Halbinsel Wittow weit im Norden von Rügen

Die unbewaldete Halbinsel ist eher eben, die Sandwege sind gut per Rad befahrbar. Klippen, Leuchttürme, Fischerdörfer laden zur Erkundung ein.
Durch die abtragende Wirkung von Wellen und Strömungen entstanden markante Steilufer. Der nördlichste Punkt der Halbinsel Wittow, und damit auch von Mecklenburg-Vorpommern, ist Gellort bei Kap Arkona.
Wo das vom Hochufer abgebrochene Material durch die Strandversetzung wieder anlandet, wie am Bug im Nordwesten der Halbinsel, finden sich ideale Sandstrände.
Die Schaabe ist eine weitläufige Nehrung mit licht angelegten Kiefernholzungen zwischen den Halbinseln Wittow und Jasmund vor dem Großen Jasmunder Bodden und dem Tromper Wiek. Diese Landverbindung hat einen schönen und feinsandigen Strand von fast 12 km Länge.
Der Fischfang war hier lange Zeit besonders ergiebig. Für eine Fanggenehmigung mussten bald Abgaben geleistet werden, zuerst an den Slawengott Svantevit. Dann verschenkte der Landesfürst in einer Anwandlung christlicher Nächsenliebe die Fischereirechte an Klöster und Adelshäuser. Da hätte Petrus wohl im trüben gefischt.
Im 11. bis 14.Jh. war die Ausbeute auf Hering noch besonders hoch. Es entstanden einige Vittendörfer auf Rügen. Ein Fischverarbeitungs- und Verladeplatz wurden Vitte genannt.
1438 wurde die Fischrei auf Wittow erstmals urkundlich erwähnt.
Seebad Breege
Gemeinde mit rund 600 EW (2012)

Breege auf Wittow wurde im 19. Jh. durch den Handel mit England reich. Was blieb von diesem Wohlstand? Die kleinen Kapitäns- und Schifferhäuser und eine recht alte Scheune.
Juliusruh am Hochuferweg. Prächtig ist der Blick vom Steilufer übers Meer. Kleine Pfade führen hinab zu einsamen Badestellen. Juliusruh erfreut immer noch mit seinem Kurpark, 1795 als französischer Landschaftspark angelegt.
Ortsteile:
Breege, Juliusruh, Schmantevitz, Kammin, Lobkevitz
Dranske mit Bug
Gemeinde mit rund 1.200 EW (2012)
staatlich anerkannter Erholungsort mit ländlichem Park
- Heimatmuseum
- Aussichtshügel am Wieker Bodden Karl-Liebknecht-Str.
- Bug südlich von Dranske wächst weiter, weil das vom Hochufer abgebrochene Material durch die Strandversetzung hier wieder anlandet.
- Lanckener Gutspark
- Starrvitz: Bauernhaus, Naturdenkmal Silberweide
Ortsteile:
Dranske-Hof, Banz, Goos, Gramtitz, Kreptitz, Kuhle, Lancken, Nonnevitz, Starrvitz
Putgarten
Gemeinde mit rund 200 EW (2012)
staatlich anerkannter Erholungsort
Kap Arkona

Am nördlichsten Punkt Rügens stehen zwei recht ungleiche Leuchttürme. Der kleinere, fast 20 m hohe, besteigbare Turm ist der ältere, 1827 erbaut nach Entwurf von Karl Friedrich Schinkel. Der andere Leuchtturm wurde 1902 erbaut und erhebt sich 35 m empor.
Die klarste Aussicht über Insel und Meer hat man bei sonnigem Wetter vom Kap Arkona aus.
- Wenig südstlich vom Leuchtturm sind die Reste der slawischen Jaromarsburg (um 800) zu erkennen. Mehr als die Hälfte dieser Tempelanlage rutschte im Lauf der Jahrhunderte bereits ins Meer. Mit Gott Svantevit?
- Siebenschneiderstein. 30 m vom Kliff des Gellort liegt der viertgrößte Findling Rügens.
- Nobbiner Großsteingrab. Vor ca. 5.000 Jahren wurden die mächtigen, in Reih und Glied stehenden Granitblöcke aufgestellt.
- Räsenbarg, ein flacher mit großen Findlingen eingefasster Hügel an der Steilküste bei Goor
Vitt - ganz kleines Fischerdorf, für den Autoverkehr gesperrt, mit denkmalgeschützten reetgedeckten Häusern. Am Hafen befindet sich eine Fischräucherei.
sehenswert:
achteckige Kapelle. Das "Uferbethaus" wurde 1816 für die Heringsfischer erbaut. Um die damals noch Jahr für Jahr eintreffenden Heringsschwärme nicht zu verpassen, was ja beim Betgang nach Altenkirchen leicht passieren konnte, verrichteten sie ihre Gebete in dieser Kapelle. Der Innenraum ist spartanisch maritim gehalten. Leicht kann man hier in die Haut der einstigen Fischer fahren, voller Mut, Demut und Hoffnung auf glückliche Wiederkehr.
event:
- Heringstage und Osterfest
- Sommersonnenwende am letzten Sonnabend im September
- Höhenfeuerwerk zum 31. Dezember
Ortsteile:
Arkona, Fernlüttkevitz, Goor, Nobbin, Varnkevitz, Wollin, Vitt
Wiek
Gemeinde mit rund 1.100 EW (2012)

Fischerort am Wieker Bodden
staatlich anerkannter Erholungsort
- Bootswerft
- Backsteinkirche St. Georg (15. Jh.) mit Ausstattung, Gotik

Die Wittower Fähre verbindet die Halbinsel Wittow mit West-Rügen und dem sogenannten "Muttland" zwischen dem Breetzer Bodden und dem Rassower Strom. Die Verbindung beträgt gerade mal 350 m. Die neue Fähre namens "Wittow" wurde 1996 auf der Oderwerft Eisenhüttenstadt gebaut. Sie hat eine Länge von 38 m sowie eine Breite von 12 m und kann 150 Personen sowie 45 PKW transportieren.
Bohlendorf: Gutshaus und ländlicher Park
Ortsteile:
Bischofsdorf, Bohlendorf, Buhrkow, Fährhof, Parchow, Wittower Fähre, Woldenitz, Zürkvitz
Städte und Gemeinden auf der Halbinsel Wittow
Altenkirchen, Breege, Dranske Putgarten, WiekRügen: Granitz, Jasmund, Jasmunder Bodden, Mönchgut, Südrügen, Westrügen