Elsterwerda

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Kreisstadt mit rund 8.400 EW (2012), 11.500 (1981) auf 40,55 km² in 90 m ü.NN. im Süden des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft, von der Schwarzen Elster durchflossen,

ortsgeschichtlich

Elsterwerda war bereits bronzezeitlich auf einer Flussinselder Elster besiedelt.

1211 wurde Elsterwerda erstmals urkundlich erwähnt.
1312 kamen Burg und Flecken Elsterwerda mit dem Frieden von Tangermünde an Brandenburg.
1326 war die Burg in Elsterwerda anscheinend Lehnbesitz eines Heinrich von Köckeritz. Die mächtig einflussreichen Köckeritz verarmten dann aber und verkamen zu Raubrittern. 1512 wurden sie durch Herzog Georg von Sachsen quasi enteignet.

1364 erhielt Elsterwerda das Stadtrecht. Eine Stadtmauer schien nicht erforderlich. Drei Tore, eine Pforte und die umfließende Schwarze Elster boten zunächst ausreichend Schutz. Aber im 16. und 17. Jh. vernichteten Brände mehrfach die Stadt.

Der Dreißigjährige Krieg brachte auch Elsterwerda Elend und Plünderung. Dem wollte sich Bürgermeister Nagel mit weiteren Bürgern entziehen und im sumpfigen Gelände untertauchen. Das misslang grausam.
Auch im Siebenjährigen Krieg erhielt die Stadt im preußisch-sächsische Grenzgebiet oft unliebsamen Besuch durch Truppen, meist verbunden mit Zwangsrekrutierungen.
Die Stadt war aber auch Ausgangspunkt des Berliner Husarenstreichs durch den österreichischen Reichsgrafen Andreas Hadik von Futak, der mit seinem kleinen Korps am 16. Oktober 1757 Berlin für einen Tag besetzte und rund 200.000 Taler eintrieb. 1813 zog nicht nur Napoleon mit Tross durch Elsterwerda, auch von Blücher sammelte sich mit 30.000 Mannen für die Völkerschlacht.
1815 gelangte Elsterwerda im Ergebnis des Wiener Kongresses von Sachsen an Preußen.

1852/61 Regulierung der Schwarzen Elster. Damit entstanden weitere Bebauungsflächen.
1874/75 entstand in Elsterwerda ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Die Bahn wurde ein tragendes Wirtschaftsunternehmen der Stadt. Hinzu kamen weitere Industriebetriebe, die auf beste Bahnanbindung setzen konnten. Dafür rührte Bürgermeister Albert Wilde erfolgreich die Werbetrommel.
Das alte Ackerbürgerstädtchen wurde moderner und Elsterwerda und seine Einwohnerzahl wuchsen ständig. Die folgenden beiden Weltkriege bremsten das Wachstum. Bei einem Großangriff 1945 wurden die meisten Betriebe, der Bahnhof und die Innenstadt stark zerstört. Bahnhof Elsterwerda verlor seine Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt.

Die 1990er Jahren brachten der Stadt zunächst Firmensterben, Arbeitslosigkeit, Wachstum durch Versprechen und eine seltsame Reihung von Großbränden. Dann entstanden neue Arbeitsplätze, z.B. im inzwischen gut ausgelasteten Gewerbegebiet-Ost.

sehenswerte Innenstadt

[B] Bahnhof
[D] Denkmalplatz. Hier entstanden im ausgehenden 19. Jh. anstelle eines Scheunenviertels neue Wohn- und Geschäftshäuser. Denkmale sind immer Ausdruck eines meist verordneten Zeitgeistes und gern im wenderischen Wandel begriffen.
[M] Marktplatz mit Elsterbrunnen, 1413 erstmals erwähnt, nach Enttrümmerung 1952/53 verändert umbaut, 2007 neu gestaltet. Rasen wurde durch versiegelnde Betonplatten ersetzt.

[R] Rathaus. Das ehemalige Gebäude der Posthalterei wurde 1879 erworben und zum Rathaus und Amtsgericht umgebaut (1897, 1912).

Sehenswertes und Markantes in der Innenstadt von Elsterwerda

[1] Elsterschloss (16. Jh.), vierflügelige Schlossanlage am Standort einer Vorgängerburg (13. Jh.), Anfang 18. Jh. als Jagdschloss der Grafen von Brühl genutzt.

1727 gelangte August der Starke in den Besitz des Schlosses und veranlasste letzte Umbauarbeiten nach Plänen von Hofbaumeisters Matthäus Daniel Pöppelmann; heute für schulische Einrichtungen genutzt

[2] Schlosspark


[3] Kirche St. Katharina (15. Jh.?), 1718 neue Glockengeschoss, Schweifhaube und Zwiebel als Turmabschluss.
[4] Stadtbibliothek
[5] Ackerbürgerhaus (1720/25), Fachwerk mit Laubengang und Galerie regionaler Künstler.
Eulenspiegelbrunnen (1980, Hans Eickworth) vor dem Haus
[6] ehem. Kaiserliches Postamt (1904), Elsterstraße, 1999 wurde das Postamt geschlossen und in der Packhofstraße eine Postagentur eingerichtet. Gegenwärtig dient das Gebäude für Schulungen.
[7] Stadtpark Berliner Straße, ehemals Friedhof. Das Karl-Marx-Denkmal, zuvor am Denkmalplatz, erhielt hier seit 1997 ein Stück Frieden - gemeinsam mit den Parkbesuchern.

weiterhin:
- Kursächsische Postmeilensäule (1738), nach 1815 um preußische Angaben ergänzt nahe [3]
- Wasserturm (1905/06), technisches Denkmal Weststraßef
- Gut Saathain

erholsam

- Krauschützer Park entlang der Pulsnitz, 1880
- Stadtpark und Schlosspark

persönlich
Stadtteile/Eingemeindung

Ortsteil Kraupa, ehemals selbständige Gemeinde. Die Stadtteile Biehla und Krauschütz wurden 1940 eingemeindet, Kotschka 1974.