Usedom - die Inselstadt

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fotos © galerie / fotobee.de - Marktplatz der Stadt Usedom. Nach unten geht es zum Hafen.

Landstädtchen mit rund 1.800 EW (2012), 2.800 (1980) auf 38,57km² im südwestlichen Zipfel der Insel Usedom.

Eine uralte slawische Siedlungsanlage erstreckte sich über den Schlossberg, einem markanten Bodendenkmal, bis zum nördlich angrenzenden Bauhof und den westlich liegenden Kirschenberg.

nachdenklich

1128 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Ortes, als der pomoranische Fürst Wartislaw I. einen Landtag einberief, dem auch Bischof Otto von Bamberg beiwohnte. Dabei entschied sich die Führungsschicht des westlich der Oder gelegenen neu erworbenen Herrschaftsgebietes von Wartislaw l. für die Annahme des christlichen Glaubens. Das Volk hatte keine Stimme.
1298 wurde Usedom zur Stadt ernannt.

Usedom, Denkmal auf dem Schlossberg

1928 wurde aus Anlass der 800. Wiederkehr des Tages der friedlichen Christianisierung die Oberfläche des aufgeschütteten Kegelstumpfes als Denkmalsplatz gestaltet. Die Tafel an dem Granitkreuz trägt eine Inschrift, den überlieferten scheinheiligen(?) Kommentar des Bischofs:

Gott will nicht erzwungenen, sondern freiwilligen Dienst.

Noch 1121/22 überzog Herzog Boleslaw III. das Gebiet mit einem verheerenden Krieg zur Unterwerfung der slawischen Stämme in Mittelpommern. Mit der nachfolgenden Christianisierung beauftragte er 1128 Otto von Bamberg.

Diese friedliche Missionierung und Landnahme folgte im Grunde einem bewährten Muster:

1. Man überziehe ein fremdes Territorium mit Terror und kriegerischer Gewalt.'
2. Man biete den Führern des überlebenden Restvolkes einen Deal als künftige Statthalter an.
3. Man ersetze die alte slawische Kastellaneiverfassung durch die deutsche Vogteiverfassung.
4. Man reichere die ansässige Bevölkerung durch Zuwanderung höriger deutscher Siedler an.
5. Man vernachlässigte die Ursiedlung durch Bau eines neuen benachbarten Machtzentrum.

Das Castrum Uznam war im 12. und bis ins 13. Jh. bevorzugter Aufenthaltsort pommerscher Herzöge. Aus der Burg Usedom wurde das Schloss Usedom. Bereits 1298(?) besaß Usedom das lübische Stadtrecht.
Um 1250 wurde die abgelöst.

Mit der pommerschen Landesteilung 1295 verlor das Schloss Usedom an Bedeutung. Es wurde noch als Witwensitz der Herzogsfamilie genutzt. Im 30jährigen Krieg scheint es verfallen zu sein.1865 waren noch einige Mauerreste zu sehen.

sehenswerte Innenstadt

[B] ehemaliger Bahnhof, Bäderstraße 5, heute als Klaus-Bahlsen-Haus mit Naturparkausstellung zur abwechslungsreiche Landschaft am Peenestrom, Stettiner Haff und Achterwasser, Lebensraum bedrohter Tierarten wie Seeadler oder Fischotter.

Usedom Kirche

[M] Ältere Häuser findet man vor allem am Markt.
[R] Rathaus, eher unauffällig in der Mitte des Marktplatzes

[1] Kirche St. Marien (1337 ersterwähnt) war nicht die erste, ist heute aber einzige Kirche der Stadt. Nach dem großen Stadtbrand 1475 wurde die Kirche im spätgotischen Stil wieder neu errichtet. 1891 erfolgte ein Umbau zur dreischiffige Hallenkirche in der heutigen Form. Ein alter Grabstein ist den Gründern des Klosters Grobe, Fürsten Ratibor und seiner Ehefrau Pribislawa, gewidmet.


Sehenswertes und Markantes in der Innenstadt von UsedomWappen am Stadttor von Usedom
Usedom, Anklamer Tor

[2] Norddeutscher Hof

[3] Anklamer Tor (um 1450 bis 16 Jh.), ältestes erhaltenes Bauwerk der Stadt, 18. /19. Jh. als Stadtgefängnis, heute als Heimatstube mit Exponaten zur Geschichte der Stadt für die Öffentlichkeit zugänglich, auch Trauzimmer mit besten Ja-Aussichten (über die Stadt)

[4] Deutsches Haus
[5] Schlossberg
[6] Hafen mit Hafenkneipe am Usedomer See


überbrückt

Eisenbahnhubbrücke Karnin, Nutzung 1876 bis 1945, seitdem Ruine. Die Reisezeit zwischen Berlin und Swinemünde betrug 1943 2h 36 min.
Usedomer Bäderbrücke bei Zecherin: 1936 erbaut, 1945 kriegszerstört, 1956 wiedererrichtet

idyllisch

Blick auf das Haff und die spätgotische Dorfkirche (15. Jh.) von Mönchow.
Die kleine Kirche in Liebe wurde bereits 1216 erstmal erwähnt. In der Kirche <morgenitz, Spätgotik, turmlos, birgt den Prunksarg eines shwedischen Obristen (1699)

eigenartig?

In den Chroniken wird von Zuständen berichtet, z.B. wie der Turmwächter zwei einsitzende Mörder nachts auf Raubzug schickte und das Diebesgut an sich brachte. Aber warum in die Ferne Schweifen, sieh...


Ortsteile/Eingemeindung

Gellenthin, Gneventhin, Karnin, Kölpin, Mönchow, Ostklüne, Paske, Usedom, Voßberg, Weißer Berg, Welzin, Westklüne, Wilhelmsfelde, Wilhelmshof, Zecherin