Worms am Rhein und ein geworfener Stein

Stadt mit rund 85.100 EW (2002) auf 108,72 km² in 86,5 m bis 167,0 m ü.NN.

Obwohl am Rhein gelegen, gilt der Ort als einer der trockensten in Deutschland.

Nibelungenstadt:

Das Stadtgebiet wurde erstmals in der jüngeren Steinzeit etwa 5000 v.d.Z. besiedelt.

Der älteste überlieferte Ortsname ist keltischen Ursprungs und lautete Borbetomagus (Siedlung in wasserreicher Gegend). Im Jahr 14 v.d.Z. eroberten und befestigten die Römer diese Siedlung. Deren im 3./4. Jh. weit ausgreifenden Stadtbereich bezeichneten sie nach den inzwischen heimischen Vangionen Civitas Vangionum. Vangionen nannten sich die Wormser noch bis in das 16. Jahrhundert, obwohl sie ja inzwischen - seit dem 5. Jh. - Burgunder waren, die ihr neues Land Wangengau nannten. Das hängt sicher mit dem Geist der Nibelungen zusammen, deren Gestalten für ewig durchs Wonnegau geistern:
heroische Straßennamen, Rheinpromenade, Siegfrieds Grab, Rheinbrücke mit dem Nibelungenturm, Nibelungenmuseum.

Worms heißt die Stadt seit dem 6./7. Jh.

Karl der Große bevorzugte Worms als Residenz. Über hundertmal fanden hier die Reichs- und Fürstentage statt.
829 und 926 fanden Reichstage des Heiligen Römischen Reiches in Worms statt.1074 erlangte die Stadt die Zollfreiheit. 1495 fand unter Kaiser Maximilian erneut ein Reichstag statt, auf dem die Reichssteuer eingeführt und damit der Grundstein für alle künftigen Steuererhöhungen und Verfilzungen gelegt.
1521 verteidigte Martin Luther gegenüber Kaiser Karl V. seine in Wittenberg veröffentlichten Thesen.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1689 durch Truppen König Ludwig XIV. niedergebrannt.
Von 1792 bis 1814 gehörte Worms zu Frankreich, seit 1816 zum Großherzogtum Hessen.
1906 wurde die Wormser Straßenbahn eröffnet, 1956 stillgelegt.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt 1945 fast völlig zerstört. Vom historischen Stadtkern blieb bis auf den Dom nicht viel übrig.
Die Stadt wurde nach modernen Gesichtspunkten wieder aufgebaut, viele Baudenkmäler wurden wieder restauriert oder rekonstruiert.

sehenswerte Innenstadt
Worms - Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt

[R] Rathaus
[1] Liebfrauenkirche: spätgotische Basilika mit schönem Chorgestühl von 1625
[2] Lutherkirche: Jugendstil, 1910 bis 1912.
[3] Andreasstift: ursprünglich romanische Basilika, mehrmals zerstört und wiederaufgebaut, Kreuzgang, heute Städtische Galerie und Städtisches Museum, besonders berühmt für eine Sammlung römischer Gläser.
[4] Dom St. Peter: eine der bedeutendsten romanischen Kirchen in Deutschland, 1230 fertiggestellt. Trotz Umbauten zur Zeit der Hochgotik wirkt der Dom sehr einheitlich. Innenausstattung hauptsächlich 17. Jh., Hochaltar von Balthasar Neumann, reiches Chorgestühl.
[5] Heylshof: Palais (1884), Kunstsammlungen, Gemälde, Zeichnungen, Glas, Porzellan
[6] Synagoge, 1034 erstmals erwähnt, 1938 zerstört, heute wiederaufgebaut, mit unterirdischem Ritualbad (Mikwe). In nächster Nähe die Judengasse, ein mittelalterliches, saniertes Viertel, und das Raschi-Haus (Talmudschule) mit Jüdischem Museum. Der jüdischer Friedhof "Heiliger Sand" (ab 1076) ist ältest erhaltener seine Art in Europa.
[7] Friedenskirche (1743) und das Rote Haus (1624), ein Renaissancebau.
[8] Pauluskirche: romanisch, 11. Jh., aber im 13. Jh. verändert, Umbau des Langhauses im 18. Jh., frühe Wandmalereien.

weiterhin:

Worms Nibelungenturm © Frank Köhntopp

- Große Fischerweide, einer der ältesten Straßenzüge
- Cornelianum mit Nibelungen-Relief

- Nibelungentum an der Rheinrücke


festlich:

wichtig: FH Worms

Stadtteile/Eingemeindung

Vorstadtsiedlung Kiautschau (um 1900) im Landhausstil

Worms Stadtteile

Abenheim Heppenheim

Herrnsheim - einst Residenzstadt der Kämmerer von Worms mit Bebauung des 18./19. Jh..
Die Hauptstraße führt zum bedeutenden Schloss Herrnsheim, einem Empireschloss mit englischem Garten.
Die hier 1460 erbaute Burg wurde 1711 zum barocken Schloss verändert, verkam letztlich zur Ruine. Der Neuaufbau des heutigen Schloss erfolgte nach Plänen des Mannheimer Architekten Jakob Friedrich Dyckerhoff. 1840 erfolgten nochmals einige Veränderungen.

Hochheim Ibersheim Leiselheim
Neuhausen Pfeddersheim, Pfiffligheim Rheindürkheim
Weinsheim Wiesoppenheim