Annaberg-Buchholz - Stadt nahe am Erzgebirgskamm

ortsgeschichtlich
1492 wurde nach Silbererzfunden am Schreckenberg die entstehende Siedlung benannt nach der Patronin der Bergleute Annaberg genannt.
1496 wurde die Stadt Annaberg gegründet und planmäßig angelegt, erhielt Mauern und Türme und bereits 1497 Stadtrechte. Innerhalb weniger Jahre wuchs Annaberg zu einer der größten deutschen Städte heran. Mit 8000 Einwohnern im Jahre 1509 übertraf es Leipzig, Dresden und Chemnitz.
Die Annaberger Münze prägte gewichtige silberne "Engelsgroschen" und "Schreckenberger". Die "Schreckenberger Bergordnung", eine Weiterentwicklung des alten Freiberger Bergrechts, ist die älteste gedruckte deutsche Bergordnung überhaupt (1499/1500). Eine erste Krise des Annaberger Bergbaus (1519/34) wurde durch Verbesserung der Technik überwunden. Das dazu benötigte Kapital stellten neben einheimischen Geldleuten vor allem Unternehmer aus Leipzig, Nürnberg und Augsburg zur Verfügung. Sie nahmen auch den Metallhandel in ihre Hände und erwarben z. T. beträchtliche Vermögen.
In der zweiten Hälfte des 16. Jh. ging die Ausbeute stark zurück,
und um 1600 lag der Bergbau still. Erst als man den Wert von Kobalt und Nickel
erkannt hatte, belebte er sich wieder etwas: im großen entfaltete er sich
noch einmal nach 1945 für kurze Zeit durch den Uranerzabbau.
Nach dem Niedergang des Bergbaus verlor Annaberg rasch seine ursprüngliche
Bedeutung, es breiteten sich die Spitzenklöppelei und die Bortenwirkerei
aus. Beide Gewerbe werden noch heute ausgeübt. Während sich das Spitzenklöppeln
zur Volkskunst entwickelte, wurde mit Posamenten der Weltmarkt belieferte.
Im 19. Jh. auch Kartonagenfabriken und ab Jahrhundertwende 2 Werke der Elektrotechnik
und der Metallindustrie.
sehenswerte Innenstadt
Annaberg ist wiederholt von schweren Stadtbränden heimgesucht worden.
[R] Rathaus (18. Jh.), Renaissance.
[M] Markt mit zwei ehemaligen Bergherrenhäusern:
der frühere Gasthof "Goldene Gans" mitspätgotischem Portal,
Zellengewölbe im Flur und interessantem Treppenhaus und
[1] Gasthaus Wilder Mann,spätgotisch (1500) mit reichem Zellengewölbe im Eingang und schöner Balkendecke in einem Gastraum.
[2]
St. Annen, monumentale dreischiffige Hallenkirche,spätgotisch 1499/1520
erbaut; wundervolles Netzgewölbe und prächtige Ausstattung:
F. Maidburg ist der Schöpfer von 100 Emporenreliefs, der Tür zur alten
Sakristei und der Kanzel. Auf Chr. Walther gehen die Plastiken des Münzer-
und Bäckeraltars zurück. Zu den bedeutendsten Kunstwerken der Kirche
gehören die "schöne Tür" (1512), der Taufstein und die
Holzplastik der Schutzmantel-Madonna, Schöpfungen Hans Wittens, des größten
Bildschnitzers und Bildhauers der Spätgotik in Sachsen.
Die meisten Altargemälde
schreibt man Meistern der Cranachschule zu und behauptet also schlicht und einfach:
Sie stammen von L.C. Am kreativsten ist wohl die Rückseite des Bergknappschaftsaltars
(1521), bemalt mit den ältesten Bergbaudarstellungen durch Hans Hesse, der
himmliches Epos gekonnt mit dem Alltäglichen verbindet.
[3] Erzgebirgemuseum: inspätgotischem Bürgerhaus, Sammlungen zum Bergbau im Mittelalter, zur Spitzenklöppelei und zur Volkskunst des Erzgebirges.
[4] Adam-Ries-Haus, Adam Ries 1492-1559, Rechenmeister und Bergbeamter, wirkte um 1525 in Annaberg und eben diesem Haus (Museum)
[5] Bergkirche St. Marien am Markt, dreischiffige Hallenkirche
[6] Stadtmauerring aus allerhand gneisenen Grubengestein. Naoch erkennbar blieb die relativ weite Dimension. Das Tunnhaus ist eine Gaststätte im ehemaligen Pestturm - verdammt ansteckend!
aussichtsreich
Pöhlberg, ein Basalt-Tafelberg (832 m), erhebt sich gegenüber dem Schreckenstein am östlichen Stadtgebiet - mit Aussichtsturm. Nicht von Preisschwankungen für Milchprodukte betroffen sind die Butterfässer am Berg.
traditionell
- Annaberger Kät: Volksfest am zweiten Wochenende nach Pfingsten.
- Große Bergparade der erzgebirgischen Bruderschaften: dritter Sonntag im Dezember.
Stadtteile/Eingemeindung
Siedlungen im nördlichen Annaberg: Barbara-Uthmann-, Adam Ries-, Pöhlberg- und Friedenssiedlung

Frohnau im Sehmatal, erstmals 1397 genannt;
Im 15./16.Jh. Getreide-, dann Ölmühle, von 1621 bis 1904 Kupfer- und Eisenhammer: Das historische Hammerwerk mit Hammerherrenhaus (Fachwerkbau) wurde Museum und Hammer Hansl unsterblich!
Cunersdorf, Geyersdorf