Jena - Industrie- und Universitätsstadt

mit 100.000 EW (2002), 70.000 EW (1939); 150m ü.NN. auf 114,29 km²;

Jena liegt reizvoll im mittleren Saaletal , das sich hier zu einem weiten Kessel öffnet, von beiden Seiten münden mehrere Nebentäler ein. Die Stadt liegt zu beiden Seiten der Saale auf flachen Buntsandsteinhängen, durch Schotter- und Felsterrassen unterbrochen und von den Muschelkalksteilhängen begrenzt. Die Hänge sind auf der rechten Talseite größtenteils kahl und für wärmeliebenden Pflanzen interessant.

Jena war ein wohl im 9. Jh. schon existentes, unbedeutendes Weinbauernstädtchen.
1182 wurde Jena erstmals urkundlich erwähnt.
1230 erhielt Jena das Stadtrecht. Die damals zweitrangiger Verkehrslage bremste jedoch den Zuwachs an Einwohnern. Das blieb so bis zur Gründung der Universität.

Jena zwischen Intershop und sanierter Kirche

Ein rascher Anstieg der Einwohnerzahl begann nach 1880 mit der Entwicklung des Zeisswerkes von einer kleinen feinmechanischen Atelier zu einem in der feinmechanisch-optischen Industrie einmaligen Werk.

Universität, 1551 gegründet. Schon kurz nach Mitte 17. Jh. hatte man den Anschluss zur wissenschaftlichen Spitze erreicht. Aber erst im 19. Jh. brachte sie Impulse, die Jena zum Standort eines weltberühmten feinmechanisch-optischen Betriebes werden ließen.
Jenaer Unitradition Zur Rosen

In dem noch vorhandenen Teil der Altstadt fallen eine Reihe alter Weinbauerngehöfte und Professorenhäuser mit langen Fassaden auf. Auch Schiller lehrte in Jena, wohnte allerdings in einem Gartenhaus.

Haus "Zur Rosen" 1406 erste urkundliche erwähnt, 1561 im Besitz der Weinbauern Rosenhain umgebaut zur "Schenkstatt", Renaissance-Fassade 1577, Bohlenstube, heute Universitäts-Gaststätte.


sehenswerte Innenstadt

Marktplatz von JenaDie 14 ha kleine Altstadt mit fast rechteckigem Grundriß wurde zu großen Teilen durch Bombardierung vernichtet.
uriges Rathaus zu Jena

[M] Marktplatz. Der Verlust der Gebäude auf der Westseite wurde durch geschickte Farbbalancen gemildert wird.
Ein Denkmal erinnert an Johann Friedrich den Großmütigen, Gründer der Universität.
[R] Rathaus, spätgotische Fassade, bescheidener Bau miteinem der ältesten Rathaustürme Deutschlands. Hier versucht der Schnapphans in eine goldene Kugel zu beißen.

[T] Theater, [B] Bahnhof Paradies
Jena Innenstadt

[1] Stadtkirche St. Michel (13.Jh.), spätgotische Hallenkirche
[2] Romantikerhaus, Unterm Markt 12a
Weinbauernhaus (1596), gefahrvoller Roter Turm (1439)

[3] Schillerhaus
[4] E.-Haeckel-Haus, Berggasse
[5] Volkshaus, Carl-Zeiß-Platz 15[6] Wehrturm (13.Jh), Geschützturm, Anatomieturm, Ruine
[7] Uni-Hochhaus (1972) "Keksrolle", Intersthop-Tower,...


Jena Stadtmauerrest

[8] Pulverturm, Goetheallee. Ein Stück Kalkstein-Mauerwerk mit Wehrgang der ehemaligen Stadtbefestigung verbindet ihn noch mit dem Johannisturm (Doppeltoranlage) in der Johannisstraße. Die Stadtmauer entstand um 1300, wurde im 15. Jh. spätgotisch modernisiert und ausgebaut.

Ein Rückbau der Stadtmauer erfolgte im 18. Jh.
Das Löbtertor wurde 1819, das Saaltor 1844 abgetragen.


[9] Johanniskirche, romanischer Kern
[10] Goethe-Gedenkstätte

[11] Zeiss-Planetarium (1926), optisches Museum mit historischer Zeiss-Werkstatt (1866) auf dem Gelände des Hauptwerkes (1908) von Zeiss Jena an der Schillerstraße.
Anstelle des abgebrochenen alten Schlosses wurde das neue Hauptgebäude der Friedrich-Schiller-Universität errichtet, das einem Schloss ähnelt.
An der Schlossgasse/Oberauengasse ist das Honigmannsche Haus, die Kneipengalerie Zur Noll und manch anderer Augenschmaus zu sehen.

nach 1945

...entwickelte sich in Jena eine bedeutende Pharmaindustrie.
im Zeiß-Werk wurde das Fertigungsprogramm erweitert aufgenommen: optisch-physikalische Meßgeräte, Mikroskope, astronomische Instrumente, Vermessungs- und Bildmeßgeräte, medizinische Geräte und Geräte der Hochvakuumtechnik, Geräte der Lasertechnik.

1955 bis 1965 wurden im Mühltal eine größere Anzahl von Wohnungen neu errichtet, dann der Wohnungsbau im Norden der Stadt konzentriert, wo zwei völlig neue Wohnviertel mit mehreren zehngeschossigen Wohnpunkthäusern entstanden. 1965 wurden im Süden der Stadt an der Einmündung des Rodatales in das Saaletal weitere Wohnungen gebaut. Hier entstand Neulobeda mit Plattenbauten für über 20.000 Einwohner.

naturell

Die Saaleaue ist wegen der Hochwassergefahr nicht bebaut worden. Im Stadtgebiet wurden hier Park- und Sportanlagen angelegt.
Ein Blick von den Jenaer Bergen, eigentlich nur Steinsplatten, die von Saale und ihren Zuflüssen verschont blieben, zeigt den Reiz dieser Landschaft. Leicht ist der Landgraf von der Stadt aus zu erreichen. Etwa 100m über der Stadt gewinnt man einen umfassenden Überblick. Steigt man vom Landgrafen in nordwestlicher Richtung aus dem Tal heraus, gelangt man auf jene Hochfläche, auf der 1806 das preußische Heer von Napoleons Truppen vernichtend geschlagen. Was man heute davon hat? Den Anblick einer flachwelligen Landschaft, in die sich die Saale und deren unscheinbaren Geschwister nimmersatt schon 200 m in die Tiefe gefressen haben!
Für das Landschaftsschutzgebiet Mittlere Saale sind die waldreichen Hänge und tiefen Taleinschnitte prägend.

aussichtsreich

Fuchsturm, Bergfried (Anfang 12. Jh., 22m hoch) auf dem Hausberg (392m ü.NN.)

event

Kulturarena am Rathausplatz- Konzerte, Theater, Kino Juli/August

persönlich
Stadtteile/Eingemeindung

Besonders attraktiv sind die Wohngebiete an den Talhängen, zum Beispiel in den Bereichen Kemberg, Tatzend, Friedensberg, Sonnenberge, Landgraf.

Jena, Stadtteile

Ammerbach Burgau Closewitz Cospeda Drackendorf Göschwitz Ilmnitz Isserstedt Jenaprießnitz Krippendorf Kunitz Laasan Leutra Lichtenhain Lobeda Löbstedt Lützeroda Maua
Münchenroda, 1994 eingemeindet, am waldreiche Landschaftsschutzgebiet
Remroda Vierzehnheiligen Wenigenjena, Winzerla, Wogau Wöllnitz Ziegenhain Zwätzen


Kunitz

Dörfchen im Osten von Jena; Kunitzburg, romantische Ruine, 1133 erstmals erwähnter kaiserlicher Stützpunkt an der Saale mit herrlichem Ausblick auf das Saaletal. Dichter Laubwald, Schwrzkiefern, Orchideen nahe um den 364 m hohen Jenzig

Lobeda

1156 erstmals erwähnt, besaß Lobeda von 1284 bis 1946 Stadtrecht.
Die Lobdeburg auf einem Bergsporn oberhalb Lobeda wurde im 12. Jh. errichtet. Die Reste des Palas sind authentische Hochromanik (Fenster, Biforien)