Ettenheim

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Stadt mit rund 11.500 EW (2005) südlich von Karlsruhe am Ettenbach, am Rand der Rheinebene in der Vorgebirgslandschaft des Schwarzwaldes

ortsgeschichtlich

Als Gründer Ettenheims gilt der elsässische Herzog Ettiko II., der im Jahre 712 starb oder dessen Sohn Eddo (auch Etto oder Heddo), ein Straßburger Bischof (734 - 775), der das Kloster Ettenheimmünster wieder errichtete.
In den Jahren zwischen 810 und 900 wird Ettenheim erstmals urkundlich erwähnt im Verbrüderungsbuch des Klosters St. Gallen. Später entwickelte sich der Ort zum verwaltungsmäßigen und wirtschaftlichen Mittelpunkt der Straßburger Herrschaft auf dem rechten Rheinufer.

Im 12. Jh. bauten die Bischöfe von Straßburg den Ort aus.
Im 12. Jh. erhielt Ettenheim Marktrecht.
1302/1304 erhielt der Marktflecken unter König Albrecht I. das Stadtrecht verliehen und eine erste Befestigung mit drei Tortürmen.

1401 verpfändete Bischof Wilhelm von Diest Ettenheim an die Stadt Straßburg. Ettenheim erhielt seinen zweiten Mauerring.

1569 war die Stadt in den Hugenottenkriegen Musterungsplatz des Prinzen von Oranien.

1637 brannte Bernhard von Weimar die Stadt nieder, die Schweden legten die Stadt in Schutt und Asche. 1678 sprengten die Franzosen die Burg. Für lange Zeit lag die Stadt öd und leer. Dann entstand ein neues barockes Ettenheim. Die Bur wurde im 19. Jh. im Tudorstil wieder aufgebaut.

1809 wurde Ettenheim Sitz eines badischen Bezirksamtes (bis 1924).

1848/49 war die Stadt ein wichtiger Stützpunkt der badischen Revolution. Nach dem Aufstand besetzen preußische Truppen auf zwei Jahre die Stadt.

sehenswerte Innenstadt

Ein denkmalgeschützter Kern einer Barockstadt mit erhabene Architektur einstiger Herrschaftshäuser des Straßburger und Elsässer Adels, gruppiert um den Kirchberg, viel altes Fachwerk - ein eindrucksvolles Bild.

[B] Bahnhof
[G] Prinzengarten mit dem Gartenhaus des Herzogs von Enghien
[M] Markt umbaut mit Gebäuden unterschiedlicher Stilepochen, Löwenbrunnen mit Problembär
[R] Rathaus (1757), mehrfach umgebaut und erweitert (19. Jh.), Bürgersaal, Fassade mit Stadtwappen (1734) und Figur des Ortsgründers Etto
[O] Oberes Tor, lediglich die Vortorpforte mit dem Straßburger Wappen (1778) blieb. Auch der schmale Torturm fiel weg. Die Alleestraße folgt außerhalb dem Verlauf der Ringmauer.
[U] Unteres Tor, Turm 1844 abgebrochen, Wappen des Bistums Straßburg und der Stadt Ettenheim am Vortor

Sehenswertes und Markantes in der Innenstadt von Ettenheim

[1] Spitalkirche (1780/82) mit Spital
[2] Alte Schaffnei (1619), einst Sammelstelle zur Ablieferung des Weinzehnten an das Kloster
[3] Kirche St. Bartholomäus Kirchplatz 3, (1768/71), Barock. Das barocke Pfarrhaus (1776/77) am Hof war zuerst Schule
[4] Gartenhäuschen (1877) auf der Mauerecke am Pfarrgarten

[5] fürstliches Palais (1560) mit Wappen von Erasmus Schenk von Limburg, Rohanstr. 16, Sitz der Stadtverwaltung.

[6] Winterschule, heute für betreutes Wohnen mit viel Kultur im Gewölbekeller

[7] Wein- und Fruchtspeicher (1812), 1841 Rückbau auf ein Drittel und Nutzung als Gefängnis bis 1927, heute Städtische Bücherei und Vereinshaus.
[8] Amtsschaffnei Schlossgasse 15, heute Apotheke.

[10] Geburtshaus des Historiker Johann Baptist von Weiß (1820-99) am Alten Stadtgraben
[11] nördlich vor der Altstadt in der Muschelgasse steht das Scharfrichterhaus (Anfang 17.Jh.?), ein kleines Fachwerkhaus.

museal
event
lehrreich

Kettensäge-Workshops sind der Tourismusfeger der Stadt, vielleicht kombiniert mit einer Weinprobe-Wanderung. Danach bringt man das Inventar der eigenen Wohnung mit Schwung in neumodische Form.

legendär

Die Geschichte des Fürstbischofs Kardinal Louis René Edouard de Rohan, der durch die affaire du collier de la reine (Halsbandaffäre) im Vorfeld der französischen Revolution traurige Berühmtheit erlangte. Aber Marie Antoinette, solche Intrigien pflegt man doch nicht bei Hofe. Was damals ein Skandal war, hebt heute keinen mehr an. Zwar war Rohan vielleich kein wirklicher Sympathieträger, aber immerhin schaarte er eine konterrevolutionäre Armee um sich und starb 1803 sogar eines natürlichen Todes. In Ettenheim.

Der Duc d'Enghien wurde auf Befehl von Napoleon Bonaparte 1804 aus Ettenheim entführt und in Vincennes bei Paris erschossen. Der bourbonische Nachfahre hatte die falsche Verwandschaft. Sein Liebesgedicht an Charlotte de Rohan-Rochefort überdauerte.

persönlich
Stadtteile/Eingemeindung

Altdorf (alte Römersiedlung), Ettenheimmünster mit St. Landolin
Ettenheimweiler, Münchweiler, Wallburg