Landkreis im Nordwesten von Niedersachsen

morgens an der Wesermündung bei Nordenham
Landkreis Wesermarsch grenzt im Westen an die kreisfreie Stadt Oldenburg und an die Landkreise Ammerland und Friesland, im Norden hat der Kreis eine Küste entlang dem Wattenmeer (UNESCO-Weltkulturerbe) der Nordsee, im Osten bildet die Weser die Grenze zu den Landkreisen Cuxhaven und Osterholz sowie zur Stadt Bremen und im Süden grenzt er an den Landkreis Oldenburg.

Berne

Gemeide mit rund 6.800 EW (2012) auf 85,2 km² in 6 m ü.NN.
Zwischen Bremen und Oldenburg (Oldb.), an Unterweser und Hunte als Teil der Wesermarsch mitten im Stedinger Land, dort liegt Berne. Viel Grün, noch mehr Wasser, weißer Strand, weites Land, Werften, schmucke Höfe, viele Störche und übersichtlich kleine Dörfer.
erbaulich:
St. Aegidius-Kirche (um 1240): Dreischiffige gotische Hallenkirche, Arp-Schnitger-Orgel, Altar aus der Werkstatt Ludwig Münstermanns

Butjadingen

Halbinsel und Gemeinde mit 6.580 EW (2003) auf 129,02 km² bei 0 m ü. NN; recht dünn besiedelt bei 51 EW/km².
Namensbildung aus "buten" (niederdeutsch: außerhalb, jenseits) und "Jade" ab - also Land jenseits des Jadebusens. Im Osten/ Nordosten grenzt es allerdings an die Weser und im Norden an das Wattenmeer (Nordsee) grenzt.
Die Halbinsel hat sich erst im Mittalter nach verheerenden Sturmfluten mit intensiven Küstenverformungen gebildet. Nach der Zweiten Marcellusflut 1362 war Butjadingen zeitweise eine Insel. Viele Orte versanken für immer in den Fluten - Tedlens, Langemehne, Bär, Alt-Waddens, Aldessen und weitere. Ein schlimmes Weihnachten gab es 1717, als fast ein Drittel der Bewohner ihr Leben liessen. Natürlich waren auch die wirtschaftlichen Folgen katastrophal.

Im Mittelalter war Putjadingen übrigens noch lange eine Art freie Bauernrepublik. Getreu ihrer Losung "Lewer dod as sklav" verteidigten sie ihren Status und konnten erst nach verlustreichen Schlachten von den Ostfriesen, Bremern und zuletzt von den Oldenburgern einverleibt werden.

Landwirtschaft, Tourismus und etwas Fischerei auf Garneelen (die man hier für Krabben hält) sind die dominierenden Ertragsquellen.
zugehörig zur Gemeinde unter anderem Waddens, Stollhamm, Langwarden, Ruhwarden und Eckwarden, die Fremdenverkehrsorte Tossens, Burhave, Eckwarderhörne.
touristisches Kleinod:
der Hafen von Fedderwardersiel. Hier unterhält der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ein Informationszentrum. Das Putjadingen vorgelagerte Wattenmeer erstreckt sich zwischen den Mündungen von Jade und Weser etwa 23 km nach Nordwesten bis über die Insel Mellum hinaus.
Fährverbindungen bestehen über die Weser von Nordenham nach Bremerhaven und in den Sommermonaten über die Jade von Eckwarderhörne nach Wilhelmshaven. Von Nordenham gibt es eine Bahnverbindung nach Bremen

Elsfleth

Stadt mit 9.200 EW (2002) auf 115,15 km² in etwa 6 m ü. NN., am Westufer der Weser an der Einmündung der Hunte, im Südwesten an Oldenburg grenzend;
um 1220 erste urkundlichen Erwähnung - E. ist somit einer der ältesten Orte an der Unterweser. Möglicherweise geht die Ortsgründung auf das 9. Jh. zurück.
1856 Stadtrechte
persönlich:
Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Oels, der "Schwarzen Herzog", kämpfte gegen Napoleon Bonaparte, schiffte sich hier 1809 auf tapferer Flucht nach England ein und erhielt dafür ein Denkmal (1859) am Hafen.
Graf Anton Günther führte den Weserzoll ein, wovon auch die Stadt ein reichliches Jahrhundert reichlich profitierte. Wer profitierte konkret und auf wessen Kosten?
sehenswert:
- Segelschulschiff Großherzogin Elisabeth
- Huntesperrwerk,
- Elsflether Sand, Flussinsel zwischen der Hunte und der Weser
- Personenschifffahrt, z.B. mit dem FGS Hanseat durch die Niederungen von Lesum und Hamme zum Künstlerdorf Worpswede

Jade

Gemeinde mit rund 5.800 EW (2004) am Jadebusen - klingt zumindest halbedel.

Lemwerder

Gemeinde mit rund 7.400 EW (2004) auf 36,38 km² in etwa 1 m ü. NN im Süden der Wesermarsch auf der linken Weserseite gegenüber von Bremen-Vegesack
zugehörige Ortsteile:
Altenesch, Bardewisch, Deichshausen, Lemwerder

Ovelgönne

5.757 EW (2003) auf 123,81 km² in 4 m ü.NN. an der deutschen Sielroute;
Ovelgönne besitzt eine sehr naturbelassene Umgebung nahezu frei von jeder Industrie, mit viel Weideland und die für die Wesermarsch typischen Bewässerungsgräben. Als einziger Industriebetrieb ist das Milchwerk Botterbloom in Strückhausen zu nennen, welches durch seine Speiseeisproduktion weit über die Grenzen hinaus bekannt ist. Erwähnenswert ist vor allem das Hochmoor in Rüdershausen, welches aus einer Zeit stammt, in der der Jadebusen noch eine Moorlandschaft war. Die Gemeinde bezeichnet sich selber als das "Grüne Herz der Wesermarsch".
Großenmeer, Oldenbrok, Strückhausen, Ovelgönne und Ovelgönner Pferdemarkt (nds. Ovelgunner Peermaart)
Strückhauser Kaltblutrennen
museal:
Norddeutsches Handwerksmuseum, Puppenmuseum

Städte und Gemeinden im Kreis / EW geschätzt
Berne Butjadingen Brake (Unterweser) Elsfleth Jade Lemwerder Nordenham Ovelgönne Stadland