Schorfheide mit Joachimsthal

Vor der Eichhorster Schleuse am Werbellinkanal.

fotos © schuldes / fotobee.de - Werbellinkanal an der Schleuse in Eichhorst

Schorfheide

Gemeinde mit rund 9.900 EW (2012) am Werbellinsee und natürlich in der Schorfheide

Jagdschloss Groß Schönebeck Schloßstraße 6, 1680 errichtet unter Kurfürst Friedrich Wilhelm, schlichter Frühbarock, zweigeschossiger Putzbau auf quadratischem Grundriss, Fssadenschmuck durch Geweihe. Wo einst königliche Jagdgesellschaften nächtigten, später der Oberförster wohnte, ist heute eine Ausstellung "Jagd und Macht" und eine Sonderausstellung zum Boxer und Jäger Max Schmeling zu sehen.

Hier im Norden der Gemeinde war vom 12. Jh. an ein bevorzugtes Jagdrevier der Mächtigen - Kurfürsten, Kaiser, Ministerpräsidenten, Kanzler, Reichsminister (Carinhall), Staatsratsvorsitzende (Staatsjagdgebiet).

Ortsteile/Eingemeindung
Orte der Gemeinde Schorfheide mit der Stadt Joachimsthal am Werbellinsee

Altenhof, Böhmerheide, Eichhorst, Finowfurt, Groß Schönebeck, Klandorf, Lichterfelde, Schluft, Schorfheide, Werbellin

Groß Schönebeck

Das Wisentdenkmal (1934) in Eichhorst, ganz im heimattümelnden Sinne auch mit entsprechender NS Symbolik versehen, verschwand 1957. 1990 wurde es wieder ausgepudelt und restauriert und entnazifiziert. Schön muss man diese Kunstwerk von Prof. Max Esser nicht unbedingt finden, zumindest aber eindrucksvoll. Ein Hoch der Jagd und dem Tierschutz.

Wisentdenkmal in Eichhorst, Schorfheide

Wildpark Schorfheide Prenzlauer Straße 16
Ein ausgewachsener Wisentbulle wird bis zu 2 m hoch und wiegt bis zu einer Tonnen. Damit ist er dreimal größer als eine Wisentkuh und nicht nur in Angriffsposition mit gesenkten Hörnern Respekt einflößend. Gerade die Überwindung der Furcht vor solch einem Riesen galt wohl unseren Vorfahren alt Mutprobe und Heldentat, bereits in der Nibelungenlied besungen. Kein Wunder, daß diese Tiere in Deutschland seit dem 16. Jh. ausgerottet waren. Dank Osteuropäischer Populationen kann eine Herde im Wisentpark wieder beobachtet werden.


Werbellinsee

Der Werbellinsee ist mit 55 Metern der zweittiefste und mit einer Breite von bis zu 1,3 Kilometern und insgesamt 13 Kilometern Länge einer der größten Seen Brandenburgs.
Sein klares Wasser hat der eiszeitliche Rinnensee seiner Entstehungsgeschichte zu verdanken.
Zu Wasser erreicht man ihn nur über den 250 Jahre alten Werbellinkanal, dessen Schleusen von April bis November geöffnet sind.
Der kleine Ort Altenhof liegt direkt am See, Werbellin ebenso wenig wie Joachimsthal. An der Südspitze des Sees steht der Askanierturm.

Joachimsthal

Kleinstadt mit rund 3.300 EW (2012) auf 120,18 km² in 72 m ü.NN. nahe am schönen Werbellinsee (56m tief, 12km lang), doch mehr am benachbarten flachen Grimnitzsee (830 ha) gelegen und damit am nordöstlichen Rand der Schorfheide und an der Märkischen Eiszeitstraße;

Von den Bewohner der näheren Umgebung oft noch Juchte oder Juchtebüd genannt, ist Joachimsthal benannt nach dem jagdgeilen Kurfürsten Joachim I.. Der ließ 1499 hier eine "Jagdhütte" errichten, die 1892 auch noch einen extra Bahnhof für den jagdübereifrigen Kaiser Wilhelm II. erhielt. Klar, wie im Wilden Westen kamen dann Casinos, Saloons, Kirche, Hotels. Auch böse Wilderer und unstete Camper machten den Ort zur Stadt.

1298 erste urkundlich belegte Erwähnung der Burg Grimnitz. Rund 50 Jahre vorher wurde sie von brandenburgischen Kurfürsten als Grenzburg gegen Pommern errichtet.

1601 ließ Kurfürst Joachim Friedrich eine Glashütte erbauen, für die er Glasmacher aus Böhmen ansiedelte. Später ließen sich auch andere Gewerke nieder, u.a. Tuchmacher.

1603 wurde Joachimsthal erstmals urkundliche erwähnt.
1604 erhielt der Flecken Joachimsthal das Stadtrecht.
1607 wurde die Fürstenschule als Gymnasium eingeweiht, finanziell und rechtlich abgesichert.
Nach Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieges (1636) erholte sich die Stadt nur langsam. 1814 wütete ein vernichtender Stadtbrand.
1898 erfolgte die Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke von Eberswalde über Joachimsthal bis Templin fertiggestellt wurde.

sehenswerte Innenstadt

[B] Bahnhof, Bahnhofstraße
[R] Rathaus

Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt Joachimsthal(Schorfheide

[1] Kreuzkirche (1817/20), Neuaufbau nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel
[2] Wasserturm, heute Aussichtsturm mit Aufzug und Überraschung an der Angermünder Straße
[3] Kleiner Lubowsee
[4] Kaiserbahnhof , Am Bahnhof Werbellinsee


weiterhin:

- Badestelle Ochsenwerder im Nordosten des Grimnitzsees
- Jagdhaus Hubertusstock (1847/49), erbaut i.A. eines Preußenkönigs mit bayrischen Vorlieben
- Burgruine am Grimnitzsee, Romanik, einst Grenzburg zu Pommern

Ortsteile/Eingemeindung

Gutsbezirk Joachimsthal (1888), Joachimsthal Forst mit Dammshaus, Zorndorf und Steingrube (1929), Altgrimnitz (1938)
zugehörige Wohnplätze:
Ausbau, Bahnhof Werbellinsee (Werbellin), Bärendickte, Elsenau, Feriendorf Grimnitzsee, Forst Joachimsthal, Grimnitz, Hubertusstock, Jägerberg, Kienhorst, Leistenhaus, Lindhorst und Michen.