Alpirsbach

Stadt mit rund 7.000 EW (2004) im oberen Kinzigtal, mitten im Schwarzwald, auf 400-800 m.ü.NN.

ortsgeschichtlich

So wenig Kolumbus Amerika entdeckte, haben Römer den Schwarzwald entdeckt: Im Kinzigbett im Stadtteil Rötenbach wurde 1955 ein Beil aus der Jungsteinzeit gefunden. Das Schwarzwaldmassiv blieb aber lange eine Besiedelungsbarriere.
'1095 wurde Alpirsbach erstmals urkundlich erwäht. Bischof Gebhard III. von Konstanz weihte in diesem Jahr einer verdammten Hungersnot ein großes und in "entflammter Gottesliebe gestiftetes" Waldstück als Gründungskolonie für ein Benediktinerkloster am schon bestehenden Hofgut Alpirsbach.

Nach Aufhebung der Benediktinerabtei 1535 gab es viel Macht- und Glaubensgerangel. Erst als Sitz des Klosteramts erhielt die kleine Siedlung stärker Aufwind: Gewerbe siedelten sich zahlreich an wie Amtsträger.
Dann die unerbittlichen Religionskriege, die mehr Leid als Tote brachten. Mit Konsolidierung Mitte 17. Jh. wuchs die Bedeutung von Alpirsbach. Flüchtlinge und Zuwanderer siedelten sich nach 1648 an, auch mit den weiter endlos folgenden Kriegswirren bis hin zum Spanischen Erfolgekrieg.

Das 18. Jh. brachte mit dem Beginn des Bergbaus (Silber und Kobalt) großen Auftrieb. Auch Brände wie der von 1719 wurden somit verkraftet, indem stattlicher und prächtiger als zuvor aufgebaut wurde. Die endgültige Aufhebung des Klosteramts 1810 aber brachte schwere Rückschläge für Handel und Gewerbe..

1869 erhielt Alpirsbachdas Stadtrecht lt. Erlass von König Karl von Württemberg.
Statt der Industrie kamen 1887 erste Kurgäste, die Arbeitslosigkeit stiegt, viele kleine Betriebe mussten aufgeben. Der Ruf nach dem starken Mann brachte Arbeit, einigen Wohlstand, viel (hier eher wenig) Zerstörung und damit wieder Arbeit. Wohnungsnot, die sich seit Kriegsausbruch immer stärker bemerkbar gemacht hatte, stieg im Nachkrieg weiter durch die ab Februar 1946 eintreffenden planmäßig zugeteilten Flüchtlinge.

Am 28. und 29. Dezember 1947 wurde Alpirsbach von einem katastrophalen Hochwasser heimgesucht.

Das "Wirtschaftswunder" brachte umfangreiche lndustrieansiedlung. Auch der stark einsetzende Fremdenverkehr wurde ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Talgrund reichte nicht mehr aus, die erforderlichen Arbeits- und Wohnstätten aufzunehmen, sie kletterten bergauf und zersiedeln die Landschaft.

sehenswerte Innenstadt
Alpirsbach, Fachwerk © Raymond Thill #37864702

Alte Fachwerkhäuser und verträumte Winkel, die zum Verweilen einladen, prägen das Stadtbild.

[M] Marktplatz. Sämtliche Häuser ringsum wurden 1719 durch einen Brand vernichtet, jedoch wieder neu aufgebaut.

[m] Museum für Stadtgeschichte, eine Galerie mit wechselnden Ausstellungen von Skulpturen, Bildern und Gemälden, Glasbläserei, Schauconfiserie und den Kurgarten

[R] Rathaus

[1] Torturm (1099), Romanik > Torgasse
[2] Glasbläserei
Sehenswertes und Markantes in der Innenstadt von Alpirsbach

[3] Alpirsbacher Klosterbräu mit Brauerei-Museum,

[4] Benediktiner-Klosteranlage (1095), Patronskirche St. Benedikt, romanische Chorbank, Klausurgebäude sowie Kreuzgang spätgotisch (spätes 15. Jh.
[5] Klosterkirche St. Nikolaus (1128), monumentaler Hirsauer Stil, trotz einiger Gotisierung ein Juwel hochromanischer Baukunst, heute als Konzertstätte und Infozentrum zur Geschichte des Klosters/Klostermuseum genutzt.

[6] Kurpark


Stadtteile/Eingemeindung
Sehenswertes und Markantes in der Innenstadt von Alpirsbach

Seit 1974 sind Ehlenbogen, Reinerzau, Reutin, Peterzell und Römlinsdorf Stadtteile von Alpirsbach. Und Aischöfeld seit (?)