Stadtlohn ist eine Stadt mit rund EW 20.000 EW (2012) an der Berkel, im Ostzipfel an die Niederlande reichend
Um 775 erfolgte der Bau der Hünenburg, einer karolingischen Ringwallanlage von strategischer Bedeutung.
Um 800 kam es zur Gründung der Pfarre Lohn durch Liudger, erster Bischof von Münster.
1137 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Amtshofes Lohn, 1152 der Ortschaft.
1389 wurde der Name "Stadloen" erstmals genannt, war da bereits befestigt und mit einigen stadtgleichen Rechten.
1406 wurde Stadtlohn vom Grafen Heinrich von Solms zu Ottenstein in der Fehde mit dem Bischof von Münster niedergebrannt. Arg mitgenommen wurde die Stadt auch im niederländischen Unabhängigkeitskrieg und im 30jährigen Krieg.
1611 zerstörte ein Großbrand fast sämtliche Häuser.
1623 kam es zur Schlacht im Lohner Brook. Etwa 6.000 Soldaten fielen aud kaiserlicher oder herzoglich braunschweiger Seite.
1803 fiel Stadtlohn mit Ende des Fürstbistums Münster an das Fürstentum Salm.
1811-1813 gehörte Stadtlohn zum Kaiserreich Frankreich, dann zu Preußen.
1863 begann der Industrialisierung Stadtlohns mit Bau der mechanischen Weberei Hecking Söhne. Weitere Webereien folgten, aber auch die Landmaschinenfabrik Kemper (1908) und die Stuhlfabrik H. & F. Spahn (1913).
1902 erhielt Stadtlohn Anschluss an das Eisenbahnnetz. Mit dem Grenzlandexpresses kam ab 1951 das Gehen der Bahn mit Abbau der Gleise der Westfälischen Nordbahn 1988. Dafür startete 1962 der Flugbetrieb am Flugplatz Wenningfeld. Die Berkelschifffahrt wurde bereits 1796 aufgegeben.
1945 wurde die Stadt durch alliierte Luftangriffe fast vollständig zerstört. Dann folgte der Einmarsch englischer Truppen.
Nach dem Krieg kaufte die Stadt mehrere Höfe, und wies neue Baugebiete aus. Der Baubeginn für den Wohnpark Dufkamp war 1989. 2004 begann die Erschließung des Baugebietes auf dem Hof Lembeck, 2010 in Owwering.
2012 trat Stadtlohn dem Riga-Komitee bei, das die Erinnerung an die 1941/42 nach Riga deportierten und ermordeten Juden wach hält. Mitte 18. Jh. bildete Stadtlohn die zweitgrößte jüdische Gemeinde im Münsterland. Ihre Synagoge (1871) wurde 1938 zerstört, 1941 wurden die letzten Juden aus Stadtlohn doportiert.
[M] Markt, alter Marktbrunnens (1972 wiedererrichtet)
[R] Rathaus Markt 3. 1580 erwarb die Stadt ein Spiekerhaus zur Nutzung als Rathaus. Ein neues Rathaus wurde 1953 fertig.
[1] Kirche St. Otger (1896), Neugotik nach Abriss der spätgotischen Vorgängerkirche, 1951 Wiederaufbau
[2] Haus Hakenfort (1808), erbaut durch den Ortschronisten Dr. Josef Vogtt
[3] Forum
[4] Pauluskirche
[5] Stadthalle Gartenstraße
[6] Bücherei
[7] Freibad Uferstraße, 1960 eingeweiht
weiterhin:
Hilgenbergkapelle (1695) am Kapellenplatz, 1738 erweitert und Wallfahrtsort bis zum Diebstahl des Gnadenbildes 1886
Radweg entlang der Berkel, Grünerseesee, Knabenbach mit Knabenbachteich
Wenningfeld 1910 eingemeindet. 1930 erfolgte die Eingemeindung von Teilen der Gemeinden Wessendorf, Almsick und Estern.