Uelzen - heidenreiche Eulenstadt

Bahnhofsgebäude UelzenSo schön kann Technik sein, dank Hundertwasser

fotos © Susanne Richter / Gerhard Schlemm / pixelio.de - am Hundertwasser Bahnhof in Uelzen

Kreisstadt mit rund 35.000 Uhlenköpern (2007) an der Wipperau im Zentrum einer bäuerlichen Kulturlandschaft mit goßen Waldflächen zwischen Lüneburger Heide und dem Naturpark Elbhöhen-Wendland

ortsgeschichtlich

973(?) gründete Bischof Bruno von Verden auf "Ullishusen“ das Kloster Oldenstadt, Keimzelle der späteren Stadt.
Um 1200 hatte sich eine befestigte Marktsiedlung am Kloster entwickelt.

steuerflüchtig
Als den Bewohnern die Zinsen und Steuern für ihre Grundstücke und Handel unangemessen hoch erschienen, umgingen sie diese bischöfliche Bevormundung, indem sie ihre Fachwerkhäuser ab- und wenig weiter am Leowenwald als "Leowenwolde" wieder aufbauten. Das geschah um 1250 und freute den Grafen von Schwerin, hier Lehnsmann des welfischen Herzogs Heinrichs des Löwen. Doch dieses Lehens-Schnäppchen musste er seinem Lehenherren 1269 zurück geben. Geld zu mehr Geld.

1270 Verleihung der Stadtrechte für die neue Stadt Leowenwolde durch Herzog Johann von Braunschweig-Lüneburg. Doch die wohl etwas bockigen Loewenwolder sahen sich weiterhin als Ullishusener und Vorfahren der heutigen Uelzener.

1350 und 1597 wütete die Pest in der Stadt und forderte jeweils etwa 500 Tote.

1374 wurde Uelzen erstmals als Mitglied der Hanse erwähnt.
1527 Durchführung der Reformation durch Herzog Ernst - den "Bekenner"

1646 vernichtete ein Brand drei Fünftel der Stadt. Der Wiederaufbau erfolgte in Fachwerk. Ein weiterer Brand vernichtet 1826 das Viertel um den Schnellenmarkt.

1847 Eröffnung der Eisenbahnlinie Harburg - Lehrte
1884 Bau der Uelzener Zuckerfabrik AG

1945 kamen bei einem Luftangriff auf Bahnhof und Umgebung auch 149 Menschen um. Am 18. April nahmen britischen Truppen die Innenstadt ein, zerstörten wohl weniger Menschen als ganze Straßenzüge.

1955 erhielt Uelzen den Status einer selbständigen Stadt.

Trotz intensiver landwirtschaftlicher Nutzung blieben große natürliche Bereiche erhalten, die für ein erholsames Wohngefühl sorgen.

sehenswerte Innenstadt

Angenehm auffallend sind die vielen historischesn Fachwerkgiebel, Twieten (schmale Gassen) und Kapellen im Altstadtkern. Vom Altstadtflair ist allerdings nicht viel geblieben. Weiflächig Modernes hat sich hineingeschoben.

Uelzener gediegenes Fachwerk
neues Rathaus von Uelzen

[A] Altes Rathaus (1347)
[B] Bahnhof, gestaltet von Friedensreich Hundertwasser - Vorsicht beim Verbreiten von Fotos!
[H] Herzogenplatz. Ein Stadtmodell aus Bronzen vor dem Rathaus zeigt, wie die Stadt früher bebaut war.

[R] Rathaus

[S] Schnellenmarkt mit Brunnen
[T] Theater an der Ilmenau, modern; Zentraltheater Bahnhofstraße, Neues Schauspielhaus


Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt von Uelzen

[1] Amtsgerich
[2] Marktcenter
[3] Dat Nige Hus (um 1400), einst Tanz- und Hochzeitshaus mit Wein- und Bierkeller des Rates und der Gilde, zerstört 1945, Fassade blieb erhalten.

[4] Marienkirche, Backsteingotik, fast 90 m hoher Turm, im Chor das Modell einer Hansekogge - das "Goldene Schiff", Wahrzeichen von Uelzen. sowie die größte Orgel der Lüneburger Heide.


Propstei Uelzen

[5] Propstei (um 1300), Treppengiebel (etwa 1420), 1593 Fassade spitzgieblig ausgemauert, 1646 und 1645 zerstört, 1949 wieder aufgebaut
[6] Postamt (1899)
[7] Hotel Stadt Hamburg, Passage
[8] Heiligen-Geist und Gertruden-Kapelle


weiterhin:
- Schleuse Uelzen am Elbe-Seiten-Kanal, Schiffshebewerk mit 23 m Hub
- Hafen von Uelzen, Fund einer Grabanlage aus der Bronzezeit (1700 bis 1000 v. Chr.)

OT Holdenstedt mit Schloss Holdenstedt, bemerkenswerte Gläsersammlung

OT Oldenstadt:
- historische Zentrum
- Klosterkirche (um 970) mit Feldstein-Basilika (11. Jh.), ältestes Bauwerk der Region
- Hannemannsche Twiete, Jagdhaus (1625), Fachwerkbau

OT Ripdorf - Stein- und Hügelgräber sowie prähistorische Ausgrabungen
OT Woltersburg - Woltersburger Mühle

natürlich tierisch

Stadtwald mit Wildgatter

persönlich

Friedrich Daniel Rudolph Kuhlau, Komponist, 1786 in Uelzen
geboren, 1832 in Kopenhagen gestorben.
Am alten Rathaus erinnert eine Tafel an ihn, im dänischen Film "Die Olsenbande sieht rot" ein komisch dirigiertes Musikstück.

Dagmar Glemme, gebürtige Uelzerin und international bekannte deutsch-schwedischen Künstlerin, hat mit einem Weg der Steine (2006) deutliche Spuren in der Stadt hinterlassen. Auf ihre munter mit phantastisch mystischen Motiven bemalten Steinbrocken trifft man "unentwegt".


gratis

Neben der Marienkirche trifft man auf einen sagenhaften Glücksbringer. Wer das Goldstück in den Händen des bronzenen "Uhlenköpers" kräftig reibt, der hat immer genug Geld. Wie kräftig und wieviel ist "genug"? Unersättliche sollen hier kleben bleiben.

Stadtteile/Eingemeindung
Lage einiger Orte im Stadtgebiet von Uelzen

1972 wurden im Zuge einer Gebiets- und Verwaltungsreform 16 Gemeinden eingegliedert.

Borne, Groß Liedern, Halligdorf, Hambrock, Hansen, Hanstedt II, Holdenstedt,
Kirchweyhe, Klein Liedern, Klein Süstedt, Masendorf, Mehre, Molzen, Oldenstadt, Pieperhöfen, Riestedt, Ripdorf, Tatern, Uelzen, Veerssen, Westerweyhe, Woltersburg