Bentheim - ein grafschaftlicher Kreis

Mit Unterwerfung der Sachsen durch Karl den Großen Ende 8. Jh. stand das Gebiet an der Vechte im Einflußbereich zweier kirchlicher Metropolen, den Bischofssitzen Utrecht und Münster. Zwischen diesen beiden geistlichen Gebieten etablierten die Grafen von Bentheim im Vechtegebiet eine weltliche Herrschaft, ausgehend von einer "Curtis" in Schüttorf, der Olde Hof. Das Herrschaftsgebiet der Bentheimer Grafen ist seit dem 12. Jh. urkundlich nachweisbar.
Im 14. Jh. erwarben die Grafen von Bentheim bedeutende Gerichtsbarkeiten und vollzogen so allmählich den Ausbau des Bentheimer Territoriums zur selbständigen Landesherrschaft.
Seit 1328 galt Bentheim als Grafschaft, seit 1486 durch Lehensauftrag an den Kaiser als freie Reichsgrafschaft.
Mit dem Wiener Kongreß im Jahre 1815 wurde die Eingliederung der Grafschaft in das Königreich Hannover beschlossen, mit der Annektion von Preußen avancierte die Grafschaft zum westlichen Teil dieses Königreiches als preußischer Großkreis Lingen.
Am 1. April 1885 trat die Kreisordnung für die preußische Provinz Hannover in Kraft, die Geburtsstunde des heutigen Landkreises Grafschaft Bentheim. Trotz der engen Einbindung in einen überregional politischen Rahmen ist die Eigenständigkeit der Grafschaft als gewachsene landschaftliche und kulturelle Einheit bis heute gewahrt geblieben.

Die abwechslungsreiche Landschaft mit Heideflächen, Mooren, Wäldern und Flüssen, dazu fast holländisch anmutende Städtchen und Dörfer mit spärlichem Informationsfluss locken immer wieder unerschrockene Entdecker in die Gegend. Raffinierte Strategie.

Georgsdorf

dem Moor abgetrotzte Gemeinde mit rund 3.300 EW (2012). Pionierarbeit leistete dabei der Holländer Dr. Johann Picardt, der neben kultivieren auch predigen und heilen konnte. 1663 hatte ihm Graf Ernst-Wilhelm zu Bentheim den Auftrag zur Kultivierung des wilden Moores erteilt. Entsprechend wurde auch der geschaffene Coevorden-Piccardie-Kanal benannt, der hier auf den Süd-Nord-Kanal trifft. spezial:
Pfannkuchen aus selbst angebauten Buchweizen, noch selbst in einer alten Mühle gemalen, noch immer gern selbst gegessen - ist einfach gesund.

Halle b Neuenhaus, Dinkel

Gemeinde mit fast 700 EW (2012)

Hoogstede

Gemeinde mit rund 2.900 EW (2012), ringsum Wallhecken und eine Dorfkirche, die bis 1819 etwa 16 km nördlich in Emlichheim stand.

Laar

Gemeinde mit rund 2.200 EW (2012) auf 51,01 km², der Samtgemeinde Emlichheim angehörend
Gut Laar oder Laarwald, ein ehemaliger Rittersitz, seit 1227 mit Burg und Ort(?) im Besitz der Grafen von Bentheim, Burg ist nicht unbedingt der Hingucker.

Lage - keineswegs aussichtslos

Gemeinde mit rund 1.100 EW (2012)
Erst 1803 verlor der Ort am Flüsschen Dinkel seine politische Selbstständigkeit. Von der Macht der Burgherren erzählt die Ruine der Burg aus dem 16. Jh. im historischen Ortskern. Ganz in ihrer Nähe ließ sich einst ein Müller nieder, der auf der anderen Uferseite der Dinkel die Wassermühle errichtete. Der Fachwerkbau beherbergt heute eine Teestube. Nicht weit davon entfernt liegt ein 1686 nach holländischem Vorbild erbautes Herrenhaus mit restaurierten Gesindehäusern. Im nahe gelegenen Wald lohnt es sich, nach oben zu blicken, denn in den Wipfeln der mächtigen Bäume nisten Graureiher.

Neuenhaus

Stadt mit rund 9.800 EW (2012)
Denkbar, dass die Kerben im Portal der Kirche mit Löffeln aus dem Weichen Bentheimer Sandstein geritzt wurden, weil man dieses Pulver im Mittelalter als wirksames Gewürz gegen Krankheiten hielt. In der Veldhausener Mühle (aus Sandstein) wird noch an Smstag nachmittags Korn gemahlen (2002).

Osterwald

Gemeinde mit rund 1.200 EW (2012)
Seit 1904 wurde in der Grafschaft Erdöl gesucht, seit Ende des Zweiten Weltkriegs aus 900 m Tiefe gefördert. Die ölpumpen fallen alls nickende Jasager in der Landschaft auf und werden auf Luftaufnahmen zum Glück nur als solche gedeutet.

Schüttorf

Stadt mit rund 12.300 EW (2012)

Uelsen

Gemeinde mit rund 5.400 EW (2012)
staatlich anerkannter Erholungsort am Rande der Itterbecker Heide, mit beheiztem Waldfreibad und Kopie des vermutlich ältesten Goldgefäßes Mitteleuropas, zu sehen im alten Rathaus - und wo ist das Original? Gefunden wurde es jedenfalls in Uelsen.

Wietmarschen

Gemeinde mit rund 11.600 EW (2012).
Das Gnadenbild Unserer lieben Frau von Sünte Marienrode, das 1220 geschaffen wurde, machte Wietmarschen zu einem bis heute bekannten Wallfahrtsort. Aus dem ganzen Bundesgebiet kommen Menschen ins ehemalige Benediktinerkloster, um vor der mit Silberfolie beschlagenen Holzplastik zu beten und Hilfe zu erbitten.
Das Verwaltergebäude ist heute ein Museum, im Stiftsdamenhaus befinden sich Altenwohnungen, das Gesindehaus wurde zum Café.

Wilsum

Gemeinde mit rund 1.600 EW (2012) zwischen der Echtelerheide im Norden und der höher gelegenen Itterbecker Heide - Naturschutzgebiet - im Süden, wo verdächtig viele Schafe weiden. Diese sollen die Birken nieder halten und dafür sorgen, dass sich die Heide erneuert. Heideschnucken eben. Ab Mitte August blüht die Heide.

Städte und Gemeinden im Kreis / EW geschätzt
Bad Bentheim Emlichheim 7.150, Engden 500, Esche 600, Georgsdorf Getelo 500,Gölenkamp 600, Halle Hoogstede Isterberg 600, Itterbeck 1.800, Laar Lage Neuenhaus Nordhorn Ohne 600, Osterwald Quendorf 550, Ringe 2.100, Samern 700, Schüttorf Uelsen Wielen 600, Wietmarschen Wilsum