Vom Stadtverband zum Regionalverband

Von Ihrer Quelle in den Vogesen bis zur lothringische Grenzstadt Sarreguemines/ Saargemünd hat die Saar rund 80 km hinter sich. Bis Saarbrücken ist sie Grenzfluss. Die Landeshauptstadt selbst wird von ihr geteilt, bevor sie durch das Industriegebiet um Völkingen und Dillingen weiter verläuft, um sich dannn vor Trier mit der Mosel zu vereinen .

Großrosseln

Gemeinde mit rund 8.500 EW (2009) auf 25,20 km² im wild- und wasserreichen Warndtwald;
Weit über die Hälfte der Gemeindegrenzen sind zugleich Grenze zu Frankreich.
Der umgebende Warndtwald zählt zu den schönsten Forstflächen im Saarland.

Die Gemeinde besteht aus:
Dorf im Warnd, Großrosseln, Karlsbrunn, Naßweiler, St Nikolaus, Emmersweiler

Karlsbrunn

1717 siedelten sich hier Glasbläser an und errichteten eine kleine Glashütte. Das Fürstenhaus zu Nassau-Saarbrücken förderte das Hüttenwesen, damit sich das nach zwei Kriegen wirtschaftlich brachliegende Land erholen konnte.
sehenswert:
- Hiwwelersch Haus (südwestdeutsches Bauernhaus aus dem 18. Jh.)
- Jagdschloss Karlsbrunn (18. Jh.), errichtet unter Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken
- Forstgarten seltener Bäume und Sträucher, weiter geführt im Projekt "Gärten ohne Grenzen"
- Evangelische Kirche Karlsbrunn (1896/97), Neugotik, Architekt: Heinrich Güth, Saarbrücke
- Altes Pfarrhaus (1744 genannt)

St. Nikolaus

Der alte Warndtort war bereits in keltisch-römischer Zeit gut besucht, wahrscheinlich auch als Ort eines Quellenheiligtums. Kaiser Barbarossa soll sich hier als Jagdgast der Saarbrücker Grafen aufgehalten haben. Nach Bau der St. Nikolaus-Kirche (um 1270 ) war der Ort beliebtes Wallfahrtziel. Mit dem 30jährigen Krieg zerfiel die Kirche.
Der Nikolausweiher wurde zur Verrsorgung der einstigen klösterliche Siedlung angelegt und diente auch zum Antreiben einer Mühle.
1974 wurde die Gemeinde St. Nikolaus aufgelöst und in Großrosseln eingegliedert.

Heusweiler

Gemeinde mit rund 19.500 EW (2008) auf 39,94 km² am AB-Kreuz Saarbrücken A1/A8
330 erstmals als "Huswiler“ genannt
sehenswert:
- ev. Pfarrkirche, Rechteckchor noch 15. Jh., sonst 1912 umfassend erneuert, an Hauptstraße
- Altes Pfarrhaus (1773/75), Barock, zweigeschossig, Baumeister: Johann F. Stengel
- kath. Kirche Mariä Heimsuchung (1862/63)
- Berschweiler Ölmühle, 1472 als Lohmühle urkundlich erwähnt, vorindustrielles, technisches Kulturdenkmal
- Bietschieder Schlösschen (1810), Klassizismus, zweigeschossig, Walmdach, Herrenhaus eines Hofgutes des Kaufmanns Heinrich Wahlster, seit 1954 Rehabilitationszentrum der Deutschen Steinkohle AG.
zugehörig:
Berschweiler, Dilsburg, Eiweiler, Heusweiler, Hirtel, Holz, Kirchhof, Kutzhof, Lummerschied, Niedersalbach, Numborn, Obersalbach-Kurhof, Wahlschied

Kleinblittersdorf

Gemeinde mit rund 12.400 EW (2009) auf 27,29 km² an der Oberen Saar

sehenswert:
- Wintringer Hof. Er wird von der Lebenshilfe Obere Saar e.V. als Bioland-Hof bewirtschaftet. Im Mittelpunkt des Gehöfts steht der Rest einer mittelalterlichen Kapelle (spätes 15. Jh.), die u.a. original spätgotische Strebepfeiler mit bedeutendem Figurenzyklus aufweist.
- Saline Rilchingen-Hanweiler. Gräfin Marianne von der Leyen ließ die Saline 1790 errichten, die sich aber auf die Dauer nicht rentierte. Zwei Quellentürme der Salzquellen aus dem 18./19. Jh. erinnern noch daran. Der Ort grenzt an Frankreich.
- Wendalinus Kapelle Bliesransbach (1736, 1862 erneuert), Wendalinus-Figur (18. Jh.). Vor der Kapelle steht an eingefasster Quelle ein steinernes Kruzifix von 1736.
Gemeinde besteht aus:
Auersmacher, Bliesransbach, Kleinblittersdorf, Sitterswald, Richingen-Hanweiler

Quierschied

Gemeinde mit rund 14.000 EW (2009) auf 20,22 km²
Hier ist anscheinend den Strukturwandel von der einstigen Industriegemeinde(?) vollzogen. Wohin oder wozu?

sehenswert:
Grube Goettelborn (1887 bis 2000).
1894 entstanden Grubenbahnhof, Dampfkesselanlage, Pferdestalls, Werkstatt, Inspektionsgebäude, Beamtenwohnungen, in den 1970er Jahren das Schwarz-Weiß-Bad, ein Zechenhaus und weiter optimistisch 1997 der mächtigste Förderturm Europas. Interessant ist die Bergwerkssiedlung (1912/59) in unmittelbarer Nähe der einstigen Grube, zumeist als typisierte Zwei- und Vierfamilienhäuser errichtet - z.B. in der Gruben- und Josefstrasse, weiter in der Fichten-, Haupt-, Quierschieder-, Kant- und Kettlerstraße sowie in der Straße Am Forsthaus.
- Museum Industriekultur Saar
- Boulevard der Industriekultur
- Schachthalle, Kohlenwäsche...

Knappschaftsklinik Fischbach (1907/10), Spätrenaissance mit vereinfachten Barockformen, seit1995 als (erste) Fachklinik für Frührehabilitation weiter genutzt

Camphausen

Abteufung der Schächte 1871 und 1874 der Grube CFamphausen.
1874 besuchte der damaligen preußischen Finanzministers Otto Camphausen die Grube.
1885 kam es beim Abteufen zu einer Explosion, die 180 Tote und 30 Verletzte forderte. Schacht Camphausen 4 (1908) erhielt den ersten Eisenbeton-Förderturm (1912) der Welt. Er blieb bis heute erhalten und fiunktionsfähig.
1990 wurde die Förderung eingestellt.
sehenswert e Siedlung südöstlich der Grube:
- Villen und Direktorenhäuser (1890/91) der Gründerzeit in der Heinitzstr., gusseiserne Zäune umgeben eingefriedet.- In Verlängerung der Heinitzstrasse entstand in der heutigen Maybachstrasse sowie in der Dudweilerstrasse zwischen 1890 und 1910 die sogenannte
- Beamtensiedlung, überwiegend Doppelhäuser mit Mittelrisalit, meist mit Backstein- oder Sandsteinsockel.

zugehörig zur Gemeinde:
Quierschied, Fischbach, Camphausen (1990 eingem.), Berghalde Lydia

Riegelsberg

Gemeinde mit rund 15.000 EW (2008) auf 14,70 km²;
Ein großer Teil der Gemeinde ist mit dem im Südosten übergreifenden Staatsforst Saarbrücken bewaldet.
sehenswert:
- Hindenburgturm (1934), eigentlich Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Der 15 m hohe dreigeschossige Klinkerbau wurde in die Saarländische Denkmalliste aufgenommen.
- Denkmal für die Bergbau-Vergangenheit von Riegelsberg (2008), Turm aus Relikten des Kohlebergs im Zentrum eines Kreisverkehrs, dem Bauer-Kreisel. Ein nachts illuminiertes Entrée in den Ort.
- Prämienhäuser und Mut zur Selbsthilfe
veranstaltet:
- Rathausgalerie
- Riegelsberghalle
- Köllertalhalle
besuchenswert;
Freibad am kleinen Wäldchen
zugehörig.
Buchschachen, Gisorsviertel, Güchenbach, Hilschbach, Hixberg-Pflugscheid, Riegelsberg, Stumpen, Überhofen, Walpershofen, Ziegelhütte