Kaiserslautern - Barbarossastadt am Betze

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kreisfreien Stadt mit rund 99.100 EW (2004) auf 139,72 km² in 245 m ü. NN., dank der rund 48.000 US-Amerikaner (2005) noch als Großstadt (seit 1969) zu werten, jedenfalls eine Industrie- und Universitätsstadt mitten im Pfälzerwald.


Bekannt wurde Kaiserslautern durch den Kaiser, die Lauter und den 1. FC Kaiserslautern und dessen Urgestein Fritz Walter.

Kaiserslautern liegt an der Lauter, auch wenn sie nicht zu sehen ist. Und in einem Becken auf Rotsandstein am Westrand der Haardt (östlicher Pfälzerwaldes), umrahmt im Süden und Osten von bewaldeten Höhen (Humberg, Kahlenberg) und im Norden vom Rothenberg. Westlich zieht sich die Stadt an die Westpfälzische Moorniederung.

Die Besiedlung des Raum ist ab etwa 6./5. Jahrtausend v.d.Z. gesichert. Auch Römer hausten hier. Überliefert ist eine Frau Lutrina aus Trier, die zur Zeit der großen Christenverfolgungen in die Wildnis floh und sich dort einrichtete. Den Wohnort nannte sie Latrine oder Lutrea oder ähnlich. Logisch, auch das Flüsschen wurde so genannt.
Urkundlich nachweisbar ist mit 830 eine "villa Luthra" im Lorscher Reichsurbar. 1152 ließ Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, hier eine Pfalz errichten, nachdem ihm die Hechte nur so in die Pfanne hüpften. Gestärkt und mutig schmiedete er hier große Pläne, bereitete seine Römerzüge vor.

1276 verlieh König Rudolf von Habsburg die Stadtrechte.
1322 tauchte erstmals in einer Urkunde der Name Kayserslutern auf, eine späte Homage an Barbarossa, den es als echten Deutschen gewaltig in den Süden zog. Dafür revanchierten sich die verschiedensten Südländer mit unangenehmen Gegenbesuchen.

1375 wurde Kayserslautern an die Kurpfalz verpfändet und damit kurpfälzische Oberamtsstadt. Nach 1571 ließ der "Jäger aus Kurpfalz" Johann Casimir neben der Barbarossaburg ein Schloss bauen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt mehrfach verlustreich besetzt. 1688 wurde die Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg und danach im Spanischen Erbfolgekrieg 1703 erneut durch die Franzosen besetzt. Schloss und Burg wurden gesprengt. Nach den Napoleonischen Kriegen wurde Kaiserslautern 1801 französisch. Nach den Befreiungskriegen wurden 1816 die Pfalz und damit auch Kaiserslautern bayerisch. 1849 residierte in der Fruchthalle eine provisorische Regierung und proklamierte die Unabhängigkeit der Pfalz von Rheinland-Pfalz.

Ab 1850 entwickelte sich Kaiserslautern zum bedeutendsten Industriestandort der Pfalz. 1857 wurde die Kammgarnspinnerei (Museum) gegründet, 1862 die Nähmaschinenfabrik Pfaff.
Nach dem Ersten Weltkrieg stand die Stadt bis 1930 unter französischer Verwaltung.
Mit mehreren Großangriffen 1944/45 wurde die Stadt weitgehend zerstört, im März 1945 durch die Amerikaner eingenommen und bald zur größten US-amerikanischen Garnison außerhalb der USA ausgebaut.

Die Nachkriegszeit ist durch verkehrsgerechten Wiederaufbau der Stadt und Zuzug Tausender Vertriebener geprägt. Der Aufbau neuer Industrie war durch Flächenmangel begrenzt. Zudem geriet mit den 1970er Jahren die Industrie in die Krise - Entlassungen bei Pfaff, 1981 Konkurs der Kammgarnspinnerei. Probleme entstanden mit Reduzierung der amerikanischen und Abzug der französischen Garnison. Und so weiter.

Heute sieht sich Kaiserslautern - immer noch? - auf dem Weg zu einer "Wissenschafts- und IT-Stadt".

sehenswerte Innenstadt

Nur ein einziges historisches Fachwerkhaus befindet sich noch in der Stadt, 1740 erbaut, mit einer urigen Wein- und Bierstube - wo genau?

[R] Neues Rathaus (1965?) - zweithöchstes (84m), 24geschossig, mit Dachterasse
Altes Rathaus (Barock), nahe Stiftkirche
[T] Pfalztheater im Stil der Postmoderne

Sehenswertes und Markantes in der Innenstadt von Kaiserslautern

[1] Barbarossaburg mit Casimirsaal; Hohenecker Burg;
[2] Fruchthalle (1843/46) im Stil florentinischer Renaissance
[3] St. Martins-K., Frühgotik
[4] Stiftskirche, bedeutende gotische Hallenkirche
{5] Zum Spinnrädl (1740), Schillerstr.1, einzig erhaltenes Fachwerkhaus der Stadt

[6] Kirche Jesu Christi
[7] Landgericht
[8] Pfalzgalerie (1875/80), Werke Einheimischer, M. Slevogt
[9] Theodor-Zink-Museum


weiterhin:

- Kulturzentrum Kammgarn, in der ehemaligen Kammgarn-Spinnerei beim Gartenschaugelände
- Kaiserbrunnen am Mainzer Tor (1987, Gernot Rumpf) nahe [9]
- Stadtpark mit Denkmalzone (Bürgerhäuser und Stadtvillen)
- Japanischer Garten Kaiserslautern, Gartenschau mit Dinosaurier-Ausstellung

- Wildpark am Betzenberg, Zoo in Siegelbach
- Grenzüberschreitendes Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen
- Wadgasserhof
- Freibad Waschmühle mit dem größten Wasserbecken Europas

aussichtsreich

- Humbergturm südlich der Stadt
- Der Pfalzgrafenweg führt ausschweifend in wenigen Minuten um die ganze Stadt

univers

1970 wurde die Uni Kaiserslautern gegründet.
FH Kaiserslautern

persönlich

Der Jäger aus Kurpfalz, Pfalzgraf Casimir, hat noch sein komplett möbliertes Wohnzimmer in Kaiserslautern.

festlich

Barbarossa-Woche: erstes Wochenende im September

Stadtteile/Eingemeindung
Kaiserslautern, Stadtteile

eingemeindet 1969:
Ortsbezirke - Einsiedlerhof, Morlautern, Erlenbach, Mölschbach, Dansenberg, Hohenecken, Siegelbach, Erfenbach