Niederlausitz

Oberspreewald - ein interessantes Wassernetz mit  stimmungsvollen Kulissen, doch alles Natur pur

Die Niederlausitz war das Siedlungsgebiet des slawischen Stammes der Lusizi (sorb.: luza; der Sumpf), die also im Sumpfgebiet eine Kulturlandschaft entwickelten und bereits im 6. Jh. hier Burgen bauten. Ihnen verdankt die (Nieder-) Lausitz ihren Namen. Die hier heute lebenden Sorben/Wenden sind Nachfahren der Lusizi.


Die Niederlausitz: 75 km lang und 16 km breit mit 970 km Fließgewässern, die die Spree in das Baruther Urstromtal gegraben und zu einer der faszinierendsten Niederungslandschaften Mitteleuropas geformt hat. Lange konnten die verstreut liegenden Gehöfte nur mit dem Kahn erreicht werden und auch heute noch ist dies ein gebräuchliches Verkehrsmittel, wenn auch zunehmend für die Touristen. Stundenlang kann man auf den Fließen paddeln oder sich mit dem Kahn staken lassen und dabei die einmalige Stille und die beeindruckende Natur genießen. Typisch für den Spreewald sind Blockhäuser, die mit Schilf gedeckt sind. Sie liegen weit verstreut an den zahlreichen Fließen, wie die Wasserarme der Spree hier genannt werden.
In Mitte des Kreises reicht der Naturpark Niederlausitzer Landrücken herein, ein waldreiches Niederschlags- und Quellgebiet.
Ab 1200 mit deutscher Eroberung entstanden meist Rundlings-, Anger- und Straßendörfer, Gutsdörfer mit Herrenhäusern wie in Ogrosen und Reddern bei Altdöbern.

Altdöbern

Gemeinde mit rund 1.600 EW (2012) am südöstlichen Ausgang des Naturparkes Niederlausitzer Landrücken, der als Endmoräne der Saale-Eiszeit sich vor etwa 200.000 Jahren hier aufbaute und von Hamburg bis Schlesien verläuft. Quellenreich, seenreich, fischreich, Teichwirtschaft;
Schloss (1717) mit Landschaftspark

Bronkow

Gemeinde mit rund 600 EW auf 38,21 km² in 129 m ü.NN.
OT Lipten Hauptstr. 21/22 ehemaliges Gutsarbeiterhaus, langgezogener Fachwerkbau, zweigeschossig

Calau

Stadt mit rund 9.000 EW (2012) 162,59 km² in 93 m ü. NN.
1279 wurde Calau gegründet bzw. erstmals urkundlich erwähnt.
Einen echten Calauer hört man angeblich gern mal, nur wer erzählt einen oder kennt einen, der einen erzählen könnte? Darf auch über Calau sein. Vielleicht dass die Wendische und die Landkirche seit 1666 in gleicher Form durch die Kirchstraße getrennt sich erheben laut Rohübersetzung aus dem Wendischen (bhs). Gegenüber (?) das Fachwerkhaus (1789) war Mädchenschule, heute Heimatmuseum mit beachtlichen Zeugnissen der Schuhmacherei;
sehenswert:
Altstadt mit Rathaus (1880) am Markt in Neorenaissancestil
Calauer Schweiz mit der Goldborn-Quelle bei Werchau
zugehörig:
OT Zinnitz - Schloss, Klassizismus mit Park; Findlingspark, Relikte des Braunkohletagebaus OT Buckow - Kirche

Grünewald OL

Gemeinde mit rund 550 EW (2012)
- Glockentürmchen in Sella
- Dorfplatz in Grünewald

Großräschen

Stadt mit rund 9.000 EW auf 81,29 km² in 115 m ü.NN. am taufrischen Großräschener Sees, Teil des Lausitzer Seenlandes

1370 erstmals als Redschin "magnum et parvum" - da wurde schon in Groß- und Kleinräschen unterschieden. Bis vor 1900 sprach man hier noch mehrheitlich Sorbisch.
Erst 1925 wurden die Dörfer Klein- und Großräschen zum Dorf Großräschen zusammengelegt, obwohl Kleinräschen - einst wendisches Angerdorf - älter und stets größer war.

Ende 19. Jh. begann hier der Braunkohlenbergbau. Die ebenfalls ergiebigen Tonvorkommen führten zur Entwicklung der Ziegelindustrie. Der Bedarf an Fach- und Arbeitskräften wurde über Zuwanderung aus den Nachbarländern ausgeglichen, später wohl auch durch polnische und sowjetische Zwangsarbeiter.
1954 entstand hier ein Ausbildungzentrum für Ziegler. Und Großräschen wuchs zum tatsächlich großen Dorf am Bach, zum damals größten Dorf der DDR.
1965 erhielt es Stadtrecht.
Die größte bergbaubedingte Umsiedlung der Lausitz erfolgte in den 1980er Jahren mit dem Kohleabbau in Bückgen, heute Großräschen-Süd. In dieser Zeit entstanden auch die Großplattenbauten im Norden der Stadt. Was damals für die Betroffenen dramatisch, aber volkswirtschaftlich alternativlos schien, wird heute durch Kommerz geregelt. Widerstand findet kein Echo mehr.
sehenswert u.a.
- Evangelische Stadtkirche am Markt
- Kurmärker mit Wettigs Hof am Marktplatz
- historische Dorfanlage Kleinräschen mit Senftenberger Vierseitenhöfen
- Holländerwindmühle in Dörrwalde
- Anti-Kriegs-Denkmal (1956) am Ortsausgangvon Freienhufen in Richtung Großräschen
- Großräschener Sees, geflutet ab 2007), IBA-Terrassen am See (2004, Architekt: Ferdinand Heide), Besucherzentrum zum Wandel in der Region durch die Bergbaufolgelandschaft

Stadtteile:
Großräschen Nord (Plattenbausiedlung)
Großräschen Ost, früher Schmogro (1946)
Großräschen Süd, früher Bückgen (1946)
Kunze-Siedlung, Temposiedlung ( wohl besonders schnell errichtet?), Waldrand-Siedlung

Ortsteile/Eingemeindung (seit 1997):
Allmosen / Wołobuz, Barzig / Barce, Freienhufen / Dobry Wótšow
Dörrwalde /Suchy Gózd, Saalhausen / Załuž, Wormlage / Wormlag, Woschkow / Wóškow

Hermsdorf, Oberlausitz

Gemeinde im Amt Ruhland mit rund 800 EW (2012)
OT Lipsia:denkmalgeshütztes Schloss Lipsa mit Park

Guteborn

Gemeinde mit rund 550 EW (2012), Schlosspark in Guteborn

Hohenbocka

Gemeinde mit rund 1.000 EW (2012), Schloss Hohenbocka mit Schlosspark

Ortrand

Stadt mit rund 2.200 EW (2012)
sehenswert:
Wasserschloss Großkmehlen (16. Jh.), Renaissance, dreigeschossig. Im 17.Jh. erfolgten zahlreiche Umbauten durch die Familie von Lüttichau, wohl auch nachdem es 1540 zu einer Erbteilung zwischen den Brüdern kam, u.a. barocke Stukkaturen im 1. OG. Schloßgraben und Park blieben erhalten.
zugehörig:
Frauwalde b Ruhland, Großkmehlen und Kleinkmehlen sowie Ortrand

Schlaubetal

Gemeinde mit rund 1.800 EW (2012) auf 52,34 km² in 130 m ü.NN.
benannt nach dem die Gemeinde durchfließenden Fluss Schlaube
Die Gemeinde entstand 2003 durch Vereinigung der bisherigen Gemeinden
- Bremsdorf / Brjemjow
- Fünfeichen / Pěś Dubow
- Kieselwitz / Kislica

Schwarzbach

Gemeinde mit rund 700 EW (2012,
sehenswert:
- Kutschentreffen in Schwarzbach
- Gutshaus in Schwarzbach b. Ruhland

Schwarzheide

Stadt mit rund 6.000 EW (2012), 10.000 (1980) auf 33,23 km² in 99 m ü.NN. nördlich der Schwarzen Elster im Tiefland der Niederlausitz
Die heutige Industriegemeinde Schwarzheide entstand 1936 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Zschornegosda und Naundorf.

Naundorf - heute Teil von Schwarzheide-Ost - wurde vermutlich im 12. /13. Jh. gegründet als typisches Straßendorf an einem Übergang der Schwarzen Elster.
1421 erfolgte die erste schriftliche Erwähnung als Nuwendorff in einer Verpfändungsurkunde.

Zschornegosda - heute Schwarzheide-West - wurde vermutlich im 12. /13. Jh. gegründet und als Hofreitendorf angelegt. 1449 erfolgte die erste schriftliche Erwähnung als Cschörnegast in einer Lehensurkunde. Das ursprüngliche Fischerdorf konnte sich ebenso wie Naundorf nicht gut entwickeln. Häufige Plünderungen und Seuchen war zusätzliche Hemmnisse.
Erst mit dem Braunkohle-Tagebau ab Ende 19. Jh. änderte sich das, aber auch nicht nur zum Vorteil. Mit der Begradigung und Kanalisation der Schwarzen Elster verschwand die weite Auenlandschaft und mit ihr der Fischreichtum als wichtige Erwerbsquelle.
Dafür entstanden einige Brikettfabriken. Ein Eisenhammer (1725) entwickelte sich bis hin zum heutigen Lauchhammerwerk.

1935 entstand nördlich der Stadt ein Werk zur vorsorglichen Gewinnung von Benzin aus Braunkohle, zeitgleich die heute noch die Stadt teilende Autobahn (A13). Die damals errichtete Wasserturmsiedlung stellt heute den größten Gebäudebestand der Vorkriegszeit dar. Mit der strategischen Bedeutung vor allem der BRABAG-Werke war die Stadt Ziel zerstörerischer Bombenangriffe. Von den etwa 2000 Zwangsarbeitern, meist Juden aus dem KZ Sachsenhausen überlebte die Hälfte die Arbeit, etwa 200 den letzten Todesmarsch.
Das ehemalige BRABAG-Werk wurde 1954 zum VEB Synthesewerk Schwarzheide, nach 1990 zur BASF Schwarzheide GmbH - heute größter Arbeitgeber der Region.
1967 erhielt die Industriegemeinde das Stadtrecht verliehen.

sehenswert:
- Lutherkirche (1754), denkmalgeschützt
- Wasserturm (1943/44), 36m hohes Wahrzeichen, ursprünglich als Rathausturm gedacht
- Galerie der BASF
- Freizeitpark Wandelhof mit Großraumdiskothek
- Kino mit vier Sälen und insgesamt 650 Plätzen
- Christus-Kirche (1953), erster Kirchenneubau der DDR, Otto-Nuschke-Straße
- Seecampus Niederlausitz – der erste PPP-Schulneubau in Passivbauweise
- renaturierte Hochkippe, günstige Aussichtspunkt

Stadtteile:
Schwarzheide-West (ehemals Zschornegosda)
Wandelhof
Schwarzheide-Mitte
Schwarzheide-Ost, bestehend aus Victoria und Naundorf

Vetschau / Wĕtošow

Stadt mit rund 8.500 (2012) auf 110,22 km² in 60 m ü.NN. im Süden der Spreewaldidylle.
- Wendisch-Deutsche Doppelkirche
- Heimatstube und dem
- Schloss
- Weißstorchzentrum
zugehörige Ortsteile:
Göritz / Chórice, Koßwig / Kósojce, Laasow / Łaz, Missen / Pšyne, Naundorf / Njabožkojce,
Ogrosen / Hogrozna, Repten / Herpna, Stradow / Tšadow, Suschow /Zušow

OT Raddusch/ Raduš

Kahnfährhafen am Rande des Spreewaldes, verkehrsgünstig nahe der Autobahn - Rekonstruktion der Slawenburg Raddusch, ein moderner multifunktioneller Bau mit Gastronomie.

Raddusch Slawenburg © LianeM

Die generell in feuchten, unzugänglichen Niederungen gelegenen Burgen der Lusizi bestanden aus einer Konstruktion übereinander geschichteter Eichenstämme, deren Asthaken miteinander verzahnt bzw. verkämmt wurden. Die Rostsektionen verfüllte man mit Sand, Erde und Lehm. Obenauf noch eine gebaute Brustwehr aus starkem Weidegeflecht, so erreichten die Burgwälle eine beachtliche Höhe von bis zu 9 Metern. Die Burg Raddusch besaß zwei Tunneltore

Städte und Gemeinden im Kreis / EW geschätzt
Altdöbern Bronkow Calau Frauendorf 700, Großmehlen 1.100, Großräschen Grünewald, Guteborn Hermsdorf, Hohenbocka, Kroppen 700, Lauchhammer Lindenau 700, Lübbenau Luckaitztal 850, Neupetershain 1.300, Neu-Seeland 600, Ortrand Ruhland, Schlaubetal Schwarzbach 700, Schipkau 7.000, Schwarzheide Schwarzbach, Senftenberg Tettau 800, Vetschau/Spreewald