Wilhelmshaven - große Jadestadt am Busen

94.500 EW (2002), im Durchschnitt gerade noch über dem Meeresspiegel liegend. Naheliegend der Gedanke, dass hier die Zukunft auf dem Wasser liegt, oder wenigstens am Wasser. Das fand auch Edo Wiemken. 1383 errichteten der Seeräuber am Eingang zum Jadebusen seine Edenburg, die spätere Siebethsburg, die 1433 durch Hanseaten zerstört wurde. Grundmauern und Straßennamen künden noch immer von gewaltiger Vergangenheit, in der die Bösen oft auch die Guten waren.

Auch Preußen war ambitioniert. Die Ostsee war zu begrenzt, ein direkter Zugang zur Nordsee wünschenswert. Der für den Aufbau einer eigenen Flotte zuständige Prinz Adalbert klopfte 1848 an den flachen Geldbeutel der Oldenburger. Der Plan eines preußischen Nordseehafens kam nicht ungelegen. Im Jade-Vertrag (1853) zwischen dem Königreich Preußen und dem Großherzugtum Oldenburg wurde die Abtretung einen Landstreifen von 313 ha oldenburgischen Gebietes vereibart.
Auf diesem Areal weihte König Wilhelm I. 1869 den Hafen ein und taufte die gleichzeitig entstandene Siedlung auf seinen Namen.
1873 wurden weitere 109 ha erworben und Wilhelmshaven erhielt Stadtrecht.

1937 erfolgte die Zusammenlegung der Städte Wilhelmshaven und Rüstringen (1911 durch Zusammenschluss der Gemeinden Bant, Heppens und Neuend entstanden) und Eingemeindung weiterer Gemeinden im Norden: Wilhelmshaven wurde 1938 Großstadt.

Im 2. Weltkrieges wurden aufgrund der zu erwartenden Luftangriffe neue Stadtteile räumlich von einander getrennt und nach "Berliner Vorbild" geschaffen. Das bedeutet konkret: Luftangriffe zerstörten zwei Drittel der Stadt. Eigentlich sollte der Wiederaufbau losgelöst von einseitigen militärischen Überlegungen erfolgen, doch die Nordseestadt beherbergt heute den größten deutschen Marinestützpunkt. 1957 wurde der Ölhafen fertig gestellt, Deutschlands größter und einziger Tiefwasserhafen. Außerdem konnten mit Lockangeboten hochqualifizierte Techniker aus dem dem "nahen" Osten abgeworben und angesiedelt werden.

Wilhelmshafen versteht sich als kulturelles Oberzentrum mit hohem Freizeitwert. Und als Marinestandort. Aber auch als Entwicklungzentrum moderner Energietechnologien und zukunftsfähiger Standort meereswirtschaftlich und -technisch orientierter Firmen.

sehenswerte Innenstadt
Wilhelmshaven Rathaus © fotobeam.de

[R] Rathaus (1929), modern hanseatischer Klinkerbau mit Aussichtsturm 49m
Architekt: Fritz Höger, Hamburg

[B] Bahnhof, südlich davon die Südstadt mit gründerzeitlicher Berliner Architektur, Hafen und Südpromenade
[X] Kopperhörner Mühle: Holländer-Windmühle von 1839


Wilhelmshaven, Stadtplan der Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt

[1] Küstenmuseum am Rathausplatz Nord
[2] Kreuzkirche
[3] Kirche St. Willehad
[4] Gorch-Fock-Haus
[5] Kunsthalle (1968), jährlich mehrere Wechselausstellungen
[6] Werfttor 1 (1876), Haupttor zur früheren kaiserlichen Werft
[7] Robert-Koch-Hs. (1905), Neorenaissance, Virchowstr. 17
[8] Stadthalle

[9] OT Bant mit Arbeitersiedlung (Denkmalschutz) und Backsteinkirche (Ende 19. Jh), Neugotik


Kaiser-Wilhelm-Bruecke Wilhelmshaven

Kaiser-Wilhelm-Brücke: 1907 fertiggestellt, einst größte Drehbrücke Europas


weiterhin:
- Fort Mariensiel
- Burg Kniphausen (1438), 1990 renoviert, restauriert, teils neu aufgebaut - Ahnensaal, Torhaus, Parkanlage sowie Burgschänke mit "kulinarischen Besonderheiten".
- Sibetsburg (1383). Die Anlage der ehemaligen Seeräuberfestung ist im Parkgebiet noch erkennbar. Nach der Belagerung der Burg 1433 durch die Hansestadt Hamburg wurde sie 1435 durch die Hansestadt Bremen zerstört. Die Grundmauern wurden nach Ausgrabungen in den Jahren 1962 - 1964, 1983 nachgebildet.


museal
ruhig und grün
festlich und kulturell

gelernt:

FH Wilhelmshaven
FH OOW = FH Oldenburg Ostfriesland Wilhelmshaven

Stadtteile/Eingemeindung
Wilhelmshaven, Stadtteile

Aldenburg Altengroden Fedderwarder Fedderwardengroden Heppens Neuengroden Rüstersiel Sengwarden Wiesenhof