Haldensleben

Haldensleben

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Haldensleben ist eine Kreisstadt mit etwa 18.500 EW (2011), 20.000 (2003) auf rund 137 km² in 54 m ü.NN..

966 wurde Haldensleben erstmals urkundliche erwähnt.
Neben dem strategisch durch eine Burgfeste gesicherten Ort, verwaltet durch einen Burgwart, bildete sich bald eine Kaufmannssiedlung - Neuhaldensleben.
1150 erhielt Neuhaldensleben Marktrechte.

1181 wurde die Stadt in Regie des Erzbischofs Wichmann von Magdeburg lange belagert, dann nach Anstau der Ohre geflutet und schließlich zerstört. Ab 1215 gehörte Haldensleben schließlich zum Erzbistum Magdeburg.

Nach dem Wiederaufbau von Neuhaldensleben ab 1223 kam es 1277 zur Bildung eines Stadtrates. Die Marktrechte wurden allerdings offiziell erst 1526 wieder verliehen.
1228 erfolgte die Gründung Zisterzienserinnenkloster in Althaldensleben. Es wurde 1810 aufgehoben.

1636 erlagen über 2.000 EW der Pest
1661 vernichtete ein Großbrand 60 Häuser.

Seit 1680 war Neuhaldensleben als sogenannte Immediatstadt direkt dem brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg unterstellt.

Unter Napoleon wurde das westlich der Elbe gelegene Gebiet des Herzogtums Magdeburg dem Königreich Westphalen seines Bruders Jérôme zugeordnet, wobei Halberstadt der Sitz des Saale-Departements wurde. Die Gebäude wurden an Johann Gottlob Nathusius verkauft, der die Industrialisierung der Dörfer Althaldensleben und Hundisburg vorantrieb. Die Keramikindustrie und der Landmaschinenbau wurden begründet, und es wurde eine Zuckerfabrik, die zweite in Deutschland, die Zucker aus Runkelrüben erzeugte, errichtet. Nach dem Wiener Kongress ging Neuhaldensleben zurück an Preußen in die neu geschaffene Provinz Sachsen und wurde 1816 Kreisstadt.

1938, nach der Inbetriebnahme des Mittellandkanals, wurden Alt- und Neuhaldensleben zu Haldensleben zusammengelegt. In der Zeit des Nationalsozialismus beteiligten sich die Ärzte und Schwestern des Landeskrankenhauses an den nationalsozialistischen Krankenmorden, denen zwischen 1941 und 1945 41 Patienten zum Opfer fielen.
1950 erfolgten Stadterweiterungen durch Industriegebiete im Osten und Wohngebiete im Süden.

Die Stadt gewann 2005 Gold beim Wettbewerb Unsere Stadt blüht auf. 2006 und 2008 wurde Haldensleben zudem zur familienfreundlichsten Gemeinde in Sachsen-Anhalt und 2011 zur „Kommune des Jahres“ in Sachsen-Anhalt gewählt.

historische Altstadt
Merseburg, Stadtplan der Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt

[M] Marktplatz, nahezu quadratisch
[m] Museum, u.a. mit Teilnachlass der Brüder Grimm.

[R] Rathaus (1710), 1815/23 klassizistisch umgebaut. Gleich daneben das schöne Bürgerhaus, Fachwerk.

Der Roland vor dem Rathaus ist der einzige Berittene im deutschsprachigen Raum. Das Original 15.(?) Jh. befindet sich im Kreismuseum.

[1] Marienkirche, Spätgotik



[2] Kühnesches Haus (1592), EG massiv, 2 vorkragende Fachwerkgeschosse, Bretter und Eckpfosten reichhaltig mit Schnitzerei verziert
[3] Archiv

[4] Stendaler Turm bzw. Mühlenturm (um 1400), letzter erhaltener von einst vier Tortürmen der mittelalterlichen Stadtbefestigung, Pfannenwalmdach Anfang 20.Jh., Torbogen Reko 2008

[5] Ohrelandhalle
[6] Kulturfabrik, Bibliothek


weiterhin:
- Haldenslebener Forst mit dem größten zusammenhängenden Hünengräbergebiet in Nordeuropa, aus 49 Gräbern

DAufgang zur Hundisburg bei Haldenslebenie Hundisburg, 1544 als Kastell im Renaissancestil errichtete Grenzfeste des Erzbistums Magdeburg, ist seit 1452 Eigentum der Familie von Alvensleben. Im 30jährigen Krieg schwer geschädigt, wurde sie 1691 unter Johann Friedrich II. von Alvensleben (Braunschweiger Landesbaumeister Hermann Korb) zu einem der bedeutendsten Landschlösser Sachsen-Anhalts ausgebaut; Barockgarten, Landschaftspark, Gastronomie, Führungen.

Ein Zeugnis jüngerer Industriegeschichte in Hundisburg ist die alte Ziegelei, ein noch(?) produzierendes technisches Denkmal.


Stadtteile/Eingemeindung

Die Stadt vergrößerte sich durch die Eingemeindung von Wedringen (1991), Satuelle (1992), Uthmöden (1992) und Hundisburg (1994). 1992/93 wurde das Industriegebiet Haldensleben Ost fertiggestellt.