Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens

Düsseldorf am Rhein

Die Stadt am Rhein bietet bedeutende Lebensqualität für rund 575.000 Einwohner.

Sie ist ein Zentrum der Telekommunikation, der Werbebranche, der angewandten Kunst, Mode und Thekenkneipen.

Düsseldorf verdankt sein Entstehung nicht dem Killepitsch, eher der Düssel.
1135 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, da war es noch ein kleines Fischerdorf. Erwähnung und Lohn fand Düsseldorf mit der Schlacht von Worringen im Jahre 1288, als Graf Adolf VI. von Berg mit Hilfe von Düsseldorfern dem Erzbischof von Köln eine entscheidende Niederlage beibrachte. Zum Dank verlieh er den Düsseldorfern im gleichen Jahr (14. August 1288) die Stadtrechte. Ein Stadterhebungsmonument (1988, Gerresheim) am Rande des Burgplatzes will daran erinnern.

Von der ersten Blütezeit um 1400 zeugt heute noch die St. Lambertus-Kirche. Um 1520 wurde Düsseldorf Residenz eines Staates am Niederrhein. Eine entscheidende Figur für die Stadt war Kurfürst Johann Wilhelm (1690 bis 1716). Er förderte die Wissenschaften, die Wirtschaft und die Künste und schuf eine der größten Gemäldesammlungen der damaligen Welt. Beim Erbstreit, der auf Jan Wellems Tod folgte, gewannen die Bayern, und so hängen die meisten seiner Werke heute in München.

Im 18. Jh. erfuhr die Residenz eine deutliche Stadterweiterung.

sehenswerte Innenstadt

Die Altstadt wird nicht ganz zu unrecht als die "längste Theke der Welt" bezeichnet. Aber das ist "nur" ein geflügeltes Wort. In Halle/Saale ist die wirklich längste!

Düsseldorf Rathaus © Erich Weitzel #6242029

[R] Altes Rathaus: Backsteinbau von 1570/73, mit Uhrturm und geschwungenem Giebel. Der Plenarsaal mit holzgetäfelter Barockgalerie wird ja auch Jan-Wellem-Saal genannt. Vor dem Rathaus auf dem Marktplatz ohne Markt das barocke bronzene Reiterstandbild (1711, Hofbildhauer Grupello) des Kurfürsten Jan Wellem (1679-1716).


Düsseldorf, Burgplatz Kirche Schifffahrtsmuseum © KorayErsin

Der Schlossturm etwas nördlich neben dem Rathaus - am Burgplatz. Er ist der Rest vom Düsseldorfer Schloss (13. Jh.), das 1872 abbrannte. Vom Schlossturm führt eine großzügige Freitreppe direkt zum Rheinufer. Die Treppe mit herrlichen Blick auf den Rhein wurde seit ihrer Fertigstellung in den 1990er Jahren beliebten Treffpunkt.


Landtagsgebäude von oben © anweber #9184260

Das Landtagsgebäude (1988) nahe am Burgplatz ist neuzeitliche Architektur, die auch von innen besichtigt werden kann und ein herrliches Rheinpanorama freigibt.


Düsseldorf, Stadtplan der Sehenswüdigkeiten in der Innenstadt

[1] Mannesmann-Hochhaus am Rheinknie: 1958 fertiggestellt, daneben das Verwaltungsgebäude von Peter Behrens (1912, Jugendstil).

2] St. Maximilian: Hallenkirche aus dem Jahr 1736, schöne Innenausstattung im Stil des Rokoko, bronzenes Adlerpult.
[3] Wilhelm-Marx-Haus: eines der ersten Hochhäuser (1924) in Deutschland


schöne Flaniermeile mit etwas viel Straßenlärm - die Kö von Düsseldorf

[4] Königsallee, einfacher "Kö" genannt: Flanier- und Einkaufsmeile. Als der preußische König Friedrich Wilhelm IV. sie 1848 anlässlich ihrer Fertigstellung besuchte, wurde er mit Pferdeäpfeln beworfen. So ein Boulevard-Theater! Das Theater an der Kö hat diese Tradition des Theaters wiederbelebt - ohne Pferdeäpfel. Das Carschhaus und der Kaufhof von M. Olbrich (ehemals Warenhaus Tietz) beeindrucken durch schöne Jugendstilfassaden. Bemerkenswert auch das Girardethaus


[5] St.Andreas: (1288/1394) mit auffällig schiefen Kirchturms, um 1625 barockisiert, Stuckdekor, Mausoleum für Kurfürst Jan Wellem.
[6] St. Lambertus: gotische Hallenkirche, Reste von Wandmalereien, Sakramentshaus, Grab- denkmäler, barocke Inneneinrichtung.

[7] Ehrenhof: ein expressionistisches Gebäudeensemble, 1925/26 errichtet, mit Turnhalle, Landesmuseum Volk und Wirtschaft (und Gesellschaft), Kunstmuseum (europäische Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart). Auf dem Gelände des Ehrenhofs mehrere Skulpturen. Südlich davon die Tonhalle.
[8] Schloss Jägerhof: spätbarock, enthält das Goethemuseum mit sehr reichen Sammlungen, auch die Stiftung Ernst Schneider, Kunstgewerbe des 18. Jh., vor allem Porzellan und Silber. Südlich davon der Hofgarten, 1769 angelegt, später mehrmals umgestaltet.
[9] Thyssen-Hochhaus: 1960 fertiggestellt. Eine Art Wahrzeichen der Stadt, östlich davon das Schauspielhaus von 1970.

mittelalterlich:
Ratinger Straße mit Brauhaus Füchschen, schönem Stadtbild rund um die Kreuzherrenkirche

außerhalb des Zentrums:
St. Suitbertus in Kaiserswerth: frühromanisch, zweite Hälfte des 12. Jh., Chor von 1214, im Inneren Schrein des Heiligen Suitbertus.
St. Margaretha in Gerresheim: streng wirkende spätromanische Basilika, achteckiger Vierungsturm. Im Innern großes Kruzifix aus dem 10. Jh.

spitz:
... mit dem Aufzug bis in die Spitze des Fernsehturms (1979/82) und im Drehrestaurant in aller Ruhe rundum schauen ohne zu bestellen - ein Thriller mit Genuss in 172 m Höhe! Um es auf die Spitze zu treiben muss man bis auf 234 m. Einmalig ist die in den Turm integrierte Dezimaluhr.

museal
beruhigend

Hofgarten nördlich der Stadtmitte - Parkanlage, die der Gartenbauarchitekt Maximilian Weyhe geschaffen hat. Auf Anordnung Napoleons wurden Anfang des 19. Jh. die alten Festungsanlagen der Stadt beseitigt und Weyhe schuf diesen Grüngürtel um die heutige Altstadt. Im Sommer finden im Hofgarten Sonntagskonzerte statt.

festlich:
gebräuchlich

Schützenvereine, Radschläger(?) und Karneval (Hochburg!) spielen in Düsseldorf eine wichtige Rolle. Der Sitzungskarneval am Rosenmontag wird gern als Lack-Schuh-Karneval verspottet. Dafür geht an Weiberfastnacht in der Altstadt und beim Straßenkarneval am Sonntag auf der Kö die Post ab.

Fischmarkt - jeweils am ersten Sonntag der Monate April bis Oktober auf der Kaistraße.
Trödelmarkt - sonnabends am Aachener Platz. Riesig!

süffig

Uerige, dat leckere Dröppke. Seit 1862 beruhigt die Obergärige Hausbrauerei in der Berger Str. 1 nahe der Rheinuferpromenade erhitzte Gemüter.

Klein Tokio - billig ins Ausland. Der Reisetipp
In Düsseldorf soll die größte japanische Gemeinde außerhalb Japans leben. Rund 450 japanische Firmen mit 30.000 Beschäftigten haben in der Region Düsseldorf ihren Sitz. Ein japanisches Kulturzentrum mit Tempel gibt es im linksrheinischen Niederkassel (Niederkasseler Kirchweg). Zwischen Japan-Center und Hotel Nikko ist man fast wie in Japan. Die Japaner wohnen allerdings über die gesamte Stadt verteilt.

Benrath

Vorort im Süden. Schloss Benrath wurde 1756 von Nicolas de Pigage im Stile des Rokoko auf der Schwelle zum Klassizismus als Jagd- und Gartenschloss des Kurfürsten Karl Theodor errichtet. 1756 bis 1780 diente es als Sommerresidenz. Gartenanlage und Bildhauerei wurde 1770 vollendet. Zum Schloss gehören auch zwei Kavaliershäuser.
heute: Stadtmuseum Schloss Benrath - Möbel und Porzellan sowie naturkundliches Heimatmuseum mit Vogelsammlung. Konzerte im Schlosspark.

Hafenviertel

Es bildet mit dem Fernsehturm und dem Gebäude des WDR ein markantes Eingangs-Ensemble.

Düsseldorf Medienhafen © Igor TarasovDüsseldorf Medienhafen © lool

Der Hafen verliert immer mehr seinen durch die Industrialisierung geprägten Charakter und ist zu einem Eldorado kühner architektonischer Träumereien geworden. Bekanntestes Beispiel sind sicher die Gehry-Bauten des amerikanischen Star-Architekten Frank Owen Gehry, die inzwischen weltweit Beachtung finden. Entsprechend der futuristischen Bebauung prägt auch das Publikum den Stil der neuen Zeit - der Hafen wird immer mehr zur Medienmeile.


Kaiserswerth

Vorort im Norden, 1929 eingemeindet, älter als Düsseldorf. Um 700 gründete der englische Missionar Swidbert hier ein Kloster. In der Suitbertus-Basilika steht ein Schrein des Hl. Suitbertus aus dem 14. Jh. Im 9. Jh. entstand eine Kaiserpfalz (heute Ruine), in der später Kaiser Friedrich I (Barbarossa) residierte - weil er es sich werth war. Trotz zahlreicher Neubauten hat Kaiserswerth bis heute im Ortskern noch seinen alten niederrheinischer Baustil bewahrt. Obwohl die Kaiserpfalz ruiniert, gibt es hier angeblich noch genug kaiserlich Abgehobene.

Oberkassel

linksrheinischer Stadtteil, als Wohnviertel der Wohlhabenden zur wilhelminischen Zeit entstanden und bis heute geblieben. Davon zeugen nicht nur die besonders prächtigen Häuser an der Rheinfront, die teils mit Jugendstilfassaden oder mit neoklassischen Sandsteinfronten prunken. Das rechte Flair für Aufsteiger und Hochstapler.

kulturell

Schauspielhaus (1970) am Gustav-Gründgens-Platz; Gustav Gründgens, 1899 in Düsseldorf geboren, war 1947/55 hier Theaterdirektor; www.duesseldorfer-schauspielhaus.de
Das Opernhaus Heinrich-Heine-Allee; verkuppelt mit der Deutsche Oper am Rhein (Duisburg); www.deutsche-oper-am-rhein.de
Wer eher Kabarettistisches mag, sollte das Kom(m)ödchen in der Altstadt besuchen. Seinerzeit hatten u.a. Harald Schmidt und Hans Dieter Hüsch hier ihre erste große Zeit als Kabarettist.
Die Tonhalle ist Veranstaltungsort bedeutsamer Konzerte. Das neue Roncalli's Apollo Varieté an der Rheinufer-Promenade hat die alte Form des Varietés erfolgreich wiederbelebt. Im Capitol an der Erkrather Straße hinter dem Hauptbahnhof werden Musicals aufgeführt. Die Philips-Halle in Bilk (Siegburger Str.) ist zwar immer noch Düsseldorfs wichtigste Veranstaltungshalle, inzwischen aber doch etwas veraltet.

universell:
Düsseldorf Heinrich-Heine-Universität
FH Düsseldorf

akademisch:
Die Kunstakademie - traditionelle Düsseldorfer Malerschule - wurde Anfang 19. Jh. unter Peter Cornelius und Friedrich Schadow begründet. Bekanntester Lehrer war wohl Joseph Beuys. Danach setzten Uecker, Lüpertz und Immendorff diese Tradition fort.

verkehrt:
Flughafen Düsseldorf International - im Norden, drittgrößter Airport Deutschlands

persönlich

Heinrich Heine (1797-1856), Geburtshaus: Bolker Straße, Heinrich-Heine-Institut Bilker Straße
Jacobi 1743 in Düsseldorf geboren, Aufklärer,
Otto Dix lebte hier von 1921-25, Joseph Beuys war zwischen 1947 bis zu seinem Tode 1986 häufig hier;
Schloss Jägerhof (1763, Couven) war 1811 Napoleons Absteige;

Schneider Anton Wibbel:
Ihm wurde in seiner Schneider-Wibbel-Gasse in der Altstadt ein Denkmal gesetzt, gilt er doch als Sinnbild rheinische Schläue. Eigentlich hörte er nur auf seine Frau Fin, die ihm 1812 riet: Statt selbst in den Knast zu gehen, schicke doch einfach deinen Mitarbeiter, der sich dort als Meister Wibbel ausgibt. Wohl nicht zufällig verstarb dann der Geselle Peter Zimpel bald im Gefängnis und Wibbel heiratete als Zimpel seine (?) kluge Frau. Seitdem gehört es zum Ehrenkodex nicht weniger ehrbarer rheinischer Herren, bei Gefahr großmütig andere zu opfern und sich schlau ein Denkmal zu setzen. Was auch meistens klappt.
Stadtteile/Eingemeindung
Düsseldorf, Lage einiger Stadtteile

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