
fotos © schuldes / fotobee.de - weder spektakulär noch gefühlskalt: Wohnen in Traunreut
Traunreut ist eine Stadt mit rund 21.000 EW (2008)
ortsgeschichtlich
Nach 1945 begann die Planung bzw. Gründung von Traunreut als eine der manchmal noch so genannten "Vertriebenenstädte". Mit steigender Anzahl von Kriegsflüchtlingen war auch eine entsprechende Infrastruktur für ein neues Zuhause auf auflassbarem Grund zu entwickeln. Den Aufbau mussten die Gemeinden aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln realisieren. Dabei wurde viel auf mitgebrachte handwerklichen Fähigkeiten gesetzt. Es wurden aber auch neue Gewerbe- und Industriegebiete geschaffen.
1950 wurde schließlich die Gründung der neuen Gemeinde auf dem Gelände der Munitionsanstalt (Muna) St. Georgen beschlossen. Die Planung einer Siedlung für 6.000 bis 8.000 Menschen erfolgte nach den Entwürfen des Architekten Josef Rackl, wobei weitgehend auf das bestehende Straßennetz und die kreisförmige Grundstruktur der Muna zurück gegriffen wurde. Im Schnittpunkt der beiden Haupterschließungsachsen entstand der Rathausplatz als Stadtzentrum.
Schon ab Mitte der 1950er Jahre konnte Traunreut ein kontinuierliches wirtschaftliches Wachstum aufweisen. Schlüsselindustrien wie der Maschinenbau und Zulieferbetriebe etablierten sich. Inzwischen ist Traunreut sogar schuldenfrei.
Noch auffällig: die behütenden Schirme mit beruihigenden Bänke. Die Stadt lässt keinen gern im Regen stehen.
sehenswerte Innenstadt
[B] Bahnhof
[M] Marktplatz
[m] Maximum
[R] Rathaus, Rathausplatz
Der Rathausplatz wurde nach Plänen des Architekten Josef Rackl errichtet. Der östlichen Häuserzeile auf linearer Baulinie steht an der Westseite eine geschlossene Häuserzeile auf bogenförmiger Baulinie gegenüber
Die Gestaltung der Gebäude orientiert sich am Stilempfinden der 1950er Jahre, welches durch bunte Putzfassaden, weiß gefasste Holzteile, betonte vertikale Gliederung von Türen und Fenstern sowie Fassadenbildern in Sgraffitotechnik (Lothar Sperl) geprägt ist. Grundaussage dieser Werhe:
Alles wird gut. Das Leben ist schön. Arbeit für jeden. Glückliche Rindviehcher.
1963/65 wurde der Platz saniert und erhielt eine Brunnenanlage. 1978/80 entstand an der Westseite eine Fußgängerzone im Stil der Zeit. 2005/07 folgten weitere Veränderungen.



[1] Stadtpfarrkirche Zum heiligsten Erlöser
[2] Stadtbücherei
[3] ev.-lutherische Paulus-Kirche (1954), Architekten: Helmut von Werz und Johann Christoph Ottow aus München;
Skulptur auf Grünfläche: Jüngling mit der Taube, Gregor Kruk
[4] Hallenbad
[5] Stadtarchiv
[6] Heimathaus
[7] Kultur- und Kongresszentrum
[8] Kino
weiterhin:
OT Stein an der Traun, eingemeindet 1978, kam durch eine Bergsturz-Katastrophe in die Schlagzeilen: Im Januar 2010 löste sich die rund 50m überragende Nagelfluhwand.
fürchterlich
Die Burg in Stein ist die größte Höhlenburg Deutschlands, die mit einem Höhlensystem verbunden ist, das bereits von den Kelten genutzt wurde. 1135 wurde sie erstmals erwähnt. Im 13. Jh. muss hier ein wilder Ritters gehaust haben. Der stahl, mordete, soff und hurte auf Teufel komm raus. Blut klebt noch heute an den Gewölbewänden - Wahrheit? Ohne Begleitung soll man sich nicht auf Spurensuche begeben. Und vorher bei Carl O. Renner nachschlagen.
Stadtteil/Eingemeindung

Anning, Arleting, Fasanenjäger, Gigling, Maßmoning, Hörpolding, Hörzing, Matzing, Nunhausen, Oberwalchen, Oderberg, Pierling, St. Georgen, Schmiedling, Stein an der Traun, Traunwalchen, Weisbrunn, Zweckham