Adelsheim

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Stadt mit rund 4.900 EW (2012)

staatlich anerkannter Erholungsort

Adelsheims Kernstadt liegt in einem von Seckach und Kirnau gebildeten Talkessel. Die Kernstadt entstand aus dem Viertel um die evangelische Stadtkirche und die beiden Schlossgebäude, der Seestadt unterhalb des Rathauses sowie aus der Vorstadt bei der gotischen Jakobskirche.

Geschichte

Der Ort, der bereits 779 unter dem Namen Adaloltesheim erstmals in einer Schenkung an das Kloster Fulda urkundlich erwähnt worden war, gelangte nach mehrfachem Besitzwechsel Mitte des 13. Jahrhunderts in den Herrschaftsbereich der Herren von Dürn. Um diese Zeit trat auch ein Ortsadel auf, die Herren von Adelsheim, deren Veste 1338 erwähnt wurde. Sie umgaben den Ort mit einer Wehrmauer, die eine Voraussetzung für das Stadtrecht war. 1374 verlieh Kaiser Karl IV. den Herren von Adelsheim „durch treuer Dienste willen um das Reich“ die Stadtrechte für ihre Residenz und damit das Recht zur Befestigung des Ortes mit Stadtmauer und Türmen. Etwa von 1400 an war Adelsheim Vorort des fränkischen Ritterkantons Odenwald. Die Herren von Adelsheim ließen ihre Burg in ein Wasserschloss zwischen Kirnau und Seckach umbauen.

In den Hexenverfolgungen 1593 bis 1595 sind acht Verfahren wegen Hexerei und Zauberei belegt. Sechs Menschen aus Adelsheim wurden in den Hexenprozessen hingerichtet.

Im Dreißigjährigen Krieg hatte Adelsheim vielfach unter Belagerungen, Durchzügen und Einquartierungen zu leiden.
1634 waren die Bewohner drei Wochen lang aus der Stadt in die umliegenden Wälder geflüchtet. Im Zuge des Krieges forderten Seuchen und Hungersnöte zahlreiche weitere Opfer. Auch von späteren Kriegen wurde Adelsheim nicht verschont: 1683 kämpfte ein Adelsheimer Fähnlein beim Entsatz von Wien gegen die Türken in der Schlacht am Kahlenberg, 1814/15 war Adelsheim während der Napoleonischen Kriege aufgrund seiner Lage an der alten Sachsenstraße (Leipzig–Speyer) Etappenplatz der russischen Armee.

Adelsheim gehörte nie zu den großen Kirchen- oder weltlichen Fürstentümern der Umgebung, sondern war bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 im Besitz der Reichsritter. Anschließend kam es zum Großherzogtum Baden, wo es 1828 Sitz eines Bezirksamtes für das Gebiet des südlichen Baulandes wurde. Der Oberamtmann und das Amt waren für 34 Gemeinden, Höfe und Weiler mit rund 14.000 Einwohnern zuständig. 1936 wurde der Bezirk aufgehoben und dem Bezirksamt Buchen zugeschlagen, aus dem 1938 der Landkreis Buchen wurde. Vorläufer des Volksfestes waren die Heimattage 1948. Anlass zum zweiten Adelsheimer Volksfest im Jahr 1949 war die Brückeneinweihungsfeier der 1945 zerstörten Kirnaubrücke. Am 11. November 1948 eröffnete die Kreislandwirtschaftschule Adelsheim unter der Leitung von Leopold Wiswesser ihre Pforten. Auch in den Folgejahren definierte sich Adelsheimer Geschichte weitgehend über ihre Schulen: Die Volksschule zog 1958 auf den Eckenberg. Und dort entstand auch einige Jahre später das Gymnasium mit seinem Internat. Nach der Auflösung des Buchener Landkreises kam Adelsheim 1973 zum neugebildeten Neckar-Odenwald-Kreis.

Die heutige Stadt wurde durch Vereinigung von Adelsheim mit der Gemeinde Sennfeld am 1. Januar 1975 gebildet.


Jakobskirche
Oberschloss
Unterschloss

Die gotische Jakobskirche wurde als Stiftung des Kurmainzer Amtmanns Martin von Adelsheim († 1497) im Jahre

1489 anstelle eines romanischen Vorgängerbauwerks erbaut. Die Kirche war von 1556 bis 1776 evangelische

Stadtpfarrkirche, außerdem Teil der Jakobspilgerfahrt und Grablege der Herren von Adelsheim. Heute wird das Bauwerk als Friedhofskapelle genutzt. An Innen- und Außenwänden sind über 60 historische Epitaphe erhalten, der Hügel an der Nordseite der Kirche ist ein Pestgrab des Jahres 1635, in dem rund 300 Tote bestattet sein sollen.
Das Oberschloss wurde 1504 neben einer seit dem 14. Jahrhundert bestehenden Wasserburg als zweites Schloss der Herren von Adelsheim errichtet.
Das Unterschloss wurde anstelle der 1733 durch Brand zerstörten Wasserburg als barockes Landschloss unter Friedrich Leopold von Adelsheim (1691 bis 1763) durch den Baumeister Johann Jakob Rischer von 1734 bis 1738 errichtet. Im Schlosspark befindet sich außerdem das historische Rentamt der Herren von Adelsheim. Die ehemalige herrschaftliche Zehntscheuer wird heute als Bauländer Heimatmuseum genutzt.
Das Rathaus wurde 1619 ursprünglich als Gasthaus im fränkischen Fachwerkstil mit vorspringenden Stockwerken erbaut. Das Gebäude ist seit 1839 Rathaus und war bis 1871 auch Schulhaus, bevor ein angrenzendes eigenes Schulgebäude errichtet wurde. Das Rathaus wurde 1999 bis 2001 umfassend saniert und um einen Anbau anstelle des vormaligen Schulgebäudes ergänzt.
Die Evangelische Stadtkirche wurde 1766/67 im Stil des Spätbarock anstelle einer gotischen Kapelle durch den

Öhringer Baumeister Georg Peter Schillinger (1678 bis 1774) errichtet.
Der Stadtgarten mit dem nächtlich beleuchteten Kirnau-Wasserfall geht auf den Ausbau des Kirnaubetts entlang der

Stadtmauer bei der Umgestaltung des Schlossparks im Stil eines englischen Gartens in den Jahren 1733 bis 1736

zurück. Das „Pfeifenmännchen“ in der Tuffsteingrotte beim Oberschloss erinnert an den ausführenden holländischen

Gartenbaumeister.
Der Stadtturm ist ein in den letzten Jahren bei der Erweiterung des Stadtgartens rekonstruierter historischer

Wehrturm der Stadt. Er grenzt direkt an eine historische Mühle.
Ostbahnhof mit Nebengebäuden, Nordbahnhof in neugotischem Stil mit zwei Wartesälen
Großherzogliches Amtsgericht mit anschließendem Gefängnis
Jugendhaus Adelsheim, initiiert ab 1969, später im sanierten Bahnhofsgebäude.
Justizvollzugsanstalt für Jugendliche (Block- oder Kasten-Bauweise der frühen 70er Jahre mit markanter Mauer).

Kunst

Skulpturen-Park der Grundschule. In den Jahren 1994 bis 2006 entstand auf dem Schulgelände ein Skulpturenpark in Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Berliner Bildhauer-Ehepaar M. und P. Wagner, das bis 2007 in Seckach lebte und auch den dortigen Skulpturenpark Seckach errichtet hat.

Auf dem Ortsfriedhof erinnern zwei Sammelgräber mit Gedenkkreuzen und der Aufschrift Opfer des Faschismus an 19

Häftlinge eines Todesmarsches des KZ Neckarelz vom Frühjahr 1945, die zunächst auf einer Wiese verscharrt und danach hier begraben wurden.

sehenswerte Innenstadt
Typisch für den Ortsaufbau ist, dass zunächst Straßenzüge und Siedlungen (Nachkriegszeit) in den verschiedenen Tälern und erst dann auf den dazwischen liegenden Hochflächen (1970–90er Jahre) entstanden sind. In der Mitte liegt der Wasserfall der Kirnau kurz vor der Mündung in die Seckach. Er versorgt eine in Betrieb befindliche Mühle mit seiner Energie.

[B] Bahnhof
[R] Rathaus
[M] Markt?

Sehenswertes und Markantes in der Altstadt von Buchen (Odenwald)

[1] Amtsgericht
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museal

Bauländer Heimatmuseum Adelsheim (Besichtigung von Mai bis September, Sonntags zwischen 14 und 16 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung)
Die ehemalige Synagoge in Sennfeld, erbaut 1836, enthält heute ein Museum, das neben einer allgemeinen heimatkundlichen Sammlung die Geschichte der jüdischen Gemeinde darstellt.

aktiv

is

geologisch

Eckenberg, 317m ü.NN.

event

Volksfest (seit 1945) am ersten Wochenende im Juli, Adelsheimer Innenstadt
Straßenfasenacht
Gäässwärmerball - im Nachthemd oder Schlafanzug(?), im beheizten Ziegenstall?
Kunstsommer - Adelsheim leuchtet (seit 2005) mit Videokunst, Illuminationen, Installationen

Stadtteile/Eingemeindung

Aach, Adelsheim, Sennfeld, Leibenstadt

- Adelsheim mit Weiler Hergenstadt und Wemmershof sowie die Höfe Dambergerhof, Seehof
- Leibenstadt. das Dorf wurde 1971 eingemeindet.
- Sennfeld mit Roßbrunnerhof und Talmühle (Wohnplatz) Orte Hergenstadt und Wemmershof