Kreis mit Havelland, Zauche und Hohem Fläming

Die glaziale Endmoräne des Fläming entstand, als aus Norden Gletscher Geröll heran wälzten und türmten und bizarre Trockentäler (Rummeln) schufen. Der Hagelberg ist mit 200,1 m höchster Hügel.
Wegen seiner Wasserarmut war der Hohe Fläming nur schwach besiedelt. An den Rändern lebten germanische Stämme, die dann nach Südwesten zogen. Im 10. Jahrhundert eroberte König Heinrich l. die slawischen Gebiete und befestigte sie durch Burgwarde.
Im 12. Jh. wurden im Zuge der Siedlungspolitik der ersten askanischen Markgrafen vorwiegend Flamen angeworben. Deren Dörfer nannte man dann "Vlämlinge" und ab dem 18. Jh. bald den gesamte Landstrich entsprechend. Der Fläming reicht bis nach Sachsen-Anhalt in den Kreis Anhalt-Zerbst. Er wird gern als Streusandbüchse bezeichnet. Und wer ungestört seine Hausaufgaben machen will, findet hier erholsame Ruhe in schlichter Natur.

Beetzsee

Gemeinde mit rund 2.400 EW (2012)

Beetzseeheide

Gemeinde mit rund 650 EW (2011)

Brück

Stadt mit rund 3.700 EW (2012) auf dünn besiedeltem, vornehmlich landwirtschaftlich geprägten Gebiet zwischen Zauche und Hohem Fläming

Brück entstand im 13. Jh. als Anger-Siedlung mit zwei langen Straßen, noch gut erkennbar. Siedler waren Flamen im 12. Jh., eine Namensableitung von der Stadt Brügge ist daher naheliegend.
Zwischen 1360 und 1374 erhielt Brück das Stadtrecht, wurde befestigt und erhielt zwei Stadttore - das Berliner und Belziger Tor.
Das brandenburgische Brück lag für Jahrhunderte auf umstrittenem Gebiet. Nach wechselnden Herrschaften durch die Markgrafschaften Meißen, Brandenburg und das Erzbistum Magdeburg kam Brück mit dem Wiener Kongress 1815 schließlich an Preußen und wurde Grenzstadt zum Königreich Sachsen. Die strategische Bedeutung Brücks ergab sich aus der Enge im sumpfigen Urstromtal, ein mit nicht mehr vorhandener Burg gut kontrollierbarer Übergang vom Belziger Vorfläming zur Zauche. Handelswege und eine Heerstraße führten hier entlang.
sehenswert:
- historische Angerbebauung
- Reste des Berliner Tores
- altes Fachwerkhaus (1652)
- Stadtkirche St. Lambertus (1776), Einbeziehung eines spätgotischen Vorgängerbaus (13. Jh.)
- Kursächsische Postmeilensäule (1730) am ehem. Belziger Tor
event:
- Kaltblutpferderennen "Titanen der Rennbahn“
- Brücker Weihnachtskalender.

Ortsteile/Eingemeindung

Baitz (2002) mit staatliche Vogelwarte für die Trappen- und WiesenbrüterschutzgebieteGömnigk (1974): Straßendorf am Fluss Plane, Feldsteinkirche (14. Jh.?)
Rottstockt (1950), sehenswerte Kirche
Trebitz (1974 ) am Fluss Plane
Neuendorf (2002)

Görzke

Gemeinde mit rund 1.300 EW (2011)
Seit sich 1706 die Töpfer des Ortes zu einer marketingstarken Innung zusammen schlossen, wird hier erfolgreich getöpfert in Bunzlauer Art. Vom der Flasche bis zur Kuchenform - vielleicht hat man einen speziellen Formwunsch für die Steinofenpizza? Kein Problem für Görzker Töpfer. Jeden Ostersamstag ist hier Töpfermarkt, auch eine Chance für findige Händler. Töpfermuseum;
Wehrkirche

Golzow b. Brandenburg an der Havel

Gemeinde mit rund 1.300 EW (2012)

Havelsee

Stadt mit rund 3.500 EW auf 67,61 km²
zugehörig:
Pritzerbe, ehem. Stadt mit rund 1.200 EW (2004) am Pritzerber See, ist das Südtor zum Naturpark Westhavelland.
948 wurde Pritzerbe erstmals urkundlich erwähnt, als König Otto das Bistum Brandenburg gründete und diesem unter anderem diesen Ort zueignete.
Im 13. Jh. war Pritzerbe Bischofsssitz mit einer Burg auf dem Mühlenberg.
Der Stadtkern von Pritzerbe war in den 1990er Jahren Sanierungsgebiet mit dem Ziel, das historische Stadtbild wieder herzustellen. Wie ist das gelungen?

Die einstige Gemeinde Kützkow, durch die Fähre mit Pritzerbe verbunden, ist seit dem 1950 ein Ortsteil von Pritzerbe. Ebenso Seelensdorf, das erstmals im Landbuch des Kaisers Karl des IV. Erwähnung fand und 1393 dem Domkapitel Brandenburg übereignet wurde.
Brände und Überschwemmungen haben das Erscheinungsbild dieser alten Stadt entscheidend verändert und geprägt. Es gibt einen Bahnhof, eine Anlegestelle für Fahrgastschiffe sowie einen Yachthafen.

Briest, Dorf, 1294 erstmals urkundlich als Brisitz genannt, wahrscheinlich einstige slawische Fischersiedlung. 1936 wurden am Fliegerhorst Briest 45 Gräber aus der späteren Bronze- bis früheren Eisenzeit (1000 bis 800 v.d.Z.) gesichtet.

Kleinmachnow

Gemeinde mit rund 20.200 EW (2011)

Kleinmachnow Schleusengebäude Teltowkanal #87487858 © Bernd Kröger

Mühlenfließ

Gemeinde mit rund 900 EW auf 58,22 km² im Fläming in 60 m ü.NN.
Haseloff - 1377 erste urkundliche Erwähnung als "cum haselope"
Grabow - 1275 Grabowa, Ort im 30jährigen Krieg völlig abgebrannt
Jeserig mit Niederwerbig
Nichel - 1303, Ortsbezeichnung slawischen Ursprungs (Fließ?)
Schlalach - 1342, slawischer Ort an Salzstellen

Michendorf

Gemeinde mit rund 12.000 EW (2012)
OT Wildenbruch - atelier of art e.V.

Nuthetal

Gemeinde mit rund 8.700 EW (2012)
OT Saarmund

Planetal

Gemeinde mit rund 900 EW (2012) zwischen Niemegk und Bad Belzig
zugehörig:
Dahnsdorf - (1227 erstmals urkundlich genannt), Feldsteinkirche (13. Jh.)
Krahnepuhl - (1236), Feldsteinkirche (13. Jh.)
Locktow,
Mörz - (1161 als Bugward), im 30jährigen Krieg verödet, Feldsteinkirche (13. Jh.), keine Burgreste
Ziesow

Schwielowsee

Gemeinde mit rund 10.000 EW (2012), in der die Ziegenmelker zwitschern. Der See selbst ist von Wald umgeben und hat immerhin eine Fläche von 8,45 km²

OT Caputh

hübscher Villenort am Schwielowsee/Templiner See. In einem der Landhäuser wohnte mal jener, den heute viele nur als Zunge heraus streckenden alten Wirrkopf kennen: Dieser starb 1955 76jährig in Amerika.
Kirche von Stüler, Barockschloss von...(?)

Caputh, Schloss © rotschwarzdesign

OT Geltow - Franzosenberg mit Aussichtsturm auf Wasser und Kiefern; Handweberei, Museum
OT Ferch - Fachwerkkirche (1630)

Seddiner See

Gemeinde mit rund 4.000 EW (2011)
OT Kähnsdorf - Heimatstube mit Kulturscheune Dorfstraße 15
OT Stücken - Naturschutzzentrum Seddiner See

Wiesenburg

Wiesenburg Rathaus am Schloss

Kreisstadt im Hohen Fläming mit 6.900 EW (1985), 1161 erstmalig urkundich erwähnt, Zentrum von 12 umliegenden Gemeinden; an B 246 und 107, nahe Auffahrt A 2 und A 9, Bahnhof - Berlin etwa 60 min.
Die Wiesenburg erhielt bald nach 1200 anstelle der alten Befestigung aus Holz und Erde eine Ummauerung aus Feldsteinen, die im Turmbereich noch erhalten und stellenweise bis zu 2 m dick ist. Der Bergfried ist 48m hoch, schönes Portalhaus und Männekentor.
Neuen Schliff erhielt das Renaissance-Schloss von 1863 bis 1882 und auch 2002:
ET-Wohnungen, Ausstellungsräume, Büros - und das an einem attraktiven Wohnstandort, in der Umgebung eines herrlichen Parks mit kleinem See. Der großzügige, schöne Einkaufskomplex ist ganz nahe. Bürgernah ist auch das Rathaus mit dem schönen Torbogen.
Der Hagelberg, mit 201 m höchste Erhebung des Fläming, trägt zwei Denkmäler. Sie künden vom erbitterten Ringen des preußischen Landsturmes, der 1813 mit rechtzeitiger Unterstützung russischen Militärs den Franzosen eine vernichtende Niederlage beibrachte.

Wusterwitz

Gemeinde mit etwa 3.000 EW (2001)
Das alte (12.Jh.?) typisch märkische Straßendorf liegt am westlichen Ufer des Wusterwitzer See. Nördlich der Bahnlinie befindet sich der als "Bahnhof von Wusterwitz" bezeichnete Ortsteil und der Elbe-Havel-Kanal mit einer Schifffahrtsschleuse.
bemerkenswert:
Feldsteinkirche im romanischen Baustil mit einer Wehrmauer errichtet, die später einen barocken Turm aufgesetzt erhielt. Die Uferpromenade auf der westlichen Seite des Wusterwitzer See wurde neu gestaltet. Zahlreichen Badestrände, guter Wasserqualität, Campingplatz am See und viel waldreiche Natur zum Wandern und Radtouren...

Städte und Gemeinden im Kreis / EW geschätzt
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf 1.300, Borkheide 1.850, Borkwalde 11.500, Brandenburg (kreisfrei), Brück Buckautal 500, Groß Kreutz(Havel) 8.050, Gräben 500, Görzke Golzow Havelsee Kleinmachnow 20.200, Kloster Lehnin, Linthe 900, Mühlenfließ Michendorf Niemegk Nuthetal Päwesin 550, Planebruch 1.100, Potsdam (kreisfrei), Rabenstein Rosenau 900, Roskow 1.200, Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf 14.200, Teltow Treuenbrietzen Werder Wenzlow 550, Wiesenburg Wusterwitz Wollin 900, Ziesar