tatsächlich stark von der Ems geprägtes Land

besonders was die bis zur wirksamen Eindeichung der Ufer regelmäßig wütenden Überflutungen anbelangt. Bis weit ins 17. Jh. glich ein großer Teil des Emslandes einem riesigen tropfnassen Schwamm. Mit der Trockenlegung der Hochmoore und Beackerung begann man 1788. Durch eine Vielzahl von Entwässerungskanälen teilte man das Moorland in Quadrate auf - Fehn oder Veen genannt - und verloste es an Bauern, die dafür ab dem zehnten Jahr eine jährliche Erbpacht entrichteten und dabei arm blieben.
Wat den einen sin Ul, is den annern sin Nachtigall - besagt ein emsländer Sprichwort. Will besagen, es ist alles Jacke wie Hose, jede Madaille hat zwei Seiten und wie man's macht ist es eh falsch, weil Glück und Unglück oft nahe bei einander liegen.

Börger

Gemeinde mit rund 2.700 (2012)ein imposantes Hünengrab und ein Opferstein am Wegesrand und ein Wacholderhain in der Nähe, wo sonst Kiefern, Eichengruppen und zerzauste Büsche überwiegen.

Dörpen

Gemeinde mit rund 4.800 (2012) Wer mehr über den Transrapid wissen möchte, findet(?) in Dörpen ein Informationszentrum...

Emsbüren

Gemeinde mit rund 9.800 EW (2012)

Emsbüren entwickelte sich um einen Amtshof, den Kaiser Karl der Große dem ersten Bischof von Münster, Liudger, um das Jahr 800 geschenkt haben soll.
819 wurde Emsbüren - dem Namen nach ein "kleines Haus, oder Dörfchen an der Ems erstmals urkundlich erwähnt mit der Kirche von Saxlinga. Schon damals besaß Emsbüren eine eigene Gerichtsbarkeit des Richthofes und ein eigenes Getreidemaß. Der Richthof soll auch der Platz gewesen sein, den Liudger als Zwischenstation auf dem Weg in seine Missionsgebiete an der Emsmündung nutzte.
2007 wurde Emsbüren erster offiziell anerkannter Ausflugsort Niedersachsens.

bedeutend:
- Gemeindeverwaltung: Markt 18
- Marktplatz mit Brunnen (1994) mit den Bronzefiguren "Herzog und Kumpan"
- St.-Andreas-Kirche (15. Jh.), Gotik, dreischiffige Hallenkirche mit einem 78 m hohen Turm, Mitte 19. Jh. Ausbau des Nordschiffs, seitdem Gestalt einer dreischiffigen Hallenkirche, ebenfalls Chorraum hinzugefügt.
- Pfarrgarten Emsbüren (um 1850) mit über 200 verschiedene Gehölzen, nahe am Pfarrhaus auch ein Ginkgo, eine Schlangenfichte und ein Trompetenbaum.
- Heimathof (1766), typisch emsländischen Hofanlage mit Heilkräutergarten und acht originalgetreuen Fachwerkhäusern: Bauernhaus, Backhaus, Wagenschuppen, Scheune, Schafstall, und Heuerhaus. Diese Gebäude standen ursprünglich in Lingen.
- Wohnhaus (1818) der Kornbrennerei Kuipers
- alte Amtsvogtei (1824), Sitz des Fremdenverkehrsverein und Standesamt > Papenstraße
- Enkings Mühle (1802), fünfstöckige Holländermühle, noch in Betrieb > Mühlenstr. 32
- Kirche St. Johannes der Täufer (um 1300) in Elbergen
- Mehringer Steine, Gruppe von drei Großsteingräbern (ca. 2500 v.d.Z.)
events:
- Emsbürener Karneval mit dem größten Karnevalsumzug des Emslands am Rosenmontag
- Herzogmarkt mit großer Vereins- und Gewerbeschau, jährlich am Sonntag nach Ostern
- Emsbürener Kaltblutrennen am ersten Sonntag im September
- Emsbürener Großkirmes am Wochenende Ende September
- Emsbürener Musiktage im Herbst
- Weihnachtsmarkt mit Kirchturmblasen im Advent

beispielhaft?

Ja, warum nicht? Es ereignete in Emsbüren, und zwar schon 1846. Trotzdem aber wird die Methode bis heute vielfältigst und sogar in kreativ abgewandelten Varianten kopiert und durchgeführt. In zahllosen Strophen wird das Ereignis besungen, leider immer seltener verstanden. Denn mal ist da von eine Koh, mal einer Kau die Rede. Nehmen wir es einfach einen "fetten Kuchen", um die Verständlichkeit zu fördern. "Pastor" versteht wohl jeder, könnte aber auch allgemein für den unverbesserlichen "Gutmensch" stehen. Im Lied vom "Pastor und sine Koh" geht es also um einen fetten Kuchen, der von einen Gutmenschen wie Perlen vor die Säue geworfen wird. Und die kleinen Ferkel kriegen nicht die Bohne davon ab. Und das soll lustig sein? Selbst wenn wir auf die Bronzeskulptur „Pastor sine Koh“ im Ortszentrum von Emsbüren treffen, dämmert kein Frohsinn in uns im Land der Denker und Lenker.

Die Überlieferung erzählt, dass Pastor Deiterings Kuh eines Tages nicht mehr fressen wollte. Die herbeigerufenen Schlitzohren - Viehdoktoren und Schlachter zugleich - bescheinigten schnell, dass die Kuh notgeschlachtet werden müsse. Pastor Deitering willigte ein. Das aber Fleisch sollten die Armen bekommen. Dem war jedoch nicht so. Die Kuh wurde unter allzu gierigen Bürgern aufgeteilt, so dass die Armen leer ausgingen. Als dieser Skandal aufflog, machte sich ein heimlicher Dorfpoet an die Arbeit. Die deftigen Verse wurden nachts bei Mühle, Brücke und Rathaus an die Tür geheftet, um die Dorfgemeinschaft über den Raub an den Armen in Kenntnis zu setzen. Eine Melodie wurde gefunden, und das "Lied van Pastor sine Koh" war geboren.

persönlich:
Maria Mönch-Tegeder (* 1903 in Mehringen, † 1980 in Meppen), Heimatdichterin des Emslandes
zugehörig:
1965 begann die Bildung einer Samtgemeinde Emsbüren aus den Gemeinden Berge, Emsbüren und Mehringen, die sich 1967 um die Gemeinden Ahlde, Bernte, Elbergen, Gleesen und Leschede erweitert wurde.
1974 kam Listrup zur neuen Gemeinde Emsbüren.

Esterwegen

Gemeinde mit rund 5.200 EW (2012) auf einem Geestrücken inmitten feuchten Moorlandee
Das einstige Rittergut ist heute staatlich anerkannter Erholungsort.
Das Moor lässt sich trockenen Fußes über gut angelegte Wege erkunden. Am Brink 14 gibt es Informationen zum naturverträglichen Tourismus und über die Enstehung von Mooren.
An der B 401 trifft man auf einen Friedhof der Emslandlager. Zur Zeit des Nationalfaschismus wurden in diesen Lagern vor allem politische Häftlinge gefangen gehalten. Unter diesen "Moorsoldaten" des Lagers Esterwegen war auch Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky. Er starb 1938 in Berlin an den Folgen der Haft. Ein Gedenksteinauf dem Friedhof erinnert an diesen aufrechten Menschen.
zur Gemeinde gehören:
Bockhorst, Breddenberg, Hilkenbrook, Esterwegen

Fresenburg

Gemeinde mit rund 900 (2012)
Eine kleine klassizistische, typisch norddeutsche Kapelle (achteckiger Grundriss) markiert die Stelle, die einst Mittelpunkt der Fresenburg war. 1796 ging dieser Besitz der verschuldeten Adelsfamilie von Schwenke in die Versteigerung und kam dann einschließlich Kapelle konkret unter den Hammer. 1824 rekonstruierten die Fresenburger die Kapelle und erhielten somit ihrem Ort ein Schmuckstücken mit neugotischem Altar und ein Kruzifix aus dem 18. Jh.

Heede

Gemeinde mit rund 2.300 EW (2012)
Wer 1000 Jahre Zeit hat, kann sich an den dicken Stamm (Umfang 15 m) von "Heer Lindenbaum" lehnen und auf eine weitere Marienerscheinung warten. Wenn man ihn lässt.

Hüven

Gemeinde mit rund 500 EW (2012)

Hüven Mühle Emsland © Udo Kruse

einzigartig in Europa ist die Wind- und Wassermühle in Hüven: Damit auch bei Wassermangel gemahlen werden konnte, wurde auf die im Jahr 1532 erbaute Wassermühle auf festem Fundament aus mächtigen Findlingen des Hümmling1850 gekonnt eine Windmühle aufgesetzt.

Die tonnenschweren Granitblöcke türmen sie sich an der Straße in Richtung Berßen zu einer 10 km langen Grabstätte.


Langen Emsland

Gemeinde mit rund 1.400 EW (2008) in der Samtgemeinde Legerich

Lengerich Emsl

Gemeinde mit rund 2.600 EW (2012) mit Gersten, Handrup,und Wettrup

Neubörger

Gemeinde mit rund 1.600 EW (2012)
Im Freilichtmuseum des Ortes lässt sich die Siedlungsgeschichte Neubörgers gut nachvollziehen. Im Straßenverhältnis 1:2 sind hier die wichtigsten Gebäude nachgebaut, z. B. die so genannte Klutenhütte, ein sehr schlichter Bau aus Sudden und Heide, in der die ersten Siedler vor 2000 Jahren lebten. Dagegen erscheint Schuttes Hus, das erste Backsteinhaus Neubörgers, geradezu luxuriös.

Rhede (Ems)

Gemeinde mit rund 4.200 EW (2012)
alter Schifferort am einstigen Überschwemmungsgebiet der Ems nahe der A31 in der deutsch-niederländischen Grenzregion
- Statt Golfhaus gibt es hier ein Gulfhaus.
- Wehrkirche St. Nikolaus (15. Jh.), Gotik
- Steinkreuz am Ortsausgang von Neurhede, finanziert vom Geld, das eine im Moor gefundene Leiche bei sich trug. Grenzschmuggel übers Moor ar nicht ungefährlich.
Borsum:
853 erstmals als "brussina" erwähnte, auf einer Sanddüne gebaute kleine Bauernsiedlung, die sich früher mehrfach im Jahr in eine von den Fluten der Ems umspülte Insel verwandelte. Ihren dörflichen Charakter hat sie sich nahezu unverändert bewahrt.
getourt:
durch die sanft gewellte Moränenlandschaft mit ihren Seen und Tümpeln zu den Borsumer Bergen
zugehörig:
Neurhede, Rhede, Brual, Borsum

Salzbergen

Gemeinde mit rund 7.500 (2012)
Rittergut Stovern - bezaubernd verklärende, bauliche Anlage

Sögel

Gemeinde mit rund 7.200 (2012)
Ort auf dem Hämmerling, einem durch glaziale Gletscher geformten Höhenrücken mit Äckern und Wiesen, Wäldern und Heideflächen, der von ausgedehnten Moorlandschaften umgeben ist
beachtlich:
klassizistisches Amtshaus mit altem Amtsbrunnen

Sögel (Emsland), Schloss Clemenswerth © Udo Kruse

Jagdschloss Clemenswerth - ein im dichten Buchenwald verborgenes barockes Glanzstück mit acht Pavillons, die sich sternförmig um das zweigeschossige Hauptgebäude gruppieren, 1737/49 von Johann Conrad Schlaun für den Kurfürsten Clemens August von Köln erbaut, seinerzeit Fürstbischof von Münster und Landesherr des Emslandes.


Hinter einer Rokoko-Kapelle und dem anschließenden Klosterbau ein Klostergarten.
Ausstellungen zur Kulturgeschichte des Emslandes, Keramikmuseum mit Töpferei
zugehörig: Eisten

Surwold

Gemeinde mit rund 4.300 (2012)
waldreiches Erholungsgebiet mit Märchenwald, Waldlehrpfad, Waldmuseum, Waldschwimmbad, Wald-Sommerrodelbahn. und von einem 32m hohen Aussichtsturm kann man auf den Wald sehen.

Vrees

Gemeinde mit rund 1.700 (2012) - Dorf der 1000(?) Windkraft bremsenden Eichen mit dörflichem Teich und historischem Backhaus. Und frisches Brot?

Werlte

Gemeinde mit rund 9.500 (2012)
Ort auf dem Hümmling. Noch heute ist für die meisten Besucher des ehemaligen Benediktinerklosters das Holzrelief unter Silberfolie interessant, von dem sie sich die Vergebung aller Sünden erbeten. Unsündige Menschen - und es gibt sie doch! - dürfen die Anlage ganzheitlich und unter landschaftserbaulichen Aspekten betrachten und ins Museum im Verwaltergebäude gehen oder zur Kreutzmannsmühle.

Werpeloh

Gemeinde mit rund 11.000 (2012)
Attraktion ist das indonesisches Batak-Pfahlhaus mit hinduistischen Ornamenten, das 1978 zwischen rote Backsteinbauten in Hümmlingdorf errichtet wurde. Bauherr war ein vom Fernweh gepeinigter Pater Matthäus. In den Räumen wird die Missionsarbeit der Kapuziner in Indonesien dokumentiert. (Tel. 05952/1203).

Städte und Gemeinden im Kreis / EW geschätzt
Andervenne 900, Bawinkel 2.300, Beesten 1.600, Bockhorst 8.500, Börger Breddenberg 800, Dersum 1.500, Dohren Emsl 1.100, Emsbüren, Dörpen Gersten Esterwegen Freren Fresenburg 1.200, Groß Berßen 650, Geeste 11.200, Handrup 850, Haren Haselünne Heede Herzlake 4.200, Hilkenbrook 800, Hüven Klein Berßen 1.100, Kluse 1.600, Lähden 4.600, Lahn 900, Langen Lathen 6.000, Lehe 11.500, Lengerich Lingen Lorup 3.200, Lünne 1.800, Messingen 1.100, Neulehe Meppen Neubörger Niederlangen 1.200, Oberlangen 1.000, Rastdorf Papenburg 1.000, RenkenbergeRhede 700, Salzbergen Schapen 2.400, Sögel Spahnharrenstätte 1.500, Spelle 8.700, Stavern 1.000, Surwold Sustrum 1.300, Thuine 1.800, Twist 9.700, Vrees Walchum 1.500, Werlte Werpeloh Wettrup 550, Wippingen 900