Lübeck - geschmackvoll wie Marzipan

Lübeck 2türmige St. Petri und St. Marien an der Obertrave © Wolfgang Karg #4937666

kreisfreie Stadt mit rund 237.000 EW (2009) in 11m ü.NN.

1076 wurde Lübeck erstmals erwähnt
1160 erhielt Lübeck das Soester Stadtrecht

1143 wurde Lübeck offiziell gegründet, auf einem Hügel umflossen von Wakenitz und Trave.

Drehscheibe des nordeuropäischen Fernhandels, Mutter der Hanse und Wiege der Backsteinarchitektur - davon künden noch heute viele mächtige Bauten dieser einst reichsfreien Stadt.
Hier könnte man aber auch gern für immer vor Anker gehen, nicht nur wegen dem Marzipan, das innen natürlich möglichst gelblich sein sollte.

819 errichteten Wenden einen Handelsplatz mit der slawischen Burganlage von Alt-Lübeck an der Mündung der Schwartau in die Trave. Dieses Liubice wurde 1138 zerstört. Fünf Jahre darauf gründete Graf Adolf II.. von Schauenburg eine deutsche Kaufmannssiedlung, die allerdings bald durch Feuer unterging.

1143 (1160?) erhielt Lübeck Stadtrecht und wurde durch Heinrich den Löwen bis 1159 erfolgreich neu gegründet.
1226 erhielt Lübeck den Status einer Freien Reichsstadt.
1329 sicherten sich Lübecks Kaufleute durch Kauf von Travemünde freien Zugang zur Ostsee.
Von Lübeck aus wurden weitere Städte gegründet und mit Lübschem Recht ausgestattet, wie Wismar, Rostock, Stralsund, Danzig, Riga und Dorpat. Um 1300 bis im Mitte 16.Jh. war Lübeck "Haupt der Hanse".

Die Hansestadt Lübeck kam erst 1937 mit dem Groß-Hamburg-Gesetz zur damals preußischen Provinz Schleswig-Holstein.
Im Zweiten Weltkrieg wurde rund ein Fünftel der Altstadt zerstört. Die Schäden sind behoben, und die 1000 denkmalgeschützten Gebäude stellen einen besonderen Schatz der Hansestadt dar.
Seit dem Mittelalter prägen sieben Kirchtürme die Stadtsilhouette: die des Doms mit seinen zwei Türmen, der Marienkirche, der 2türmigen Petrikirche, der Jakobikirche und der Aegidienkirche. Die zahlreichen Kaufmannshäuser zeugen von einstigem Wohlstand. Besonders auffällig die Häuser an der Breiten Straße und an der Königstraße.
Auch den Häusern der Kleinbürger und armen Leute können gefallen. Die Armen lebten vor allem in den sogenannten Gängen: Die engen Verhältnisse zwangen zum Bau entsprechend kleiner Häuser. Heute sind sie als Stadtwohnungen beliebt.

sehenswerte historische Altstadt

Die spätmittelalterliche Stadtanlage blieb weitgehend erhalten. Wie einst ist sie ganz von Häfen und Kanälen umringt und seit 1987 UNESCO-Welterbe.

[H] Hansahafen
[K] Musik-und Kongresshalle
[M] Museumshafen
[R] Rathaus am Markt (13./15. Jh.) mit Renaissancevorbau 1570
[T] Theater

Lübeck Innenstadt

[1] Marienkirche, "Mutter der backsteingotischen Basiliken" - eine der ersten gotischen Backsteinkirchen im norddeutschen Raum (Baubeginn um 1250) und damit Vorbild für viele andere Kirchen an der Ostsee, doppeltürmig 120 m hoch. Von der Innenausstattung ist ein Sakramentshaus aus Eisen erhalten geblieben.
[2] Petrikirche: zweitürmige, gotische Hallenkirche, fünfschiffig, Aussicht vom Turm
[3] große Petersgrube: bunter Stilmix alter Bürgerhäuser der unterschiedlichsten Stilepochen, von der Gotik bis zum Klassizismus.
Lübeck Holstentor - Wahrzeichen der alten Hansestadt © dd

[4] Holstentor (1464/78). Das Wahrzeichen der Stadt, Teil der ehemaligen Befestigungsanlagen, dokumentiert einstigen Stolz und Würde. 1863 beinahe abgerissen, beherbergt es heute eine stadtgeschichtliche Sammlung, Bodenfunde, Waffen, Modelle der Stadt, von Häusern und Schiffen.
Südlich vom Tor: Salzspeicher, Backsteinhäuser mit hohen Giebel (16./18. Jh.). Weiter westlich die Puppenbrücke über den Stadtgraben mit Sandsteinplastiken (1776). An der Willy-Brandt-Allee (Wallhalbinsel) die Musik- und Kongresshalle

[5] Schabbelhaus: Ensemble aus zwei Bürgerhäusern, sehenswerte Inneneinrichtung.
[6] Buddenbrook-Haus: barockes Patrizierhaus, früher im Besitz der Familie Mann, wichtiger Handlungsort des gleichnamigen Romans von Thomas Mann.

Lübeck Heiligen-Geist-Hospital Koberg 11 © ArTo[7] Jakobikirche: dreischifflge Backsteinkirche der Gotik, barocker Hochaltar, Wandmalereien.
Viele Reiche dachten vor dem Tod auch an ihr Seelenheil und gründeten Wohnstifte für kranke und arme Mitbürger. Herrausragend dabei das Heilig-Geist-Spital, der größte mittelalterliche Komplex dieser Art in Norddeutschland.

Das Haus der Schiffergesellschaft in der Breiten Straße spätgotisch (1535), ist heute eine historische Gaststätte.

[8] Burgkloster, 13. Jh.(?)
[9] Burgtor Burgstr.2: heutige Form von 1444, Glockenhaube mit Schiefer gedeckt, von 1685.

[10] Königstraße: Anreihung repräsentativer Stadtpalais, Behnhaus und Drägerhaus Nr. 9-11 nachträglich miteinander verbunden und mit klassizistischer Fassade versehen.
Der Füchtingshof Königstr. 57 wurde 1612 erbaut und 1636 als Wohnhof für ältere und arme Bürger vom damaligen Ratsherren Johann Füchting gestiftet.
[11] St. Aegidien: dreischiffige gotische Hallenkirche, Orgel mit frühbarockem Prospekt, barockes Prunkgitter. Daneben das St. Annen-Museum in ehemaligem Kloster, 1843 teilweise abgebrannt. Hier hat das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte seinen Sitz, sakrale Kunst vom 13. bis 16. Jh., Städtische Wohnkultur.
[12] Stadthalle
[13] Zeughaus, heute Museum für Natur und Umwelt; der zweitürmiger Dom daneben, von Heinrich dem Löwen gegründet (1173), heute gotische Hallenkirche mit spätromanischer Vorhalle, Triumphkreuzgruppe (1477), Kanzel, barocke Seitenkapellen. Südlich vom Dom das Kulturhistorische Museum. Nahe auch die Herz-Jesu-Kirche, eine hochgotische dreischiffige Kirche ohne Turm. Sie weist beachtliche Wandmalereien auf, gar ein Tintoretto-Bild, Chorgestühl und Triumphkreuzgruppe. Im Umkreis noch viele erstaunliche Bauwerke, so in der mittleren Königstraße das älteste erhaltene Bürgerhaus, die Löwenapotheke.

museal
gelehrig

FH Lübeck und MU Lübeck

event
persönlich

Johann Wittenborg, Kaufmann und Bürgermeister von Lübeck, segelte mit einer Kriegsflotte gegen den König der Dänen.
Thomas Mann "Die Buddenbrooks"

Stadtteile/Eingemeindung
Lübeck Stadtteile

Großsteinrade Kücknitz Moisling Schlatup Strecknitz


Travemünde

Das ehemalige Fischerdorf an der Travemündung wurde 1187 offiziell gegründet und ist seit 1329 zu Lübeck gehörig.
1320/29 erwarb die aufstrebende Handelsstadt Lübeck vom Holsteiner Grafen den Ort Travemünde, um die Einfahrt zum Hafen zu sichern. 1928 entschied das deutsche Reichsgericht, dass für die Hansestadt eine Außenreede lebenswichtig ist. Damit wurden Pötenitzer Wieck, Dassower See mit dem Inselchen Buchhorst, Fischerei- und Schifffahrtsrechte Lübeck zugesprochen.

Lübeck Travemünde, Alter Leuchtturm, Vordergrund: Passat © Udo Kruse

sehenswert:

historische Altstadtkern mit Fachwerkhäusern (18./19. Jh.), Lorenzkirche (1522), Kasino (1861).

Ein romantischer Blickfang ist die Viermastbark Passat mit dem Alten Leuchtturm.


Begegnung der Fähren zwischen Travemünde und Priwall

Travemünde ist drittältestes Seebad Deutschlands. Fähren verbinden den Ort mit der Halbinsel Priwall (Seebad und NSG)
1880 war der Priball noch unberührte Natur, 1929 wurde ein Flughafen gebaut, heute ist Priball ein Seebad.