Braunschweig - an der Oker

Braunschweiger Löwe und Burg Dankwarderode © anweber

Als Löwe sah sich Städtegründer Heinrich. Auf Braunschweigs Burgplatz reckt er sich trutzig wachsam.

Braunschweig ist kreisfreie Stadt mit etwa 245.400 EW (2002) auf 192,09 km².

stadtgeschichtlich

Braunschweig wurde vom sächsischen Grafen Bruno II. (Anfang 11. Jh.?) gegründet, einer Stadtgründungssage nach allerdings bereits 861.
1031 wurde Braunschweig erstmals urkundlich erwähnt als "Brunesguik“. Der Stadtname setzt sich zusammen aus dem Eigennamen Bruno und der Bezeichnung für einen Rast-, Lager- und Umschlagplatz der Kaufleute, wik. Der Ort war dafür ideal geeignet, da er an einer Okerfurt lag. Denkbar ist auch eine Herleitung von "Brand", wonach Brunswik dann ein durch Brandrodung entstandener Platz wäre.

Braunschweig wuchs unter Herzog Heinrich dem Löwen (geb. 1129/30, gest. 6. August 1195) zu einer mächtigen Stadt mit mehreren Stadtteilen (sog. Weichbilder: Hagen - von Heinrich gegründet, Altstadt, Neustadt, Altewiek und Sack). Heinrich baute Braunschweig zu seiner Residenz aus. Er erweiterte die brunonische Burg Dankwarderode, riss die alte Kirche von 1030 ab und ließ von 1173 einen Dom an ihrer Stelle errichten, der am 29.12.1226 fertig gestellt wurde. Er ist St. Blasius geweiht.

Braunschweig war durch seine Lage an der bis hier schiffbaren Oker eine wichtige Handelsstadt und vom 13. Jh. an Mitglied der Hanse.

Herzogtum Braunschweig

Auch das Herzogtum Braunschweig geht auf Heinrich den Löwen zurück und war Teil des Landes der Welfen. In der Folge zerfiel es durch Erbteilung in Teilstaaten. Im 14. Jh. bildete sich das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel heraus. Die seit dem 15. Jh. bestehende städtische Unabhängigkeit ging 1671 wieder verloren, als die welfischen Landesherren ihre Residenz, die sich seit ca. 1430 in Wolfenbüttel befand, 1753 nach Braunschweig zurückverlegten. 1806 wurde Herzog Karl Wilhelm als preußischer General in der Schlacht bei Auerstädt tödlich verwundet. Von 1807 bis 1813 war Braunschweig von den Franzosen besetzt und Teil des Königreiches Westfalen. Nach dem Wiener Kongress wurde es 1814 als Herzogtum Braunschweig wieder gegründet. Seit dem Deutschen Krieg von 1866 bis 1911 wurde das Herzogtum durch das Königreich Preußen verwaltet.Erst mit der Hochzeit zwischen Viktoria Luise (Tochter Kaiser Wilhelm II.) und Prinz Ernst August von Braunschweig-Lüneburg am 24.05. 1913 kommt es zur Aussöhnung zwischen Welfen und Hohenzollern und ein Welfe wird erneut zum Herrscher.

Im Barock wurde Braunschweig unter anderem geprägt durch Herzog Anton Ulrich, der in Salzdahlum nahe Wolfenbüttel eine barocke Residenz mit Garten schuf. Das Herzog-Anton-Ulrich-Museum mit seinen bedeutenden Werken geht auf ihn (seine Bereicherung) zurück.

In historisches Zwielicht gelangte Braunschweig dadurch, dass Adolf Hitler durch die Anstellung im braunschweigischen Staatsdienst (Regierungsrat beim Landeskultur- und Vermessungsamt) am 25.2.1932 die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt und dadurch für den Reichstag kandidieren konnte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Braunschweig durch Luftangriffen schwer beschädigt. Diese Angriffe galten Rüstungsbetrieben und der Versuchsanstalt für Luftfahrt im Westen der Stadt. Im schlimmsten Angriff am 15.10.1944 wurde fast die ganze Innenstadt mit Hunderten Fachwerkhäusern und sämtliche Kirchen zerstört - nur nicht der Dom, den die Nazis zur Nationalen Weihestätte umgebaut hatten.

sehenswerte Altstadt

Das Wiederaufbaukonzept der Stadt geschah um "Traditionsinseln" herum, die ein weitgehend historisches Bild der Stadt bewahrten.

[A] Altstadtmarkt: Traditionsinsel mit Altstadtrathaus, 14. Jh., Laubengang und Skulpturen aus dem 15. Jh., spätgotischer Marienbrunnen auf dem Platz, Gewandhaus von 1303, Renaissancefassade, einst Kaufhaus der Gewandschneider,
St. Martini, romanische Basilika aus dem 12. Jh., später zur Hallenkirche umgebaut, schöne Stücke im Inneren, z.B. Alabasteraltar.

[B] Burgplatz mit Burglöwe. Heinrich der Löwe erwählte als Zeichen seiner Macht den Löwen zum Wappentier und ließ 1166 den Bronzelöwen gießen und auf hohem Steinpfeiler aufstellten. Das Original befindet sich heute im Museum. Es ist die erste freistehende Skulptur nördlich der Alpen.
Vor solchen Löwen wurden oft Gerichtsverhandlungen abgehalten oder allgemeine Rechtsgeschäfte wie Zinszahlungen oder Käufe durchgeführt und beschworen.

[K] Kohlmarkt, allzeit dynamisch. Hier bestanden schon im 9. Jh. Stapelplätze für Händlerware.
[R] Rathaus (1894/1900), Neugotik
[T] Staatstheater am Theaterpark

Braunschweig © Frank

[1] Die Burg Dankwarderode bildet mit Dom ein bedeutendes Städtebauliches Ensemble.
[2] klassizistische Landesmuseum, weiterhin am Platze das Haus der Familie von Veitheim (1573) und das imposante Gildehaus bzw. Huneborstelsche Haus (1536)

[3] Dom St. Blasius, dreischiffige romanische Pfeilerbasilika, spätromanische Wandmalereien, Innenausstattung mit Bronzeleuchter, spätromanischen Grabplatten, Marienaltar.
[4] Schloss

[R] Rathaus (1894/1900), Neugotik
[T] Staatstheater am Theaterpark


Braunschweig, Stadtplan einiger Sehenswürdigkeiten in der Altstadt

[3] Dom St. Blasius, dreischiffige romanische Pfeilerbasilika, spätromanische Wandmalereien, Innenausstattung mit Bronzeleuchter, spätromanischen Grabplatten, Marienaltar.
[4] Schloss[5] Herzog Anton Ulrich Museum am Museumspark
[6] Magniviertel mit Magnikirche ist eine der ältesten Siedlungen, auf denen die Stadt beruht. Auf dem östlichen ebenso wie auf dem gegenüberliegenden
[7] Städtisches Museum am Löwenwall

[8] St. Aegidien: gotische Basilika, zur Hallenkirche umgebaut, Museum im ehemaligen Klostergebäude

[9] Villa Salve Hospes (1805/08), im Stil des frühen Klassizismus nach Entwurf von Peter J. Krahe, heute Sitz des Kunstvereins

[10] Altstadt-Rathaus mit im 14. bis 15. Jh. vorgebauten zweigeschossigen Laubengang sowie Fürstenpaare-Figuren, Maßwerk im Obergeschoss, Dornse (großerSaal) - eines der schönsten mittelalterlichen Bauwerke; Nahe die Martinikirche, weiter westlich die dreischiffige Hallenkirche St. Michaelis, schöne Fachwerkhäuser im Umfeld.
[11] St. Petri: quadratischer Grundriß, Turm aus 1270, dreischiffige Halle aus frühem 14. Jh.

weiterhin:
Alter Bahnhof: ältester Bahnhof Deutschlands, klassizistisch, 1845 fertiggestellt.
Magniviertel mit Hallenkirche St. Magni (1447 vollendet) inmitten schöner Fachwerkbauten
Schloss Richmond: spätbarock, klassizistisch, erbaut 1768/69, Park im englischen Landschaftsstil, der Bau wurde von der englischen Herzogin Augusta veranlasst.

museal

• Städtisches Naturhistorisches Museum, Pockelsstraße 10a
• Städtisches Museum, Am Löwenwall: Stadtgeschichte, Gebrauchsgeräte
• Wilhelm-Raabe-Gedenkstätte, Leonhardstraße 29a
• Museum für Fotografie, Helmstedter Str. 1
• Zisterziensermuseum, Klostergang 64
• Mineralien-Kabinett, Gaustraße 28
• Bauernhaus-Museum, Katzenhagen 7, in Bortfeld, ca. 8 km nw
• Herzog-Anton-Ulrich-Museum: Gemälden, Plastiken, Möbel, Majolika, Porzellan, Spitze...

ruhig

• Theaterpark und Museumspark im Osten der Altstadt
• Bürgerpark im Süden der Altstadt an der Oker bis hin zum Südsee

festlich

Mittelalterlicher Markt: Pfingsten
Drehorgelfest Anfang Mai
Schützenfest Mitte Juni
Magnifest Anfang September

gebildet

Technische Universität Braunschweig
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL - Homepage: http://www.fal.de) und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB - Homepage: http://www.ptb.de) wichtige Forschungseinrichtungen und Arbeitgeber.

spezial:
Mumme - Bierspezialität, Malzextrakt, zuerst 1390 erwähnt und seitdem in alle Welt exportiert

persönlich

Wilhelm Raabe, Carl Friedrich Gauss, Ricarda Huch, Ernst August Klingemann, Friedrich Gerstäcker
Till Eulenspiegel, der aus dem Dorf Kneitlingen östlich von Braunschweig stammt und in der Stadt viele derbe, aber auch weise Scherze getrieben hat. Da er aber offensichtlich fast zeitgleich in weit voneinander gelegenen Orten gesichtet wurde, liegt die Vermutung von Zeitverschleifungen nahe.

Stadtteile/Eingemeindung
Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt von Braunschweig

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