Kehl

Rheinhafen Kehl

foto © H.D.Volz / pixelio.de - Industrieanlagen im Rheinhafen Kehl

Große Kreisstadt und Grenzstadt mit rund 34.000 EW (2012), durch den Rhein von Strasbourg getrennt

ortsgeschichtlich

Kehls Entwicklung vom Fischerdorf zum Sitz grenzüberschreitender, europäischer Einrichtungen war wesentlich bestimmt durch seine strategisch bedeutsame Lage als Grenzstadt am Rhein. Häufig wurde der Ort bei kriegerischen Auseinandersetzungen zerstört.

1038 wurde Kehl erstmals urkundlich erwähnt.
1678 nahm Ludwig XIV. das zur Schanze ausgebaute Dorf ein
1681 wurde Kehl zur Sicherung von Straßburg zur Festung ausgebaut, diealledings durch den Friedensvertrag von Rijswijk 1697 an das Deutsche Reich kam.

1771 wurden die Markgrafschaften von Baden-Durlach und Baden-Baden vereint.
1774 wurde das aufstrebende Handelszentrum zur Stadt erhoben.
1792 und in den Folgejahren geriet Kehl mit den Koalitionskriegen unter ständig wechselnde Herrschaft. Erst mit dem Pariser Frieden von 1814 kam sie wieder an Baden. Das Schleifen die Festung war vertraglich verpflichtend.

1844 erhielt Kehl mit der Linie Kehl-Appenweier Anschluss an das badische Eisenbahnnetz. Weiterhin führte auch der Bau der Eisenbahnbrücke über den Rhein (1861) zur Ansiedlung von Industrien und wirtschaftlichem Wachstum, das mit dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 stagnierte. Kehl wurde durch den Krieg stark beschädigt worden, was anderen deutschen Städten in jenem Krieg nicht widerfuhr.

Mitte 18. Jh. erhielt Kehl Stadtrecht

1867/1963 pruduzierte die Hutfabrik Rehfus in Kehl.
1883 Errichtung der Zellulosefabrik von Trick
1897 bis 1900 Bau des Rheinhafens
1910 Vereinigung der Gemeinden Stadt Kehl und Dorf Kehl mit Sundheim zu einer Stadtgemeinde mit insgesamt 8885 Einwohnern im Jahr .

Dem verlorenen Ersten Weltkrieg folgte die Besetzung durch französisches Militär von 1919 bis 1930. Der Zweite Weltkrieg brachte ähnliche Ergebnisse. Erst ab 1953 konnte ein planmäßiger Wiederaufbau der Stadt erfolgen.

1972 wurde Kehl nach kräftigen Eingemeindungen zur Großen Kreisstadt erhoben.

sehenswerte Innenstadt

Kehls Innenstadt ist überschaubar und badisch gemütlich. Durch die Engelgasse schwebend, trifft man auf Fachwerkhäuser mit altstädtischem Flair. Doch darauf lässt sich die Innenstadt mit ihren vielfältigen Fazetten nicht reduzieren.

Die Europabrücke verbindet Kehl mit Strassbourg. Mit einem Linienbus kommt man günstig nach Strassbourg und retour. Ist schon verlockend.

[M] historischer Marktplatz, Röhrenbrunnen (1582), Fachwerkensembles
[R] Rathaus/Stadtverwaltung Hauptstr. 85, 1817 als zweigeschossige Kaserne erbaut, 1921/23 neoklassizistisch verändert und als Rathaus gernutzt.

Sehenswertes und Markantes in der Innenstadt von Kehl

[1] Friedenskirche (1817)
[2] Mutter Kinzig neben Wolkenkratzer
[3] Stadthalle, Theater
[4] Stadtbücherei
[5] Rosengarten
[6] Kirche St. Nepomuk (1911/14), Entwurf: J. Schroth

[7] Altrhein mit Rosengarten und spannend entspannendem Rundweg, Bootausleihe, mitteilsamen Fischen und dem aussichtsreich schwankenden, rund 40 m hohen Weißtannenturm am Südzipfel mit Fernblick zum Schwarzwald und den Vogesen.


[8] Über dem Rhein ist die französische Stadt zu sehen, die bekanntlich im Sonnenschein liegt. 2004 eröffneten hier mit einer grenzüberschreitenden Gartenschau der Garten der zwei Ufer - Passerelle des deux Rives. Verbunden ist er mit einer neuen Rheinbrücke für Fußgänger und Radfahrer.

[9] Weinbrennerhaus (1816), Architekt Friedrich Weinbrenner. Wer war wohl der eigentliche Bauherr dieser heute städtischen Einrichtung?

[10] Rehfusvilla (1867?), Wohn- und Verwaltungshaus der ehemaligen Hutfabrik Rehfus. Von der Fabrik blieb außerdem das Torbogengebäude an der Fabrikstraße erhalten, heute Wohnhaus mit Cafétro) und die Rehfusvilla, heute Domizil grenzüberschreitender Institutionen.

natürlich

Auwälder am Rhein, naturisierter Altrhein

museal

Heimatmuseum in Goldscheuer

event

Kultursommer auf einer Seebühne am Nordufer des Altrheins, sonn-abendlich
Rheingeflüster am Altrhein alle zwei Jahre im September mit, irrlichternd inszeniert
KT Halle Oberländerstraße 11, Heimstatt der Kehler Turnerschaft von 1845 e.V.

geschwommen

Von den zahlreiche Kehler Baggerseen sind die in Goldscheuer und Kork aufgrund ihrer Größe und ausgezeichneten Wasserqualität gut besuchte Badegewässer.

gelernt: FH Kehl

Stadtteile/Eingemeindung

Die ländlich strukturierten Kehler Ortsteile weisen noch ihre von Fachwerkhäusern gesäumten Dorfplätze und naherholsame Natur auf.

Orte im Stadtgebiet von Kehl

Zur Stadt Kehl gehören:

Auenheim, Bodersweier, Goldscheuer, Hohnhurst, Kittersburg, Kork, Leutesheim, Marlen, Neumühl, Odelshofen, Querbach, Zierolshofen

Goldscheuer, 1971 eingemeindet, wurde bereits 1424 erstmals urkundlich erwähnt. Früher wurde hier erfolgreich nach Rheingold gescheuert. Ein Goldwäscherbrunnen im einstigen Fischerdorf erinnert daran.