedlung zu erhalten. Der unermüdliche Kampf, mit dem die Eisenheimer die Häuser ihrer historisch gewachsenen Siedlung verteidigten, führte schließlich zur Rettung von Eisenheim. 1991 wurde Eisenheim dann endgültig unter Denkmalschutz gestellt. Im Waschhaus der Siedlung in der Berliner Straße 10a dokumentiert eine Ausstellung des Rheinischen Landesmuseums die Geschichte der Siedlung. Öffnungszeiten abfragen.