Merseburg - Stadt der Zaubersprüche

Merseburg, Schloss © Stefan Gräf

mit rund 42.000 EW (2005), 52.000 EW (1980) an der Saale.

830 erfolgte Merseburgs erste Erwähnung als "Mersiburg". Breits Heinrich I. hatte hier eine Pfalz angelegt, und sein Sohn Otto l. gründete in M. ein Bistum. Dom und Schloss überragen seitdem auf einem Buntsandsteinfelsen den Fluss.
In der Geschichte spielte Merseburg eine recht bedeutende Rolle. Bis ins 13. Jh. hinein fanden hier Reichstage statt. Der Stadt war dann jedoch keine außergewöhnliche Entwicklung beschieden. Seit dem Wiener Kongreß 1815 preußisch, war sie zwar Sitz der Regierung eines Regierungsbezirkes und der Verwaltung der gesamten Provinz Sachsen, blieb aber im Grunde recht unbedeutend.
Anfang des 20 Jh. kam eine tiefgreifende Industrialisierung durch den Braunkohletagebau im Geiseltal und durch die Gründung des Leuna- und des Bunawerkes. Merseburg wurde zu einer Arbeiterwohnstadt.

Das Bunawerk wuchs seit 1936 nördlich von Schkopau schlagartig zum Großbetrieb und machte Deutschland von den (rüstungswichtigen) Kautschukeinfuhren unabhängig. 1942 zählte der Betrieb bereits 14.000 Beschäftigte, ohne seinen geplanter Gesamtumfang zu erreichen. Nach dem zweiten Weltkrieg war die Beschäftigtenzahl noch auf rund 18.000 gestiegen und Buna wuchs zum weltgrößten Karbiderzeuger. Merseburg aber wurde deshalb zum Zentrum der Region entwickelt. Hier wurde auch die Alufolie für die DDR gewalzt, Papier und Zellstoff produziert.

historische Altstadt

Trotz der schweren Schäden des Zweiten Weltkrieges ist Merseburg noch reich an geschichtlichen Zeugnissen und hat eine schöne Altstadt.

Merseburg, Stadtplan der Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt

[A] Altes Rathaus: im wesentlichen ein Renaissancebau, auf dem Markt der Staupenbrunnen.
[1] Stadtpfarrkirche St. Maximi: dreischiffge Hallenkirche, 15. Jh., Türme neugotisch, Kreuzigungsgemälde, Schnitzaltar

[2] Domburg mit Bischofskirche. Vom ursprünglich romanischen Dom stammt nur noch der Grundriss aus dem 11. Jh.. 1515 erfogte ein Umbau zur dreischiffige Hallenkirche mit vier Türmen. Sie enthält zahlreiche kulturhistorische Kostbarkeiten. Berühmt ist das Domstiftsarchiv für seine mittelalterliche Handschriften, darunter die Merseburger Zaubersprüche:

"Ben zi bena, bluot zi bluoda, lid zi geliden, sose gelimida sin". Diese Merseburger Zaubersprüche gehören zu den ältesten deutschen Spruchdenkmälem und stammen wahrscheinlich aus dem 9. Jh. Ihre Wurzel ist rein heidnisch, eine germanische Beschwörung.

[3] Schloss: Spätgotik und Renaissance, mehrfach verändert und doch einheitlich wirkend, Prunkerker, Ostflügel mit Museum zur Vor-, Früh- und Stadtgeschichte, Sammlungen zur Geschichte des Feuerzeugs. Im Norden der Schlossgarten mit Schlossgartensalon (1727/38)
[4] Zechsches Palais, Stadtpalais: Renaissance von 1782
[5] Obere Wasserkunst

Stadtbefestigung zum Teil erhalten
Baulichkeiten des Klosters

weiter nördlich
Burgberg Altenburg: ehemaliger Siedlungskern der Stadt, heute nur Ruinen des Petersklosters und der Vitikirche.

event

Schlossfestspiele im Juni/Juli.

Stadtteile/Eingemeindung

Beuna (Geiseltal) und Geusa